Mitbestimmungsstreit: Osterloh fordert Porsche zu Zusammenarbeit auf

28.04.2008 14:40 Uhr
Betriebsratchef Osterloh verlangte erneut eine "angemessene Beteiligung" der VW-Belegschaft.
© Foto: ddp / Michael Latz

Der VW-Betriebsrat hat auf einer Gewerkschaftskonferenz in Wolfsburg ein Entgegenkommen von Porsche-Chef Wiedeking eingefordert. Konzernlenker Winterkorn bekannte sich unterdessen eindeutig zur betrieblichen Mitbestimmung.

Kurz vor der ersten Gerichtsverhandlung im erbitterten Mitbestimmungsstreit hat der Betriebsrat von Volkswagen-Großaktionär Porsche zur Zusammenarbeit aufgefordert. Die VW-Belegschaften reichten Porsche-Chef Wendelin Wiedeking die Hände, um gemeinsam erfolgreich zu sein, sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh am Montag bei einer Gewerkschaftskonferenz in Wolfsburg. "Ergreifen Sie endlich die Hände, statt sie ein ums andere Mal auszuschlagen." Bei VW tobt derzeit ein Kampf um die künftige Machtverteilung nach der angekündigten Übernahme durch Porsche. Am Dienstag verhandelt das Stuttgarter Arbeitsgericht über eine Klage des VW-Betriebsrats gegen die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche Holding, deren Teil VW nach der Übernahme durch Porsche sein wird. Eine schnelle Entscheidung in dem Konflikt wird aber nicht erwartet, stattdessen ein langes juristisches Tauziehen durch die Instanzen. "Egal, wie das Verfahren in erster Instanz ausgeht, eine der beiden Parteien wird mit Sicherheit vor das Landesarbeitsgericht gehen", sagte Osterloh. Die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche Holding benachteiligt aus Sicht des VW-Betriebsrats die VW-Belegschaft. Osterloh verlangte erneut eine "angemessene Beteiligung" der rund 360.000 VW-Beschäftigten. Die VW-Belegschaft dürfe im Vergleich zu den 11.000 Porsche-Beschäftigten nicht unterrepräsentiert sein. Es dürfe keine Arbeitnehmer erster und zweiter Klasse geben. Osterloh sagte, falls bei Porsche ein "ernsthafter Wille" erkennbar sei, die VW-Belegschaft bei der Mitbestimmungsvereinbarung angemessen zu beteiligen, stünde einer Lösung nichts im Weg. Er bedaure es, dass der Betriebsrat erstmals in der VW-Geschichte vor ein Gericht ziehen müsse, um Arbeitnehmerrechte zu erkämpfen.

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