Mitbestimmungsstreit: "Friedensgipfel" von VW und Porsche geplant

18.08.2008 09:47 Uhr
Das Spitzengespräch von Vorstand und Betriebsrat beider Autobauer soll am 10. September stattfinden.
© Foto: ddp / David Hecker

Ein Treffen zwischen den Spitzen von Vorstand und Betriebsrat beider Autobauer am 10. September soll eine Einigung bringen. Unterdessen steht VW-Chef Winterkorn einem Magazinbericht zufolge vor einem Karrieresprung.

Im Mitbestimmungsstreit zwischen VW und Porsche soll ein Treffen zwischen den Spitzen von Vorstand und Betriebsrat beider Autobauer eine Einigung bringen. Es soll am 10. September in Frankfurt unter Vermittlung von IG Metall- Chef Berthold Huber stattfinden. Der VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh und er hätten das Gespräch initiiert, bestätigte Porsche- Betriebsratschef Uwe Hück einen entsprechenden Bericht des "Focus". Ob es allerdings ein "Friedensgipfel" werde, sei noch nicht klar. Mit von der Partie sollen neben VW-Chef Martin Winterkorn und seinem Personalvorstand Horst Neumann auch Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Porsche-Finanzvorstand Holger Härter sein. "Kompromiss heißt, dass wir alle mit einbeziehen", sagte Hück. Porsche verspricht sich von dem Spitzengespräch einen Durchbruch bei den monatelangen Verhandlungen um die Mitbestimmungsvereinbarung. Ein Sprecher der Geschäftsleitung von Porsche wollte am Samstag keine Stellung zu dem Thema abgeben. Ob allerdings die VW-Arbeitnehmervertreter tatsächlich teilnehmen werden, ließ VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh am Samstag noch offen. "Es ist ja fast schon pathologisch, dass Brandstifter den eigens gelegten Brand auch löschen wollen", sagte Osterloh der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. "Porsche blockiert eine Einigung seit zwölf Monaten. Wenn Herr Wiedeking seine Blockadepolitik nicht aufgibt, gibt es auch keine Gespräche mehr." Die Arbeitnehmervertreter von Europas größtem Automobilhersteller hätten dem Porsche-Vorstand am Mittwoch klare Bedingungen für weitere Gespräche gestellt. Unter anderem müsse Porsche Änderungen bei den "völlig undemokratischen Kündigungsbedingungen" der Mitbestimmungsvereinbarung und der Laufzeit des Vertrages vornehmen. "Diese Position teilt auch mein Kollege Berthold Huber uneingeschränkt" sagte Osterloh. Porsche seien die Kritikpunkte seit über einem Jahr bekannt.

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