Bei den britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover sitzt künftig der indische Autobauer Tata Motors am Steuer. Der mit Milliardenverlusten kämpfende US-Konzern Ford verkauft die beiden Branchen-Ikonen für 2,3 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro) in bar an den rasch expandierenden indischen Hersteller. Was so manchen Automobilisten noch befremden dürfte, belegt eindrucksvoll die Kräfteverschiebung in der Weltwirtschaft. Die neuen, rasant aufstrebenden Giganten kommen aus Staaten wie Indien und China. Ein traditionsreicher Autokonzern wie Ford schaffte es dagegen nicht, den Mythos der Nobelmarken Jaguar und Land Rover profitabel neu zu beleben. Der Zusammenprall der Kulturen könnte größer kaum sein: Tata Motors gilt als Inbegriff des neuen Trends zum Billigauto: Gerade mal 1.700 Euro soll der im Januar präsentierte „Nano“ kosten - rund ein Zwanzigstel des Einstiegspreises für einen Jaguar (wir berichteten). Ob das unter ein Dach passt, ist für viele Marketingstrategen völlig offen. Wie werden betuchte Käufer in Europa und den USA auf die neuen indischen Besitzer reagieren? Autoexperten trauen Tata Motors zu, mit seinen prall gefüllten Kassen die zwei Traditionsmarken wieder aufblühen zu lassen. (red)
Umgekehrte Kolonialverhältnisse
Tata kauft Jaguar und Land Rover für 2,3 Mrd. Dollar – und zahlt bar.