Der Renault-Konzern hat im ersten Halbjahr 2026 weltweit 1,17 Millionen Fahrzeuge verkauft und damit nahezu das Vorjahresniveau gehalten. Mit einem leichten Rückgang von 0,4 Prozent setzt der französische Autohersteller nach eigenen Angaben weiter auf margenstarkes Wachstum, eine höhere Verkaufsqualität und die beschleunigte Elektrifizierung seiner Modellpalette.
Die Kernmarke Renault legte vor allem außerhalb Europas zu. Starke Zuwächse verzeichnete das Unternehmen in Indien (plus 61,2 Prozent), der Türkei (plus 15,4 Prozent), Marokko (plus 13,7 Prozent) und Brasilien (plus 5,3 Prozent). Insgesamt stiegen die Verkäufe der Kernmarke Renault weltweit um 2,6 Prozent auf 829.518 Fahrzeuge.
In Europa setzte die Renault-Konzern 821.092 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ab. Die Franzosen behaupteten damit Platz zwei im europäischen Markt. Besonders erfolgreich entwickelt sich die Elektromobilität: Der Renault 5 E-Tech ist laut Unternehmen der meistverkaufte Stromer im europäischen Kleinwagen-Segment.
Elektrifizierte Fahrzeuge machten im ersten Halbjahr bereits 52 Prozent des europäischen Konzernabsatzes aus. Der Anteil batterieelektrischer Modelle lag bei 18,8 Prozent. Bei der Stammmarke Renault waren sogar zwei von drei verkauften Fahrzeugen elektrifiziert.
Renault Bridger Concept
Absatzstrategie: Weniger Volumen, mehr Ertrag
Im Mittelpunkt der Strategie steht weiterhin die Konzentration auf profitable Vertriebskanäle, wie Renault mitteilte. In den fünf größten europäischen Märkten entfielen 60 Prozent der Pkw-Verkäufe der Renault Group auf Privatkunden. Das liege 17,7 Prozentpunkte über dem Marktdurchschnitt und entspricht einem Plus von 3,8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr, hieß es. Gleichzeitig reduzierte der Konzern sein Engagement in margenschwächeren Absatzkanälen wie Kurzzeitvermietungen.
Flankiert wird die Strategie durch ein konsequentes Restwertmanagement. Nach Unternehmensangaben liegen die Restwerte der Konzernmarken europaweit zwischen vier und 13 Prozentpunkten über denen vergleichbarer Wettbewerber. Für zusätzliche Planungssicherheit sorgt ein stabiler Auftragsbestand, der Ende Juni einem Vorlauf von 2,1 Monaten entsprach.
Renault Twingo E-Tech Test (2026)
Nfz-Geschäft wächst zweistellig
Auch das Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen entwickelte sich in den ersten sechs Monaten positiv. Renault steigerte seinen Absatz in Europa um 11,7 Prozent und behauptete damit den zweiten Platz im Markt. Der Renault Master blieb nach Firmenangaben führend im Segment der großen Transporter.
Während Renault zulegte, verzeichnete Dacia im ersten Halbjahr einen Rückgang. Die rumänische Budget-Marke verkaufte europaweit 284.021 Fahrzeuge und lag damit 8,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dennoch behauptet sich Dacia im Privatkundengeschäft. Der Sandero bleibt das meistverkaufte Auto Europas über alle Vertriebskanäle hinweg.
Dacia Striker
Alpine mit Rekordergebnis
Deutliches Wachstum verzeichnete zudem die Sportwagenmarke Alpine. Die Verkäufe stiegen um 67,6 Prozent auf 8.222 Fahrzeuge – so viele wie noch nie in einem ersten Halbjahr. Wesentlichen Anteil daran hatte der elektrische A290, während der neue Crossover A390 den Einstieg der Marke in ein weiteres Marktsegment markiert.
Für das zweite Halbjahr kündigt Renault weitere Modellneuheiten an, darunter den elektrischen Trafic, die Dacia-Modelle Sandero Hybrid, Spring und Striker sowie die Alpine A390 GTS. Hinzu kommen neue Elektro- und Hybridmodelle für internationale Märkte. Damit will der Konzern seinen Wachstumskurs bei elektrifizierten Fahrzeugen fortsetzen.