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Studie zu Fahrzeugabos: Netflix für Autos

Studie zu Fahrzeugabos
Netflix für Autos
Das Auto-Abo fährt mittelfristig aus der Nische - sagen Experten.
© Foto: Volvo

Ein Auto zu haben ist teuer, anstrengend und macht unflexibel. Abo-Modelle wollen das ändern. Forscher sehen die Angebote vor dem Siegeszug.

Von Holger Holzer/SP-X

Das Auto-Abo wird nach Einschätzung von Experten zur dominierenden Form der Pkw-Nutzung. In den kommenden zehn Jahren werde die Zahl der Nutzer von Langzeit-Mietmodellen von derzeit rund 20.000 auf 500.000 bis eine Million steigen, prognostiziert das Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Den Anteil von Abos am Privatkundenmarkt schätzen die Branchenkenner für 2030 auf rund 40 Prozent – die übrigen 60 Prozent entfallen zu gleichen Teilen auf Barkauf, Finanzierung und Leasing.

Beim Auto-Abo nutzt der Kunde für einen festen monatlichen Betrag ein Fahrzeug, Wartung, Reparaturen und Versicherung sind bereits eingerechnet, lediglich die Kraftstoffkosten kommen noch dazu. Wichtigster Unterschied zum sogenannten Full-Service-Leasing, das einen ähnlichen Leistungsumfang bietet, ist die geringere Mindest-Vertragslaufzeit – sie beträgt üblicherweise rund sechs Monate statt der im Leasing üblichen zwei bis drei Jahre. Die Kosten richten sich nach Kilometerlimit, Fahrzeugklasse und Laufzeit, die günstigsten Angebote starten aktuell bei rund 200 Euro pro Monat. Oberklassemodelle schlagen auch schon mal mit knapp 2.000 Euro zu Buche.

Rein finanziell können sich die Abo-Modelle laut der CAR-Untersuchung vor allem für zwei Kundengruppen lohnen: Zum einen junge Autofahrer mit geringem Schadensfreiheitsrabatt in der Kfz-Versicherung, die von der Versicherungspauschale profitieren. Zum anderen Nutzer, die ihr Fahrzeug nur kurz benötigen – und im Leasing relativ hohe Kosten durch den starken anfänglichen Wertverlust hätten.

Komfort schlägt Preis

"Generelle Preisvorteile sind jedoch die Ausnahme", betonen die Forscher. Vor allem Sonderleasing-Aktionen der Autohersteller seien häufig günstiger. Dafür biete das Abo dank der kurzen Laufzeiten höhere Flexibilität, eine bessere Kostenkontrolle und in der Regel größere Bequemlichkeit als das klassische Leasing. Nicht zuletzt stünden die Fahrzeuge meist deutlich schneller zur Verfügung, könnten bereits wenige Tage nach Vertragsabschluss genutzt werden. Beim klassischen Leasing seien oft monatelange Wartezeiten nötig.

Vor allem die Komfort-Vorteile sieht das CAR als Grund für den anstehenden Siegeszug der Abos. Zielgruppe dürften vor allem junge Kunden sein, die ähnliche Nutzungsmodelle bereits von der Videostreaming-Plattform Netflix oder dem Musikanbieter Spotify gewohnt sind. Dort wird kein physischer Ton- oder Datenträger verkauft, sondern das Nutzungsrecht – beim Auto ersetzt analog ein Mobilitätsservice den Fahrzeugbesitz.

Bislang ist das Angebot an Auto-Abos noch überschaubar. Die Anbieter gliedern sich grob in drei Gruppen. Das sind zunächst die Autohersteller, aktuell angeführt von Volvo ("Care by Volvo"). Außerdem sind Seat ("Conquar"), Volkswagen ("Abo-a-car") und Porsche ("inFlow") am Markt. In der zweiten Gruppe finden sich herstellerunabhängige Start-ups wie Cluno, Like2drive, Carminga, Finn.auto oder der Autovermieter Sixt. Gruppe drei schließlich bilden Plattformbetreiber wie Vive La Car oder Faaren, die Bestandsfahrzeuge von Autohändlern an Abo-Kunden vermitteln. Künftig dürften nach CAR-Einschätzungen weitere Unternehmen einsteigen, etwa andere Hersteller oder auch Autobanken.


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