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Autoindustrie: VW-Produktion wird wirtschaftlicher

Nach Zwickau wird Emden das zweite reine E-Auto-Werk von Volkswagen.
© Foto: VW

Der Ausbau der E-Flotte und neue Technologien kosten die Autobauer Milliarden. Dafür muss oft an anderer Stelle gespart werden. VW sieht einen wichtigen Zwischenschritt erreicht – hat aber noch mehr vor.


Datum:
26.09.2019
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Volkswagen wird bei der Autoproduktion effizienter und will große Teile des eingesparten Geldes in den weiteren Ausbau der Elektromobilität stecken. 2019 werde man die Produktivität bei der Kernmarke um mehr als sechs Prozent steigern können, sagte der zuständige Vorstand Andreas Tostmann am Donnerstag. So könnten in diesem Jahr die Kosten um 500 Millionen Euro gedrückt werden, was das Ergebnis verbessere. Für die Herstellung pro Fahrzeug müsse das Unternehmen zum ersten Mal seit 2013 weniger ausgeben, erklärte Tostmann am Rande einer VW-Managerkonferenz in Berlin.

Zusätzlich frei werdende Mittel können in Geschäftsbereiche wie E-Mobilität, automatisiertes Fahren und Digitalisierung fließen. Hier investiert VW über die kommenden Jahre Milliarden. Eine höhere Gewinnkraft ist generell ein Hauptziel von VW-Chef Herbert Diess.

Insgesamt hat die Stammmarke 2019 – ohne das China-Geschäft – Tostmann zufolge bisher rund 3,5 Millionen Autos produziert. Vor einem Jahr hatte der Manager das Ziel ausgegeben, die Produktivität im Schnitt aller Standorte bis 2025 um insgesamt 30 Prozent zu erhöhen. Daran halten die Wolfsburger fest. Das in diesem Jahr erzielte Plus von sechs Prozent liegt über der anfänglich angepeilten Zielrate von fünf Prozent. Im gesamten Zeitraum von 2019 bis 2023 sollen zwei Milliarden Euro "zur Ergebnisverbesserung beitragen".

Einsparungen bei VW soll auch der "Zukunftspakt" sichern, der bis 2020 unter anderem einen Jobabbau vor allem in der Verwaltung bringt. Dieses Programm war anfangs zwischen Management und Betriebsrat heftig umstritten. Parallel dazu stockt VW aber die Stellen in den neuen Bereichen und bei IT-Fachkräften auf. Unter anderem wird zusammen mit Siemens und Amazon eine "digitale Produktionsplattform" aufgebaut, mit der der Konzern die IT-Systeme vereinheitlichen will.

"Unser gesamter Personalkosten-Faktor liegt bei etwa 50 Prozent pro Jahr", sagte Tostmann. Er räumte ein, dass nicht an allen Standorten gleich hohe Einsparungen möglich seien. Bei Elektromodellen – hier fällt weniger Arbeit an als bei Verbrennungsmotoren – seien aber im Schnitt 15 bis 20 Prozent weniger Produktionskosten realistisch.

Emden wird "Transformationswerk"

Nach Zwickau soll Emden das nächste reine Elektroauto-Werk von VW werden. Tostmann bekräftigte geplante Investitionen von "ungefähr einer Milliarde Euro" für die Fabrik in Ostfriesland, in der bisher der Passat hergestellt wurde. Sie solle wie das Werk Zwickau ganz auf Modelle des Modularen Elektrobaukastens (MEB) umgestellt werden.

"Diese Festlegung ist jetzt im Wesentlichen getroffen. Emden hat eine gute Perspektive als Transformationswerk", sagte der Manager. Verbrenner-Modelle würden dort nicht mehr geplant. Um möglichst viele Mitarbeiter für die neuen Produktionsverfahren zu qualifizieren, übertrage man die in Zwickau gemachten Erfahrungen nach Emden.

Der Nachfolger des Passat werde andernorts angesiedelt, erklärte Tostmann – hierfür ist ein mögliches Werk in der Türkei im Gespräch. Die Entscheidung hierzu wolle man in Kürze bekanntgeben: "Wir sind jetzt in den finalen Gesprächen für eine neue Fabrik. Wir gehen davon aus, dass es innerhalb der nächsten zwei Wochen kommt", meinte Tostmann. Vorgesehene Modelle wären der neue Passat und Skoda Superb.

In Wolfsburg sei die Produktion des Golf 8 angelaufen. "Wir werden dieses Jahr schon Einiges an Stückzahl machen, der wesentliche Hochlauf wird dann im nächsten Jahr sein", sagte Tostmann. Berichten zufolge hatte es Probleme mit der Software und Elektronik bei dem wichtigen Volumenmodell gegeben. Tostmann versicherte:"Wir sind auf der Anlaufkurve, die wir uns vorgenommen haben."

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