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Fahrbericht Mitsubishi Space Star: Markantes Gesicht im Zwergenreich

Fahrbericht Mitsubishi Space Star
Markantes Gesicht im Zwergenreich
Mit seinem neuen, moderneren Auftritt könnte der Space Star endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die er verdient.
© Foto: Mitsubishi

Der Mitsubishi Space Star ist bislang eines der günstigsten Angebote unter den Kleinstwagen. Die Neuauflage strebt nicht nur diesbezüglich nach etwas Höherem.

Von Peter Maahn/SP-X

Ein erfolgreiches Auto, das es nicht geschafft hat, auch berühmt zu werden. Obwohl alleine im Jahr 2019 bis jetzt gut 20.000 Mitsubishi Space Star ein neues deutsches Nummernschild erhielten, ist der japanische Mini nicht wirklich auf dem Radar des Interesses, wird sicher nur von wenigen Fans im Straßenbild als solcher erkannt. Vielleicht ändert sich das ja mit Erscheinen der neuesten Version des fünftürigen Winzlings mit dem Kleinstwagen-Gardemaß von 3,85 Metern. Jetzt zeigt er endlich ein markantes Gesicht in der Menge seiner Rivalen aus dem Reich der Zwerge.

Er darf nämlich nun auch das neue Antlitz seiner größeren Brüder zeigen, dem die hauseigenen Marketing-Experten den modernistischen Namen "Dynamic Shield" verliehen. Es besteht hauptsächlich aus einer doppelten Chromspange, die die Pausbacken unter den Scheinwerfern umrahmt und so zumindest optisch für den erhofften dynamischen Eindruck sorgt. Hinzu kommen zwei kleine Nebelleuchten in eigenen Gehäusen. Ein Querfalz unterhalb der Rückscheibe lässt ihn für die Hinterherfahrer breiter wirken als er mit seinen gerademal 1,67 Metern wirklich ist.

Der Längenzuwachs von gut fünf Zentimetern kommt leider nicht dem Fußraum der Rücksitzpassagiere zu Gute, sondern ist verschärften Crash-Regularien geschuldet, denen sich eben auch ein Kleinstwagen unterwerfen muss. Dennoch ist das Gestühl im jetzt 3,85 Meter langen Space Star zumindest für zwei Erwachsene durchaus erträglich, wenn sie denn nicht die ganze Republik von Norden nach Süden durcheilen wollen. Möglich wäre sogar ein dritter Fond-Mitreisender, dann allerdings muss sich das Trio schon sehr mögen und Kuschelkontakt nicht scheuen.

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Mitsubishi Space Star (2020)

Leider stand der einstige Preisbrecher mit dem kleinen Einliter-Dreizylinder und bescheidenen 53 kW / 71 PS noch nicht zu Testfahrten bereit. Schade, denn mit seinem Einstiegskurs von 6.990 bis 9.990 (je nach Sondermodell) galt er als eine der günstigsten Möglichkeiten auf vier Rädern mit festem Dach unterwegs sein zu können. Natürlich gibt es auch den Neuen mit dem kleinen Triebwerk. Er wird künftig für 10.490 Euro zu haben sein und dafür Extras wie Licht- und Regensensor, E-Fenster vorne und manches mehr so für den Basispreis an Bord haben.

Aufsteiger im Verkaufsblick

Jetzt musste zunächst der stärkere Vertreter des Space-Star-Duos erste Testfahren über sich ergehen lassen. Ihn treibt ein 1,2-Liter-Dreizylinder mit immerhin 59 kW / 80 PS an. Start per Knopfdruck ohne lästiges Schlüsseldrehen, da dieser "Raum-Stern" eben vieles serienmäßig bietet, was heute so begehrt ist. LED-Tagfahrlicht, Alu-Räder, Tempo- und Klimaautomatik. Rückfahrkamera, Notbremssystem mit Fußgängererkennung oder einen Sieben-Zoll-Bildschirm. Der Schnäppchenpreis seines schwächeren Brudermodells schießt auf 16.890 Euro. Durchaus eine selbstbewusste Ansage der Japaner, die damit auch die zufriedenen Aufsteiger des Vormodells im Verkaufsblick haben.

Denn das Fahrgefühl des Kleinen kann durchaus überraschen, es fängt schon beim Flüstern des Motors beim Start an. Erst wenn die Herde der 80 Pferde vom Schritt in den Trab schaltet, meldet sich das für diese Art von turbolosen Motoren recht typische Geräusch. Nicht nervig unangenehm, aber eben nicht wirklich kraftvoll. Woher auch? Wenn es ums Galoppieren geht, sollte das Radio vorher lauter gedreht werden. Die Anstrengung des Triebwerks, mit den Wünschen seinen Fahrers Schritt zu halten, beherrscht akustisch den Innenraum. Um die Anstrengung der Kraftquelle zu mildern, muss oft hin- und hergeschaltet werden, um sich der idealen Drehzahl zu nähern. So sind dann auch 180 km/h möglich.

Sensationeller Wendekreis

Aber Hand aufs Herz. Für die wilde Hatz ist ein Auto wie der Space Star nun gar nicht gebaut. Ideal für den Großstadtdschungel, die Einkaufsfahrt von Singles, aber auch der Zweit- oder gar Drittwagen für die urbane Familie. Der sensationelle Wendekreis von 9,20 Metern gehört ebenso zu den dicken Pluspunkten wie die Leichtigkeit der Bedienung und das zwar nicht hochwertige, aber ordentliche Ambiente.

Mit seinem neuen, moderneren Auftritt könnte der Space Star endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die er verdient. Und vielleicht könnte er auch wieder mit einem besonders verlockenden Preis locken. Deutschland-Chef Kolja Rebstock jedenfalls schließt besondere "Black-Friday"-Aktionen wie beim Vormodell nicht aus.

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