60 Jahre Audatex und 30 Jahre AUTOonline: Gemeinsam blickten beide Marken im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung für Kunden, Partner und Branchenvertreter in der Motorworld Köln auf eine quasi 90-jährige Geschichte zurück. Schadenabwicklung, Reparatur und die digitale Transformation dieser Prozesse auf dem deutschen Markt hatten sie maßgeblich geprägt.
Die Anfänge beider Unternehmen
Audatex wurde 1966 in Minden gegründet und entwickelte einen der ersten systematischen Ansätze der Branche zur Berechnung von Fahrzeugschäden; damit legte das Unternehmen den Grundstein für die heutigen digitalen Schadenprozesse. Dreißig Jahre später folgte AUTOonline: 1996 als Börse für Unfall- und Restwertfahrzeuge (Salvage & Remarketing) gegründet, entwickelte sich das Unternehmen zu einer führenden europäischen Plattform für den An- und Verkauf von Unfall- und Gebrauchtfahrzeugen. Seit 2015 agieren beide Marken in Deutschland unter dem Dach von Solera und vereinen so jahrzehntelange Expertise in den Bereichen Schadenmanagement, Reparatur und Fahrzeugvermarktung.
Statement von Deutschland-Chef Blöink
"Das Jubiläum bietet uns eine hervorragende Gelegenheit, die Geschichte von Solera in Deutschland mit der zukünftigen Ausrichtung des Unternehmens und der Branche zu verknüpfen“, sagte Dr. Ingo Blöink, Vice President Sales Germany bei Solera. "Die deutsche Automobilindustrie befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Strukturwandels. Die Fragen, die uns unsere Kunden heute stellen – zu Elektrofahrzeugen und ethischem Umgang mit Daten, zu Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit sowie zu vernetzten Arbeitsabläufen im gesamten Reparatur- und Schadenmanagement-Ökosystem –, sind genau jene Fragen, bei deren Beantwortung Audatex und AUTOonline unterstützen sollen. Auch nach 60 Jahren ist dies nach wie vor unsere Aufgabe: der Branche die Daten und die Sicherheit zu liefern, die sie für ihre Weiterentwicklung benötigt."
Schneller BEV-Zuwachs
Das Jubiläum fällt in eine entscheidende Phase für den deutschen Automobilsektor. Die eigenen Schaden- und Reparaturdaten von Solera verdeutlichen, wie sich die Grundlagen des Fahrzeugbesitzes im Hintergrund wandeln. Dieser Wandel ist am Markt bereits sichtbar: Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) erreichten batterieelektrische Fahrzeuge im Juli 2026 einen Rekordanteil von 29,3 Prozent an den Pkw-Neuzulassungen in Deutschland – ein deutlicher Anstieg gegenüber 18,4 Prozent im Vorjahr.
E-Reparaturkosten "nur" 9,1 Prozent über den von Verbrennern
9,1 Prozent Die Daten von Solera zu Unfallreparaturen liefern zudem präzise Einblicke in die praktische Ausgestaltung dieses Übergangs. Bei der Analyse von rund einer Million Schadenfällen bei Pkw, die jünger als vier Jahre waren – darunter 620.000 Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb, 244.000 Hybridfahrzeuge und 165.000 reine Elektrofahrzeuge –, ermittelte Solera für das Jahr 2026 durchschnittliche Reparaturkosten pro Schadenfall von 2.987,79 Euro für Elektrofahrzeuge, 2.605,94 Euro für Hybridfahrzeuge und 2.738,05 Euro für Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb. Dies entspricht einem Aufschlag von rund 9,1 Prozent bei Elektrofahrzeugen gegenüber konventionellen Modellen, während die Kosten bei Hybridfahrzeugen etwa 4,8 Prozent unter diesem Referenzwert lagen.
Von dieser Differenz von rund 250 Euro pro Schadensfall entfallen laut Solera-Daten:
- 112 Euro auf höhere Arbeitslöhne bei bestimmten Reparaturen
- 56 Euro auf eine größere Anzahl verwendeter Ersatzteile
- 55 Euro auf höhere Lackierkosten
- 27 Euro auf Lackmaterialien
"Instandsetzungstrend vermehrt bei E-Autos"
Bemerkenswert erscheint, dass die Daten eine weit verbreitete Branchenannahme nicht stützen, wonach Elektrofahrzeuge vor allem deshalb teurer in der Reparatur seien, weil Werkstätten Komponenten eher austauschen als reparieren: Tatsächlich zeigen Elektrofahrzeuge bei Unfallschäden eher eine Tendenz zur Reparatur als zum Austausch von Teilen – im Gegensatz zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Genau aus diesem Grund sind für Solera detaillierte, kontrollierte Daten von entscheidender Bedeutung: Ohne sie läuft die Branche Gefahr, falsche Schlüsse darüber zu ziehen, was die Betriebskosten von Elektrofahrzeugen tatsächlich in die Höhe treibt.
Neue "Datenpipeline"
Soleras Antwort auf diese Diskrepanz zwischen Annahme und Faktenlage ist der sogenannte "Ethical Data"-Ansatz: Dabei handelt es sich um kontrollierte, prüfbare Datenpipelines, die gemeinsam mit OEMs und Industriepartnern entwickelt wurden. Ziel ist es, Versicherern, Werkstätten und Händlern bei Elektrofahrzeugen dasselbe Vertrauen zu vermitteln, das sich die Branche über neunzig Jahre hinweg bei Verbrennermodellen erarbeitet hat.
Reparaturquote europaweit gesunken
In den europäischen Kernmärkten von Solera – einschließlich Deutschland – ist der Anteil der Unfallschäden, die durch Reparatur statt durch Austausch beschädigter Teile behoben werden, in den letzten Jahren gesunken; dies geschehe vor dem Hintergrund, dass Fahrzeuge länger genutzt werden und ihre Reparatur zunehmend komplexer werde. Die Reparaturquote in den von Solera beobachteten europäischen Märkten fiel zwischen 2023 und 2025 von rund 25 auf etwa 23 Prozent.
Bürokratie und Vorgaben hemmen "I statt E"-Erfolg
Solera führt diesen Trend auf verschärfte regulatorische Anforderungen und Compliance-Vorgaben bei der Validierung nach der Reparatur zurück, nicht auf eine mangelnde technische Reparierbarkeit. Speziell für Deutschland zeigen die Daten von Solera ein ähnliches Muster bei den für Autofahrer am besten sichtbaren Teilen: Der Reparaturindex für wichtige äußere Karosserieteile sank von 31,5 Prozent im Jahr 2025 auf 31,1 Prozent im Jahr 2026. Für eine Branche, die mit Kostendruck und einem sich rasch wandelnden Fahrzeugbestand konfrontiert ist, unterstreichen diese Daten, warum vernetzte, standardisierte Abläufe bei Reparatur und Schadenmanagement wichtiger denn je sind.
Mögliche Abhilfe durch "Global Circularity Consortium"
Solera positioniert sein "Global Circularity Consortium" (GCC) als Teil der Antwort auf diese Erkenntnisse. Das GCC wurde von Solera gemeinsam mit Fahrzeugherstellern (OEMs), Versicherern, Werkstätten und akademischen Partnern ins Leben gerufen. Es vereint die Branche in einem gemeinsamen Ansatz für Daten, Vertrauen und Kapital innerhalb der Kreislaufwirtschaft – und schafft so eine vernetzte, regulierte Dateninfrastruktur, die es ermöglicht, Erkenntnisse wie diese auf dem deutschen Markt in schnellere und fundiertere Entscheidungen zwischen Reparatur und Austausch umzusetzen.
Eine Feier mit der Branche und Partnern
Rund 250 Gäste aus dem gesamten Ökosystem von Automobil- und Versicherungswirtschaft – darunter Karosseriewerkstätten, unabhängige Sachverständige, Großkunden, Branchenverbände und Partnerunternehmen – folgten der Einladung von Solera in die Motorworld Köln, einen der bekanntesten Veranstaltungsorte der Automobilbranche in Deutschland. Dort verbrachten sie einen Nachmittag und Abend, der den fachlichen Austausch mit einer Feier verband. Das Programm umfasste Fachdiskussionen zur Zukunft der digitalen Schadenabwicklung, Reparatur und Mobilität, gefolgt von einem Networking-Empfang und einer Jubiläumsfeier am Abend.
Statement der SPN-Chefin Theocharidou-Sohns
"Es war eine fantastische und inspirierende Veranstaltung, die sowohl die historische Marktrelevanz von Audatex AUTOonline als auch dessen Zukunftsperspektiven eindrucksvoll veranschaulicht hat. Besonders gefallen haben mir die Diskussionen und der Austausch mit Teilnehmern aus allen Bereichen der Schadenmanagement-Branche“, sagte Dimitra Theocharidou-Sohns, Geschäftsführerin des SPN Service Partner Network.
Statement von Solera CFO Cairo
Alberto Cairo, Managing Director und Chief Financial Officer von Solera, konstatierte: "Deutschland ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil der Geschichte von Solera und bleibt einer unserer weltweit wichtigsten Märkte. Diesen Meilenstein in Köln gemeinsam mit so vielen unserer Kunden, Partner und Kollegen zu feiern, hat uns eindrucksvoll vor Augen geführt, was hinter dieser Erfolgsgeschichte steht. Insgesamt 90 Jahre Audatex und AUTOonline stehen für jahrzehntelanges Vertrauen – gewachsen durch Menschen, die uns begleitet, gefordert und uns letztlich besser gemacht haben. Während die Branche in eine neue Ära eintritt, investieren wir mit demselben langfristigen Engagement in den Standort Deutschland. Wir bündeln unsere Daten, Technologien, KI-Kompetenzen und globalen Ressourcen, um unsere Kunden bei den kommenden Herausforderungen zu unterstützen und gemeinsam die Zukunft dieses Marktes zu gestalten."
Fakten zum Solera-Konzern
Solera ist ein weltweit führender Anbieter von Software, Daten und Dienstleistungen für das Management des Fahrzeuglebenszyklus. Das Unternehmen ist in mehr als 120 Ländern tätig, betreut über 280.000 Kunden und stellt die digitale Infrastruktur bereit, die entscheidende Prozesse im gesamten Automobil-Ökosystem ermöglicht. Zu den Kunden zählen weltweit Hersteller, Autohäuser, Versicherer, Werkstätten, Recyclingbetriebe, Teileanbieter und Flottenbetreiber.
Im Kern basiert Solera auf einer proprietären Datengrundlage für die Automobilbranche sowie einer cloudbasierten KI-Infrastruktur, die für den Einsatz im industriellen Maßstab ausgelegt ist. Durch die direkte Integration intelligenter Funktionen in die Arbeitsabläufe und kontinuierliche Innovationen auf der Plattform ermöglicht Solera seinen Kunden, schneller zu agieren, Komplexität zu reduzieren und bessere Ergebnisse zu erzielen. Indem Solera den gesamten Fahrzeuglebenszyklus abdeckt, schafft das Unternehmen einzigartige Synergien innerhalb seines Netzwerks. Dies helfe Kunden dabei, "einen höheren Mehrwert zu generieren, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern und in einer zunehmend komplexen und vernetzten Branche erfolgreich zu sein", so das Versprechen des Unternehmens. Unter dem Dach von Solera (www.solera.com) sind heute zahlreiche zahlreiche Marken des Automobil- und Fahrzeugsektors vereint, darunter Identifix, Audatex, Hollander, DealerSocket, Omnitracs, LoJack, Spireon, eDriving, cap hpi, Autodata und weitere.