IG Metall: VW-Führung handelt respekt- und verantwortungslos

02.10.2026 09:11 Uhr | Lesezeit: 3 min
Thorsten Gröger, IG-Metall-Bezirksleiter Niedersachsen und Sachsen-Anhalt
G-Metall-Bezirksleiter Gröger: "Kein Wort davon, dass man vorhat, Tarifverträge zu kündigen."
©Foto: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg

IG-Metall-Bezirksleiter Gröger wirft Volkswagen einen respektlosen Umgang mit den Beschäftigten vor. Über die Kündigungspläne habe die Öffentlichkeit früher Bescheid gewusst als die Verhandler.

IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger hat die Volkswagen-Führung nach der Kündigung zahlreicher Tarifverträge scharf kritisiert. Die Art und Weise sei "respektlos gegenüber den eigenen Beschäftigten", sagte Gröger dem Deutschlandfunk. Das Vorgehen sei zudem "verantwortungslos gegenüber dem Unternehmen selbst", weil damit ein Konflikt vom Zaun gebrochen werde, den Volkswagen nicht gebrauchen könne.

Als Beispiel nannte Gröger ein Gespräch über den Zukunftstarifvertrag von 2024. Die Arbeitnehmervertreter hätten sich einen 50-minütigen Vortrag des Unternehmens angehört. "Kein Wort davon, dass man vorhat, Tarifverträge zu kündigen." Noch während des Gesprächs habe die Presse bereits über die Pläne berichtet. "Also abermals hat das Unternehmen die Öffentlichkeit vorher wissen lassen, was man eigentlich mit den eigenen Beschäftigten vorhat."

Einmaliger Vorgang bei Volkswagen

Die Kündigung des Manteltarifvertrags und damit der Rahmenbedingungen für die Beschäftigten sei "ein einmaliger Vorgang in der Geschichte von Volkswagen". Die Interessenvertretung sei auf die Auseinandersetzung vorbereitet.

Im Ringen um schärfere Einsparungen hat Volkswagen jüngst einen Großteil seiner Tarifverträge gekündigt, darunter den wichtigen Manteltarifvertrag. Aus Sicht des Unternehmens sind verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck anzupassen.

Zehntausende Stellen betroffen

Weltweit will der VW-Vorstand in den kommenden Jahren unter anderem 50.000 Stellen streichen, zusätzlich zu bisherigen Abbauplänen im Konzern. Marken und Gesellschaften sind demnach beauftragt, entsprechende Konzepte auszuarbeiten. Die Hälfte der Stellenstreichungen könnte auf deutsche Standorte entfallen.

Konkrete Programme müssen allerdings erst mit den Arbeitnehmern verhandelt werden. Darüber hinaus ist die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm über die Jahre 2031 bis 2034 hinaus offen.


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