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Traditionsmarke: Borgward hält an Expansionsplänen fest

Die limitierte Erstlingsversion des Borgward BX7 ist mittlerweile ausverkauft.
© Foto: Borgward

Mit einem ungewöhnlichen Konzept hat sich die traditionsreiche Automarke Borgward wieder auf den deutschen Markt gewagt. Wichtige Bausteine der Strategie lassen jedoch noch auf sich warten.


Datum:
02.01.2019
2 Kommentare

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Borgward hält trotz einiger Hürden und Verzögerungen an seiner Strategie und den Plänen für ein Werk in Deutschland fest. Seit dem Marktstart im vergangenen Sommer habe sich daran nichts geändert, betonte ein Sprecher. Man sei zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Geschäfte. Ob und wann Borgward mit dem geplanten Bau einer Produktionsstätte in Bremen beginnen kann, ist allerdings immer noch unklar.

Auch das "Brand Center" am Hauptsitz in Stuttgart, wo die wiederbelebte Marke ihre Autos präsentieren will, wurde entgegen den ursprünglichen Plänen noch nicht eröffnet. Zudem hat mit Xiuzhan Zhu erst im November ein neuer Chef sein Amt angetreten (wir berichteten).

Zum Jahresende ist die seit April 2017 bestehende Reservierung für eine 140.000 Quadratmeter große Fläche im Güterverkehrszentrum Bremen ausgelaufen, so dass nun auch andere Interessenten wieder zum Zuge kommen könnten. Aus Sicht von Borgward ändere das aber nichts. "Wir sind mit Bremen im Austausch", hieß es. Ein Sprecher des Bremer Wirtschaftssenators sagte, es sei klar gewesen, dass Reservierungen nicht ewig bestehen könnten. Aber: "Die Tür für Borgward bleibt offen."

Borgward war einer der bekanntesten Autohersteller Deutschlands, ging aber Anfang der 1960er Jahre pleite. Christian Borgward, Enkel des Firmengründers, belebte die Marke wieder. Sie gehört heute zum Lastwagenhersteller Foton aus China, wo die Autos bisher auch produziert werden. Seit dem vergangenen Sommer sind sie auch in Deutschland zu kaufen – einzig über einen Online-Vertrieb ohne eigene Autohäuser oder Werkstätten.


Borgward BX7 TS Limited Edition

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Kooperation mit ATU soll wachsen

Den Service übernimmt die bundesweit vertretene Werkstattkette ATU. Die Kooperation sei gut gestartet, hieß es von dort. "Bisher gab es nur wenige Servicefälle, die jedoch für die Kunden professionell und vereinbarungsgemäß bearbeitet werden konnten", berichtete ein ATU-Sprecher. Die Zusammenarbeit solle schrittweise wachsen.

Etwa 110.000 Autos hat Borgward nach eigenen Angaben bisher insgesamt in 20 Ländern verkauft. Angaben zum Absatz in Deutschland will die Firma nicht machen, die zum Start einzig erhältliche limitierte Version des Stadtgeländewagens BX7 sei mittlerweile aber ausverkauft – eine niedrige dreistellige Zahl. Nun werde das Standardmodell des BX7 angeboten. Anfang kommenden Jahres soll die kleinere Variante BX5 folgen, in der zweiten Jahreshälfte ein elektrisch betriebener SUV.

Für das Werk in Bremen bräuchte Borgward die Zustimmung aus China, die bislang aber nicht vorliegt. Eigentümer Foton will sich zudem von zwei Dritteln des Unternehmens trennen und sucht einen Investor, wie der Borgward-Sprecher bestätigte. 2017 hatte das Unternehmen angekündigt, mit dem Bau des Montagewerks bis Anfang 2018 zu beginnen, geplanter Produktionsstart war 2019. Beim Marktstart im Sommer war dann kein konkreter Zeitpunkt mehr genannt worden.

Dass das "Brand Center" noch nicht geöffnet sei, liege an unerwartet umfangreichen Bauarbeiten. "Das hat uns Zeit gekostet", erklärte der Sprecher. Nun soll es in der ersten Hälfte 2019 so weit sein. (dpa)

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KOMMENTARE


Carajan

02.01.2019 - 15:22 Uhr

Die Pläne eine neue Marke im europäischen Raum zu platzieren erscheinen mir im Falle von Borgward sehr optimistisch. Das beste ist eigentlich nur der Markenname BORGWARD, der allerdings vielen jüngeren Semestern auch nicht mehr viel sagen wird. Das was an Modellen auf dem Markt ist, klingt sehr übersichtlich und ist auch nur Hausmannskost zu marktüblichen Preisen - dazu ein nicht vorhandenes Händlernetz und Service über eine schon mehrmals in Schwierigkeiten geratene FREIE WERKSTATTKETTE. Das wir nicht reichen um sich z. B. in Deutschland einen Namen zu machen. Noch weiter sind daher auch die Aussichten auf ein Montagewerk in Bremen, schon allein die Lohnkosten sind hier eine Hürde......


Carl Berg

03.01.2019 - 12:26 Uhr

Ich von meiner Seite würde so ein billiges China-Fahrzeug nicht kaufen oder fahren wollen. Auch wenn Borgward draufsteht, ist es doch nur ein billiger Abkaltsch von einst hochwertigen Quialitätsprodukten aus heimischer Produktion. Das ändert auch nicht der Umstand, dass die Fahrzeuge zukünftig hier gebaut werden sollen. Bei ihrer Produktion müssen sie sich nämlich auch hier an die "strengen" chinesischen Produktionsvorgaben halten - und die sind stets auf Profit und Masse gebürstet. Wie solche Fahrzeuge dann aussehen und welche Qualität sie haben, zeigt sehr schön an der britischen Traditonsmarke MG, die jetzt Chinesen gehört. Ähnlich im Motorradsektor, wo man mit deutschen Markennamen wie Kreidler oder Zündapp versucht, billigst in China bei Quin Qui produzierte Kräder hier abzusetzen... Warum sind wir eigentlich nicht in der Lage, solche Traditionsmarken selbst wieder auferstehen zu lassen? Aber wenn ich mir unsere Investoren und Manager ansehe, liegt die Antwort (leider) klar auf der Hand.


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