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Studie: Auch neue Motorräder und Autos unnötig laut

"Unnötiger Lärm ab Werk ist auf der Straße nicht akzeptabel und belastet Gesundheit und Nerven aller", so UBA-Präsident Dirk Messner.
© Foto: irontrybex/stock.adobe.com

Das Umweltbundesamt hat in einer Studie die Lärmemissionen von neuen Motorrädern und Autos untersucht. Die Behörde bemängelt deren hohe Lautstärke außerhalb der Prüfbereiche.


Datum:
02.09.2020
1 Kommentare

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Verschiedene fabrikneue Motorräder und Sportwagen sind nach einer Studie des Umweltbundesamts unnötig laut. Sie erfüllen zwar die Zulassungsvorschriften, sind aber außerhalb der Prüfbereiche drastisch lauter, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Erreicht werde diese "Soundkulisse" mit Hilfe von Klappen und zum Teil auch Lautsprechern im Abgasstrang. "Der Lärmschutz und die Nöte lärmgeplagter Bürgerinnen und Bürger kommen dabei unter die Räder", beklagte UBA-Präsident Dirk Messner. Nötig sei eine Pflicht für Hersteller, Motorräder und Autos so leise zu bauen, wie der Stand der Technik es zulässt. "Unnötiger Lärm ab Werk ist auf der Straße nicht akzeptabel und belastet Gesundheit und Nerven aller."

Untersucht hat das UBA drei Motorräder und drei Autos, die für "sportlichen" Sound bekannt sind - sowohl unter den gesetzlichen Typ-Prüfbedingungen als auch unter "worst case"-Bedingungen in der Praxis außerhalb des Prüfbereichs. Das Fazit der Behörde: Die erst kürzlich überarbeiteten, internationalen Geräusch-Zulassungsvorschriften sind ungeeignet, extreme Lärmemissionen im Straßenverkehr zu unterbinden. Die Vorschriften sollten so erweitert werden, dass die Geräusche "im gesamten Kennfeld des Fahrzeugs" begrenzt werden. Bisher gebe es aber eine Fokussierung des Prüfverfahrens auf Fahrbedingungen innerorts.

Mitte August hatte eine Umfrage ergeben, dass eine große Mehrheit der Deutschen zumindest ein zeitweises Fahrverbot für laute Motorräder auf bestimmten Strecken unterstützt. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer lehnt Verschärfungen für Motorradfahrer hingegen ab.

"Dringender Handlungsbedarf"

Der Bundesrat hatte Mitte Mai einen Beschluss gefasst, in dem er "dringenden Handlungsbedarf" sah, für besondere Konfliktfälle Geschwindigkeitsbeschränkungen und "zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen aus Gründen des Lärmschutzes" zu ermöglichen. Die Entschließung wurde der Bundesregierung zugeleitet - diese entscheidet, ob sie die Anregung des Bundesrates umsetzt.

Anfang Juli hatten Tausende Biker in ganz Deutschland gegen die Initiative des Bundesrats demonstriert. Allein in Stuttgart waren 8.000 Motorradfahrer zusammengekommen, in München waren es laut Polizei mehr als 6.000 Menschen. (dpa)

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KOMMENTARE


Otto-Leonhard Peus

03.09.2020 - 09:53 Uhr

Es war früher immer das Bestreben, dass Fahrzeugmotoren möglichst ruhig und leise laufen. Dieses Bestreben hat sich in weiten Kreisen total geändert. Ein nicht unerheblicher Teil der Käufer-Klientel braucht offenbar zur Erzeugung eines trügerischen Selbstwertgefühls Lautstärke. Diese Lautstärke wird durch aufwändige Technik zusätzlich erkauft, stört viele Verkehrsteilnehmer erheblich und ist so überflüssig wie ein Kropf. Sie hilft nur den Leuten, die unter erheblichen Minderwertigkeits-Komplexen leiden. Auch in diesem Falle macht sich die ständige Zunahme der Rücksichtslosigkeit auf der Straße bemerkbar; Blinken ist auch immer weniger gebräuchlich. Was geht es andere an, ob, wann, wohin ich abbiege? Und beim Abbiegen dann: Hauptsache ich bin in der Kreuzung - ob hinter mir noch weitere Verkehrsteilnehmer auch mit in den Kreuzungsbereich einfahren können, interessiert mich nicht! Egoismus und Gedanken-Losigkeit in höchstem Maße. Bedauerlich, aber wahr! Dipl.-Ing. Otto-Leonhard Peus, Essenö.b.u.v. Sachverständiger für Strassenverkehrsunfälle


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