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VW-Multikollisionsbremse: Aktive Reduzierung von Folge-Crashs und Unfallschwere

V.l.: Dr. Reinhard Kolke (ADAC) mit Dr. Elmar Degenhart (Continental AG, Platz 3), Dr. Ulrich Hackenberg (VW AG, Platz 1) u. Prof. Dr. Thomas Weber (Daimler AG, Platz 2).
© Foto: ADAC e.V.

Bei Fahrerassistenz- und Unfallvermeidungssystemen ist in heutigen, modernen Automobilen eine Menge an Hightech realisiert. Volkswagen hat mit der "Multikollisionsbremse", die 2012 im Golf VII in Serie gehen wird, ein System entwickelt, das massiv dann eingreift, wenn der Unfall unausweichlich war.


Datum:
20.01.2012
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Die "Multikollisionsbremse", abgekürzt MKB, wurde gestern bei der ADAC Preisverleihung "Gelber Engel" mit dem 1. Platz in der Kategorie "Innovation und Umwelt" prämiert. Eine Experten-Jury aus ADAC-Präsidium und den Präsidenten von VDA, VDIK und ZDK zeichnete die Entwicklung der Multikollisionsbremse als herausragende Neuheit und "echte Weiterentwicklung der Bremse" aus. Dr. Ulrich Hackenberg, Mitglied des Markenvorstands, Geschäftsbereich Entwicklung, nahm für Volkswagen den "Gelben Engel" aus den Händen von Dr. Reinhard Kolke, den Leiter des Test- und Technikzentrums des ADAC in Landsberg entgegen. Bei fast jedem vierten Unfall kracht es gleich mehrfach hintereinander Die Multikollisionsbremse, die in der nächsten Generation des Golf (Baureihe VII) ab diesem Jahr zum Einsatz kommen wird, gilt als ein neues und bedeutendes System der integralen Sicherheit. Es leitet eine automatische Bremsung nach einer Kollision ein, um weitere Unfallfolgen zu reduzieren und Folgekollisionen gegebenenfalls ganz zu verhindern. Verschiedene Studien zeigen, dass bei knapp einem Viertel aller Pkw-Unfälle in Deutschland aufgrund des Kontrollverlustes des Fahrers und der hohen kinetischen Energie eine zweite Kollision mit einem weiteren Fahrzeug, einem anderen Verkehrsteilnehmer oder der Umgebung stattfindet. In der Volkswagen Forschung wurde zum Beispiel insbesondere in Crashversuchen gegen Leitplanken mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Auftreffwinkeln die Wirksamkeit des neuen Systems nachgewiesen. Funktion der Multikollisionsbremse Die Multikollisionsbremse wird ausgelöst durch das Airbagsteuergerät, das eine erste Kollision erkennt. Hierbei werden unter anderem Daten der Beschleunigungssensoren, Drucksensoren in den Türen, Gurtstraffer und /oder die Airbags bei Front, Seiten und Seitencrashs ausgewertet. Für die Auslösung der MKB ist die Erkennung des Crashs durch zwei voneinander unabhängigen Sensoren erforderlich. Die im Zeitraum quasi eines Wimpernschlags gewonnenen und ausgewerteten Daten werden direkt an das ESP-Steuergerät übermittelt und das Fahrzeug daraufhin mit voreingestellter Verzögerung auf die festgelegte Minimalgeschwindigkeit von 10 km/h abgebremst. Der Fahrer kann in dieser Situation – sofern es crashbedingt für ihn möglich ist – trotz allem die Kontrolle über das verunfallte Fahrzeug wieder übernehmen und selbst bremsen oder beschleunigen. Auch dies ist ein durchaus wichtiger Gesichtspunkt bei der MKB. Deutliche Minimierung von Personen- und Sachschäden Die Multikollisionsbremse trägt also dazu bei, dass die Wahrscheinlichkeit und die Crashintensität möglicher Folgekollisionen sowie die daraus resultierenden Personen- und Sachschäden deutlich minimiert werden. Der Fahrer wird bei einem "Multikollisionsunfall" mit dieser automatisch eingeleieteten Bremsung aktiv unterstützt. Der neue VW Golf VII steht im Jahr 2012 laut Volkswagen "am Beginn zahlreicher Modelle, die dank eines modularen Querbaukastens mit der Multikollisionsbremse ausgestattet sein werden". Die hohen Stückzahlen der MKB lassen damit, wie es weiter heißt, "eine signifikante Verringerung von Folgekollisionen im realen Verkehrsgeschehen erwarten". Weitere "Innovations-Engel" für Daimler und Continental Den 2. Platz in der Gelbe-Engel-Kategorie "Innovation und Umwelt" sicherte sich am gestrigen Donnerstag in München die Daimler AG mit ihrer neuen Spotlight-Funktion für den Nachsicht-Assistenten "Plus". Entwicklungsvorstand Dr. Thomas Weber nahm die begehrte Trophäe mit nach Stuttgart. Für ihr "Power Net System" erhielt die Continental Temic Automotive in dieser Kategorie den Gelben Engel als Drittplatzierter. Er wurde von Dr. Reinhard Kolke übergeben an den Vorstandsvorsitzenden Dr. Elmar Degenhart. (wkp)

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