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Neue Technik verändert Autodesign: Die Funktion bestimmt das Format

Neue Technik verändert Autodesign
Die Funktion bestimmt das Format
Volvos Konzeptauto 360c hat ebenfalls keinen Fahrer und dient als Langstrecken-Shuttle, in dem man sogar im Bett schlafen kann.
© Foto: Volvo

Außendisplays, keine Außenspiegel, keine Motorhaube und drinnen ein Bett: Wenn die Zukunftstechnik das Design bestimmt, sehen unsere Autos künftig deutlich anders aus – einen Vorgeschmack gibt es heute schon.

Von Hanne Schweitzer/SP-X

In den Anfangszeiten ähnelte das Automobil seinem Vorgänger, der Kutsche. Mit Jahrzehnten des Technikfortschritts veränderte sich auch das Design: Vielzylindrige, längs eingebaute Motoren führten zu endlos langen Motorhauben, verbrauchsgetriebene Entwicklung im Windkanal ließ die Wagen aerodynamischer werden bis hin zur Keilform und im Innenraum sorgte fortschrittliche Sicherheitstechnik zum Beispiel in Form von Airbags für üppigere Verkleidungen und massigere Lenkräder. Die immer rascher voranschreitende Entwicklung beeinflusst auch in kommenden Jahren das Aussehen unserer Autos, fünf Beispiele.

Stärker verkleidete, aerodynamische Felgen

Bereits auf der Straße zu sehen, wenn auch längst nicht flächendeckend, sind gestalterische Änderungen, die die Elektromobilität mit sich bringt. Weil Elektromotoren beispielsweise keine Kühlluftöffnung in der Front brauchen, ist schon bei heutigen Modellen wie BMW i3 oder Kia Soul der Kühlergrill durch eine glatte Fläche ersetzt. Die geschlossene Front charakterisiert auch kommende, speziell für den E-Antrieb designte Modelle wie den voraussichtlich Ende 2019 in Serie gehenden Kompakt-Stromer von VW, der Medienberichten zufolge Neo heißt und dessen gestalterisches Vorbild das Konzeptauto von 2016 ist. Der Nachfolger der Elektro-Golf greift auch ein anderes Stilmerkmal auf, das heutige E-Autos wie den Hyundai Kona Elektro bereits kennzeichnet: die aerodynamischen Felgen. Sie sind stärker verkleidet und sollen dadurch für weniger Verwirbelungen sorgen und den Luftwiderstand verringern, was sich positiv auf die Reichweite auswirkt.

Schon in Sicht ist eine weitere Neuheit, die voraussichtlich ab dem kommenden Jahr Autos anders aussehen lässt. Die seit Jahren in ihren Ausmaßen gewachsenen Außenspiegel gehören damit bald der Vergangenheit an. Ersetzt werden sie durch Kameras, die das Verkehrsgeschehen seitlich und hinter dem Fahrzeug auf Bildschirme im Innenraum übertragen. Weltweit erstes Auto mit der Funktion ist die zunächst in Japan erhältliche Mittelklasse-Limousine ES. Auch für das voraussichtlich Ende des Jahres startende Elektro-SUV Audi E-Tron ist die Funktion angekündigt. Die neue Technik soll Vorteile bei Luftwiderstand, Fahrkomfort und Sicherheit bringen. Und natürlich mehr gestalterische Freiheit für die Designer, sehen doch die schlanken Kamerahalter deutlich eleganter aus als herkömmliche Außenspiegel.

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Technik ändert Autodesign
VW-LichttechnikVolvo Konzeptstudie 360c

Etwas weiter in die Zukunft geblickt hat die wiederum die E-Mobilität grundsätzlichere Auswirkungen auf das Design: Weil E-Motoren deutlich kompakter bauen als Benziner oder Diesel schrumpfen die Motorhauben und die A-Säule kann weiter vorn angesetzt werden. Auch der Einsatz der Batterien im Fahrzeugboden trägt zur Neuausrichtung bei: Kurze Motorhaube, kurze Überhänge, dafür ein langer Radstand und ein insgesamt höher bauendes Fahrzeug. Das schafft im Innenraum mehr Platz – so soll der kommende VW-Stromer auf einer kleineren Stellfläche als ein Golf innen so viel Platz wie ein Passat bieten.

Displays könnten Kommunikation mit der Umwelt übernehmen

Als anderer wichtiger Techniktrend wird das autonome Fahren die Autogestaltung deutlich beeinflussen. Vor diesem Hintergrund bekommt beispielsweise die Fahrzeugbeleuchtung neue Aufgaben, sie greift aktiv in die Kommunikation mit der Umwelt ein. Relativ simpel und eher durch gesetzliche denn technische Hürden von der Serienreife getrennt sind kommunizierende Rückleuchten. Eine von VW erdachte Rückleuchte beispielsweise kann mithilfe von knapp 200 LED Text in Laufschrift oder Symbole darstellen und damit andere Verkehrsteilnehmer vor Stau oder Glätte warnen. In einer weiteren Entwicklungsstufe, wenn das Auto überhaupt keinen Fahrer mehr hat, könnten Displays außen am Fahrzeug Kommunikation mit der Außenwelt übernehmen, zum Beispiel einem Fußgänger signalisieren, dass er gefahrlos die Straße überqueren kann.

Fährt das Auto ohne Fahrer, wird sich nicht zuletzt die Innenraumgestaltung radikal ändern. Verschiedene Hersteller haben dazu bereits Ideen vorgestellt, in diesem Jahr hat beispielsweise Renault mit der Studie EZ-GO ein Roboter-Taxi gezeigt, auf dem die Passagiere auf einem Sofa in U-Form Platz nehmen. Volvos Konzeptauto 360c hat ebenfalls keinen Fahrer und dient als Langstrecken-Shuttle, in dem man sogar im Bett schlafen kann.


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