Umfrage zu Coronavirus: Autohandel rechnet mit Umsatzeinbußen

Das Coronavirus macht auch dem Kfz-Gewerbe zu schaffen - es drohen Umsatzeinbrüche.
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Wie eine Blitzumfrage des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg zeigt, gehen die Mitgliedsbetriebe infolge der Coronakrise von einem Umsatzrückgang zwischen zehn und 50 Prozent aus. Die größte Angst besteht vor Betriebsschließungen.

Vor den Auswirkungen des Coronavirus bleibt auch der Autohandel in Deutschland nicht verschont. Das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg rief vor kurzem zu einer Umfrage auf – etwa 200 Mitgliedsbetriebe nahmen daran teil. Die Ergebnisse im Überblick:

Demnach spüren etwa 40 Prozent der Kfz-Unternehmen im Südwesten bisher keinen Corona-Effekt. Gefragt nach den Umsatzrückgängen, werden Einbußen zwischen zehn und 50 Prozent erwartet. In einzelnen Fällen könnte das Minus sogar zwischen 70 und 90 Prozent liegen. Im schlimmsten Fall müssten Betriebe aufgrund von Quarantänemaßnahmen schließen – was existenzgefährdend sein könnte.

So bereiten etwaige Betriebsschließungen den Unternehmern auch die größten Sorgen. Im Ernstfall sei finanzielle Unterstützung durch den Staat vonnöten, heißt es. Weitere Unterstützungsmaßnahmen, die sich die Autohäuser und Werkstätten wünschen, seien zinsfreie Kredite zur Überbrückung, Bürgschaften, Steuerbefreiungen oder -nachlässe sowie die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge. Auch müsse die Beantragung von Kurzarbeit vereinfacht werden. Genauso fordern die Betriebe mehr Informationen darüber, wie Kurzarbeit überhaupt angemeldet werden kann.

Inwieweit die Betriebe die Auswirkungen schon jetzt spüren, das zeigt sich laut Umfrage an verschiedenen Stellen. So gebe es "kaum Laufkundschaft" im Showroom, weniger Telefonanfragen, beispielsweise zu Terminen, sowie Absagen von Veranstaltungen wie Seminare oder Messen. In der Werkstatt mache sich die Corona-Krise durch Auftragsstornierungen und fehlende Serviceaufträge bemerkbar. Personal fehle allgemein durch Krankheiten, aber auch teils durch einzelne Quarantänefälle. Auch seien zu wenige Schutzmasken vorhanden, vor allem in Karosserie- und Lackierbetrieben.

Lieferengpässe gibt es nach Darstellung der befragten Kfz-Betriebe bisher kaum, jedoch Warnungen seitens der Lieferanten, dass es dazu kommen könnte. Maschinenhersteller, zum Beispiel solche von Bremsenprüfständen, hätten Schwierigkeiten, da sie auf Teile aus China angewiesen seien.

Der Kfz-Landesverband will die Ergebnisse seiner Blitzumfrage und die Schlussfolgerungen daraus am Freitag bei einem Spitzengespräch zur Corona-Krise mit Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut vorstellen und sich für die Belange der Betriebe und kurzfristige politische Maßnahmen einsetzen.

VDOH-Versammlung abgesagt

Das Coronavirus macht aktuell auch dem Verband Deutscher Opel-Händler (VDOH) einen Strich durch die Rechnung. Die Händlervertretung hat ihre für 19. und 20. März 2020 terminierte Jahreshauptversammlung in Frankfurt am Main abgesagt. "Wir befürchten, dass – falls ein infizierter Kollege dabei ist – alle Teilnehmer in Quarantäne müssen", erklärte der VDOH-Vorsitzende Peter Müller gegenüber AUTOHAUS. Damit würden 250 Betriebe lahmgelegt. (ah/rp)

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