Prognose: Boom der Billigheimer

15.05.2008 02:59 Uhr
Low-Cost-Hoffnung aus Wolfsburg: VW Up
© Foto: ddp / Torsten Silz

Laut einer aktuellen Studie wird der globale Low-Cost-Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 2017 auf 16 Millionen Einheiten wachsen. Der Produktionsschwerpunkt wird weiter auf den Schwellenmärkten Asiens liegen.

Laut einer aktuellen Studie wird der Markt für Low-Cost-Fahrzeuge bis 2017 ein Volumen von 16 Millionen hergestellten Einheiten umfassen. Nach einer Prognose des Beratungsunternehmens R. L. Polk wird das Segment mit einem Produktionsanstieg von über 70 Prozent in den nächsten zehn Jahren deutlich schneller wachsen als die weltweite Produktion, die um knapp 30 Prozent zulegen wird. Die Studie zeigt weiter, dass der globale Low-Cost-Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im vergangenen Jahr einen Produktionsanstieg um neun Prozent auf 9,4 Millionen Einheiten verzeichnete. Knapp 14 Prozent der Gesamtproduktion seien auf Fahrzeuge entfallen, die zu einem Preis von unter 10.000 Euro angeboten werden. Eine starke Expansionsphase erwarten die Marktforscher bereits mittelfristig für den Zeitraum von 2008 bis 2011, in dem zahlreiche neue Modelle wie zum Beispiel der Tata Nano, der VW Up! oder die neue Stufenhecklimousine von Toyota mit dem Codenamen EFC eingeführt werden. Laut Studie wird der Schwerpunkt der Low-Cost-Produktion weiter auf den Schwellenmärkten Asiens liegen, wo schon heute mit 4,7 Millionen Einheiten die Hälfte der Billigautos hergestellt wird. Vor allem der Erstmotorisierungsprozess in Indien werde dazu führen, dass sich das Volumen produzierter Billig-Modelle in Asien zukünftig auf mehr als neun Millionen Einheiten verdoppeln wird. Knapp 60 Prozent der Billigautos würden zukünftig allein auf dem asiatischen Kontinent (ohne Japan) hergestellt werden. Weiteres Wachstum werden die Märkte Lateinamerika und Russland leisten. Die russische Low Cost Produktion werde sich bis 2018 ebenfalls verdoppeln und dann über 1,6 Millionen Einheiten erreichen, heißt es in der Studie. Für die Märkte in China und Russland warnen die Marktforscher aber vor übertriebenen Erwartungen. Eine große, einkommensstarke Käuferschicht vollziehe den Einstieg direkt über ein höherpreisiges Fahrzeug. Für die gesättigten Triademärkte sehen die Experten dagegen nur ein begrenztes Low Cost-Potenzial. Strenge Emissions- und Sicherheitsstandards, die Konkurrenz durch Gebrauchtwagenmärkte und hohe Kundenanforderungen würden einen Low-Cost-Boom verhindern. (tk) Einen Überblick über die Entwicklung der globalen Low-Cost Märkte finden Sie zum Download in der Box.

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