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Trotz aller Belastungen: VW verdient wieder mehr

Trotz aller Belastungen
VW verdient wieder mehr
Der VW-Konzern konnte seinen Gewinn in den ersten neun Monaten steigern.
© Foto: picture alliance / Philipp von Ditfurth/dpa

Die Liste der Baustellen im VW-Konzern bleibt lang. Dafür hat man sich in den ersten neun Monaten 2018 überraschend gut geschlagen. Das dritte Quartal allerdings sorgt für Stirnrunzeln.

Von Thomas Strünkelnberg, dpa, und Marco Engemann, dpa-AFX

Die Liste der Baustellen im VW-Konzern bleibt lang. Dafür hat man sich in den ersten neun Monaten 2018 überraschend gut geschlagen. Das dritte Quartal allerdings sorgt für Stirnrunzeln.

Ob Dieselkrise, drohende Fahrverbote oder neue Abgastests – Volkswagen hat allen Zweifeln zum Trotz in den ersten neun Monaten 2018 erneut mehr verdient. Gleichzeitig bestätigte der größte Autokonzern der Welt seine Umsatz- und Ertragsziele für das Gesamtjahr.

Viele Zulieferer und Hersteller hatten demgegenüber jüngst mit Gewinnwarnungen ihre Anleger schockiert. Doch auch für VW bleiben Baustellen. So belastete der Handelskonflikt zwischen China und den USA im dritten Quartal die Geschäfte. Zugleich wurde bekannt, dass Ex-Audi-Chef Rupert Stadler aus der Untersuchungshaft entlassen wird.

Der Nettogewinn der Wolfsburger stieg im Zeitraum von Januar bis September um 24 Prozent auf knapp 9,4 Milliarden Euro. Wie der Konzern am Dienstag zudem bekanntgab, lag das Ergebnis im laufenden Geschäft vor Sondereinflüssen mit 13,3 Milliarden Euro in etwa auf dem Vorjahresniveau (13,2 Milliarden Euro). Besondere Effekte eingerechnet, gab es ein kleines Plus von 10,6 auf 10,9 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 2,7 Prozent auf 174,6 Milliarden Euro. Die VW-Vorzugsaktien lagen am Mittag um 2,5 Prozent im Plus.

Dennoch gab es Rückschläge. Im dritten Quartal belasteten sowohl die Einführung der neuen Abgastest-Standards als auch eine 800-Millionen-Euro-Geldbuße für Audi in der Diesel-Affäre. Bei der Neu-Zertifizierung von Modellen nach der WLTP-Methode kam man nicht hinterher. In der Folge brachen erst die Auslieferungen im September ein, dann rutschte das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 18,6 Prozent auf 3,51 Milliarden Euro ab. Den Umsatz konnte VW um 0,9 Prozent auf 55,2 Milliarden Euro steigern.

Der Nettogewinn stieg im Quartal trotz der Geldbuße auf mehr als das Doppelte: 2,76 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte VW mit 2,6 Milliarden Euro deutlich mehr Kosten für die Diesel-Affäre verbucht. Die Diesel-Rechnung beträgt nun insgesamt 28,2 Milliarden Euro.

"Müssen weiter aufs Tempo drücken"

Die Jahresprognosen zu Umsatz und Gewinnspanne im laufenden Geschäft bestätigte der Konzern: Nach wie vor strebt VW ein Umsatzplus von bis zu fünf Prozent an, die um Sondereinflüsse bereinigte Rendite soll zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen. Nach neun Monaten liegt sie bei 7,6 Prozent – Finanzchef Frank Witter hatte bereits angedeutet, dass die in Europa gültige neue Abgas- und Verbrauchsnorm im zweiten Halbjahr deutlich belasten werde. "Wir befinden uns in einer wegweisenden Transformation und müssen weiter aufs Tempo drücken", sagte Diess.

Besonders bei der wichtigen Kernmarke VW fiel die Umstellung auf WLTP ins Gewicht, der Betriebsgewinn der Sparte nahm in den ersten drei Quartalen von 2,5 auf 2,3 Milliarden Euro ab. Im dritten Quartal waren es nur rund 200 Millionen Euro, nach 728 Millionen vor einem Jahr. Bei Audi lag das operative Ergebnis im dritten Quartal bei 910 Millionen Euro, vor einem Jahr waren es knapp 1,3 Milliarden Euro.

In China machte sich die jüngste Absatzflaute bemerkbar. Die dortigen Gemeinschaftsunternehmen lieferten ein anteiliges operatives Ergebnis von 1,01 Milliarden Euro ab – knapp 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Jedoch soll die chinesische Regierung Berichten zufolge Steuererleichterungen beim Autokauf erwägen. Dies könne die Absatzzahlen 2019 antreiben, erklärte NordLB-Analyst Frank Schwope.

Bei Porsche hingegen kletterten Umsatz und Ergebnis um jeweils gut ein Drittel. Das könnte bei Investoren weiter Begehrlichkeiten wecken. Porsche-Finanzchef Lutz Meschke hatte jüngst öffentlich über eine Börsennotierung des Sport- und Geländewagenbauers nachgedacht – konkrete Pläne dafür gibt es laut dem Konzern aber nicht.

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