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Fahrbericht Cadillac XT4: Neuanfang mit Crossover

Fahrbericht Cadillac XT4
Neuanfang mit Crossover
Der XT4 ist der bislang kleinste Cadillac.
© Foto: Cadillac

Die US-Edelmarke Cadillac steht für amerikanische Straßenkreuzer und Riesen-SUV. Nun bringt sie ihr bislang europäischstes Modell auf den Markt.

Von Holger Holzer/SP-X

Cadillac wagt einen kleinen Neuanfang in Deutschland. Mit dem nun startenden XT4 nimmt die US-Premiummarke ihr bislang kompaktestes und günstigstes Modell ins Programm. Das SUV will mit schnittigem Karosseriedesign und umfangreicher Ausstattung vor allem gegen Audi Q3, Jaguar E-Pace und Volvo XC40 punkten. Mindestens 35.800 Euro sind zu investieren.

Die Zeit der barock-plüschigen Straßenkreuzer ist bei Cadillac lange vorbei. Zuletzt versuchte es die Marke in Deutschland vor allem mit großen, starken und teils sehr fahraktiven Prestige-Limousinen. Der Erfolg war allerdings trotz überwiegend wohlwollenden Kritikerlobs überschaubar; die Modelle sind mittlerweile wieder vom Markt verschwunden, zwischenzeitlich war offiziell gar kein Cadillac-Neuwagen in Deutschland zu haben. Nun will es die General Motors-Tochter in einem deutlich absatzträchtigeren Segment noch einmal wissen: in der Boom-Klasse der kompakten Crossover.

Die erste Etappe des Neustarts ist Cadillac dabei durchaus gelungen: Mit seiner scharf geschnittenen Schneepflug-Front und den sensenförmigen Leuchten sticht der XT4 aus der Masse des längst überlaufenen Segments hervor. Die Expressivität der Karosserie findet allerdings nicht so recht den Weg in den eher konservativ gestalteten Innenraum. Chrom und Leder sorgen dort zwar für ein durchaus wertiges Ambiente, die kleinen Bildschirme, die zahlreichen Tasten und die schmucklosen Analog-Instrumente wirken aber im Vergleich zu den europäischen Konkurrenten leicht altbacken. Das dürfte allerdings nicht zuletzt daran liegen, dass der XT4 in den USA und China bereits seit rund zwei Jahren auf dem Markt ist und hierzulande also erst mit Verzögerung aufschlägt.

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Cadillac XT4 (2019)

Hoher Bedienkomfort, vorne viel Platz

Wer auf Top-Modernität verzichten kann und eher den klassischen Innenraum-Tugenden zugeneigt ist, darf sich aber durchaus von dem Ami vereinnahmen lassen. Die verbindlich gepolsterten Ledersessel machen auch auf langen Strecken keinen Ärger, Head-up-Display, elektrische Heckklappe sowie ein Rundum-Kamera-System sorgen für hohen Bedienkomfort und über all das wacht ein kleine Armee von Assistenzsystemen, die nach Möglichkeit unaufdringlich mittels Vibration warnen, statt wild herumzupiepsen. Dazu kommt ein Platzangebot, das vor allem vorne sehr großzügig ausfällt. Auch im Fond lässt es sich bei voller Fahrzeugbesetzung als Erwachsener gut aushalten, speziell die Kniefreiheit erinnert an Fahrzeuge aus höheren Klassen. Etwas enttäuschend fällt jedoch der Kofferraum mit seinen mageren 637 Litern aus. Verwunderlich vor allem, weil der XT4 mit rund 4,60 Metern länger ausfällt als die meisten Wettbewerber und eine Art Zwischenschritt vom Kompakt- zum Mittelklasse-SUV bildet.

Mit seinem für Cadillac fast schon handlichen Zuschnitt passt der XT4 trotzdem von vornherein besser auf deutsche Straßen als etwa das Dickschiff Escalade. Und auch das Fahrwerk wirkt europäischer als man es von einem Amerikaner erwarten würde, fällt es doch wie auch die Lenkung durchaus verbindlich und straff aus. Dazu gesellt sich mit dem eigens für die Marke entwickelten Diesel ein ebenfalls traditionell europäischer Motor: Der Vierzylinder klingt meist kultiviert, bietet ordentlichen Durchzug und einen guten Antritt. Dabei hilft auch die aufmerksame Neungangautomatik, die flott runter- und effizient hochschaltet. Eine aufwendige elektrische Unterstützung – etwa durch eine milde Hybridisierung – spart sich Cadillac hier. Der Normverbrauch von 6,4 Litern (6,9 Liter beim Allradmodell) fällt auch deshalb um einiges höher aus als bei der deutschen und britischen Premium-Konkurrenz. Immerhin wirken die im Datenblatt hinterlegten Werte nach den ersten Testkilometern nicht komplett unrealistisch.

Standardvarianten kommen zum Jahresende

Die Preisliste für das aktuell einzige Cadillac-Modell ist übersichtlich geraten. Zum gerade erfolgten Start gibt es zunächst nur zwei Sondermodelle. In der "Launch Edition", die ausschließlich mit Frontantrieb kombinierbar ist, wartet der XT4 ab 42.900 Euro unter anderem mit 18-Zoll-Felgen und Zierteilen in Metalloptik auf. Wer mindestens 47.100 Euro investiert, erhält die "Launch Sport Edition" mit 20-Zöllern, schwarz glänzenden Karosserie-Applikationen und LED-Heckleuchten. Optional ist für diese Variante auch der Allradantrieb hinzu buchbar, dann stehen 49.200 Euro auf der Rechnung. Zum Jahresende kommen dann die Standardvarianten zum Händler, wodurch der Einstiegspreis auf 35.800 Euro sinkt. Zeitgleich nimmt Cadillac mit dem 174 kW / 237 PS starken 2,0-Liter-Turbobenziner auch eine Antriebsalternative ins Programm.

Viel Unterstützung aus eigenen Reihen darf der XT4 nicht erwarten. Bis auf weiteres bleibt er das einzige Europa-Modell von Cadillac. Weder der große Bruder XT5 noch eine der Limousinen soll nach aktuellem Stand für den hiesigen Markt angepasst werden. Immerhin ergänzt demnächst die neue Generation des Sportwagens Corvette das Showroom-Ensemble der elf deutschen Vertriebspartner. 


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