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Rettung: Chinesen übernehmen Saab komplett

Saab kann die unmittelbar bevorstehende Pleite offenbar doch noch durch Geld aus China abwenden.

Der Autobauer ist wenige Stunden vor der Weichenstellung zur Insolvenz in chinesische Hände übergegangen. Zwei relativ unbekannte Unternehmen wollen mit der siechenden Edel-Marke vor allem daheim punkten.


Datum:
28.10.2011
2 Kommentare

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Zwei Käufer aus China und eine Einigung in allerletzter Minute bewahren Saab vor der drohenden Pleite. Wie Saabs mittelloser bisheriger Eigner Swedish Automobile N.L. (Swan) am Freitag mitteilte, wollen der Pekinger Autohersteller Youngman (60 Prozent) und das Großhandelsunternehmen Pang Da (40 Prozent) alle Anteile an Saab für 100 Millionen Euro übernehmen.

Damit soll nach Volvo als Tochter von Geely auch der zweite schwedische Autohersteller in chinesische Hände übergehen. Youngman und Pang Da hatten schon im Sommer mit dem in Doppelfunktion agierenden Saab- und Swan-Chef Victor Muller ihren Einstieg als Teileigner ausgehandelt.

Muller sagte zu der Einigung über eine Komplett-Übernahme wenige Stunden vor einem Gerichtsentscheid über Sanierung oder Insolvenz: "Fantastisch. Damit ist die Zukunft von Saab gesichert." Die neuen Eigner würden den Absatz von 200.000 bis 300.000 Saab pro Jahr in China innerhalb der kommenden fünf Jahre anstreben. Gleichwohl bestätigte Muller, dass vor dem Inkrafttreten des Verkaufs Behörden-Genehmigungen in China und Schweden sowie die Zustimmung der Europäischen Investitionsbank (EIB) und von General Motors (GM) als früherem Saab-Eigner eingeholt werden müssten. Das werde "bis zu acht Wochen dauern". Youngman und Pang Da äußerten sich zunächst nicht über ihre Pläne.

Bei Saab Deutschland löste die geplante Komplett-Übernahme Optimismus aus. "Das ist eine sehr große Chance für die Marke", sagte Deutschland-Chef Jan-Philipp Schuhmacher der "Leipziger Volkszeitung". Wenn die Verträge unterschrieben seien, müsse schnellstmöglich Klarheit über die Lieferzeiten geschaffen werden, "um die Händler wieder in die Lage zu versetzen, Autos zu verkaufen". Er hoffe auf eine Wiederaufnahme der Auslieferungen im ersten Quartal 2012, sagte Schuhmacher. Der Hersteller brachte laut Kraftfahrt-Bundesamt bis September bundesweit lediglich 469 Autos auf die Straße.

Neue Modelle gefragt

Schuhmacher präsentierte am Freitag im Leipziger Saab-Zentrum den neuen 9-5 Kombi und den geländegängigen 9-4X. Trotz der Unsicherheit über die Zukunft der Marke seien seit Juni bereits "reichlich Bestellungen für beide Fahrzeuge" eingegangen, so der Manager. Zahlen nannte er jedoch nicht.

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KOMMENTARE


jawi

28.10.2011 - 13:00 Uhr

Damit haben die Chinesen doch das erreicht, was sie von Anfang wollten und was man vermutet hat: Sie warten bis es kaum mehr etwas zu retten gibt und dann schlagen sie zu ihren Bedingungen zu. Da GM auch noch zustimmen muss und die ja jede anderswo gefertigte Einheit als Konkurrenz betrachten, steht zu befürchten, dass die noch ihr Veto einlegen. Also eigentlich alles wie gehabt: Saab zieht mal wieder den Hals aus der Schlinge und die Amis lassen Saab, wie seit eh und je am ausgestreckten Arm hungern, wenn nicht verhungern.


Michael Kühn

30.10.2011 - 21:59 Uhr

Nun ja; die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber, was würde passieren, wenn niemand auf der Welt mehr hoffen würde? "Kleine Lichtblicke" ermöglichen oft auch Lösungsansätze, und machen Platz für "Neues"-Denken. BMW hatte auch einmal ein "dickes" Problem, Opel mit GM ebenso... Also drücke ich den "Saab-lern" einmal ganz fest die "Däumkes". Es wäre wirklich schade, wenn es nicht klappt. Europäisches Kapital war sich offensichtlich zu "fein" für diese Investition...


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