BCA im Interview: Auktionen als strategisches Instrument

Tobias Münch, BCA
Tobias Münch, CCO Europe und Geschäftsführer BCA Deutschland
© Foto: Erwin Fleischmann

BCA hält einen hohen Mehrwert in allen Bereichen des professionellen Gebrauchtwagengeschäfts bereit. Wie Händler von der Remarketingplattform profitieren, erklärt CCO Europe & Deutschlandchef Tobias Münch im Interview.

Herr Münch, warum ist BCA für den deutschen Automobilhandel ein attraktiver Partner?
T. Münch: BCA hat sich in den vergangenen Jahren in Europa vom klassischen Auktionshaus zu einem ganzheitlichen Remarketing-Partner für unsere Kunden entwickelt. Wir unterstützen Händler auf unserem B2B-Marktplatz entlang der gesamten Wertschöpfung von Kauf und Verkauf. Dazu gehören valide Fahrzeugdaten, standardisierte Bewertungsprozesse, digitale Verkaufs- und Einkaufsformate, Logistik und Compoundservices sowie persönliche Beratung durch unsere Teams. Für viele unserer Kunden ist BCA heute ein Partner für die strategische Bestandssteuerung: Standzeiten lassen sich verkürzen, Risiken reduzieren und Margen gezielt absichern. Unser Anspruch ist es, dem Handel in jeder Lage klare Entscheidungsgrundlagen zu liefern, die belastbar, skalierbar und immer marktnah sind.

Gezielt einkaufen

Der europäische Gebrauchtwagenmarkt wächst wieder deutlich. Welche konkreten Vorteile hat der Handel davon, dass BCA europaweit aufgestellt ist?
T. Münch: Die europäische Fahrzeugvermarktung wird zunehmend entscheidender für eine erfolgreiche B2B-Strategie. Preisniveaus, Nachfrageverhalten und Fahrzeugverfügbarkeiten unterscheiden sich teilweise erheblich in Europa. Wer nur lokal agiert, lässt definitiv Potenzial liegen. Über BCA erhalten Händler Zugriff auf eine deutlich größere Fahrzeugauswahl und können gezielt dort einkaufen, wo Angebot und Preisniveau attraktiv sind. Gleichzeitig profitieren Verkäufer von einer internationalen Käuferbasis. Europaweite Vermarktung bedeutet am Ende höhere Liquidität, bessere Preistransparenz und geringere Abhängigkeit vom regionalen Markt.


"Bei BCA basieren Preiseinschätzungen und Marktanalysen auf der Auswertung hunderttausender Transaktionen aus ganz Europa."

Tobias Münch,
CCO Europe & Geschäftsführer von BCA Deutschland


Junge Gebrauchte aus Flotten- und Leasingrückläufern

In welchen Segmenten sehen Sie aktuell die größten Einkaufschancen für deutsche Betriebe, und warum gerade dort?
T. Münch: Besonders interessant sind aktuell junge Gebrauchte aus Flotten- und Leasingrückläufen. Zudem eröffnen ausgewählte Plug-in-Hybride und E-Fahrzeuge, gerade aufgrund der durch die aktuelle geopolitische Lage befeuerten Nachfrage, interessante Einkaufschancen in Europa.

Warum erzielen Fahrzeuge über BCA häufig bessere Preise als über klassische lokale Aufkäufer?
T. Münch: Der zentrale Punkt ist, dass die Fahrzeuge auf unserer Plattform einer internationalen Käuferbasis angeboten werden. In unseren Auktionen treffen nationale und internationale Käufer zeitgleich aufeinander. Dadurch entstehen echte Marktpreise und Transparenz. Unterstützt wird dies durch detaillierte Fahrzeugbeschreibungen, einheitliche Zustandsberichte und einen sicheren Abwicklungsprozess, dem Käufer vertrauen. Diese Transparenz reduziert Unsicherheit und erhöht die Bereitschaft, das maximale Gebot abzugeben. Für viele unsere Kunden spielt zudem Compliance eine wichtige Rolle: Standardisierte Prozesse, nachvollziehbare Dokumentation und regelkonforme Abwicklung sorgen für Sicherheit im gesamten Verkaufsprozess.

Tobias Münch, BCA
© Foto: Erwin Fleischmann

„In unseren Auktionen treffen nationale und internationale Käufer zeitgleich aufeinander. Dadurch entstehen echte Marktpreise und Transparenz.“

Tobias Münch,
CCO Europe & Geschäftsführer von BCA Deutschland

Nachvollziehbare Fakten

Digitalisierung ist ein zentrales Stichwort: Wie verändern neue Portale, Datenanalysen und KI-gestützte Tools die Einkaufs- und Verkaufsentscheidungen der Händler?
T. Münch: Digitalisierung spielt für uns bei BCA eine sehr große Rolle. Sie macht den Fahrzeughandel objektiver, effizienter und kalkulierbarer. Händler greifen heute auf umfangreiche Marktdaten, Preisentwicklungen und Absatzprognosen zu. KI-gestützte Tools unterstützen bei der realistischen Preisfindung, der Bewertung von Risiken und der Reduzierung von Standzeiten. Bei BCA basieren Preiseinschätzungen und Marktanalysen auf der Auswertung hunderttausender Transaktionen aus ganz Europa. Diese Daten fließen direkt in unsere Einkaufs- und Verkaufsprozesse ein und dienen gleichzeitig als belastbare Grundlage im Austausch mit unseren Partnern. Entscheidungen beruhen damit auf nachvollziehbaren Fakten, ein klarer Vorteil in einem volatilen Marktumfeld. Mit unserem innovativen Trade-In-Tool können Händler diese Daten nutzen, um bessere und schnellere Prozesse beim Einkauf umzusetzen.

Schnell und marktorientiert verkaufen

Warum zögern viele Händler noch, ihre Hereinnahmen konsequent zu versteigern, und warum lohnt sich ein Umdenken gerade jetzt?
T. Münch: Viele Händler haben Sorge vor Preisschwankungen oder Kontrollverlust. Diese Zurückhaltung ist verständlich, aber sie beruht oft auf überholten Annahmen. Gerade in einem Markt mit wechselnder Nachfrage und unterschiedlichen regionalen Preisniveaus entfalten europaweite Auktionen ihre Stärke. Wer heute transparent, schnell und marktorientiert verkauft, reduziert Standzeiten und Kapitalbindung. Das Umdenken lohnt sich besonders jetzt, weil Liquidität und Flexibilität zunehmend entscheidend für den Unternehmenserfolg sind.

Europäische Vermarktung von E-Fahrzeugen

Gerade bei gebrauchten Elektrofahrzeugen herrscht Unsicherheit. Wie schafft BCA hier Markttransparenz und Planungssicherheit?
T. Münch: Bei Elektrofahrzeugen spielt Europa die größte Rolle für eine erfolgreiche Vermarktung, wobei wir bei BCA mit verlässlichen Marktdaten unsere Kunden unterstützen. Wir sehen gerade in Süd-, aber auch in Osteuropa eine zunehmende Nachfrage nach E-Fahrzeugen. Häufig werden diese Nachfrageschwankungen durch politische Entscheidungen wie nationale Förderprogramme oder Ähnliches befeuert. Jede politische Entscheidung in den europäischen Ländern zu kennen, ist für Händler meist schwierig. Durch die Nutzung einer internationalen Plattform ist dies aber auch nicht zwingend notwendig, denn Angebot und Nachfrage finden so automatisch zueinander. Dieses Potenzial kann über unsere Plattform optimal genutzt werden. Zudem legen wir bei BCA großen Wert auf transparente Zustandsberichte, insbesondere den Battery-Health-Check. Dazu kommen spezielle Foto-Sets (Ladekabel etc.) und eine konkrete Fahrzeugbeschreibung. Dies gibt unseren Käufern Sicherheit, genau wie die vollständige Cross-Border-Abwicklung in ganz Europa.

Entscheidend ist die Vorbereitung

Was sollten Händler beim Zukauf über Auktionen grundsätzlich beachten, um dauerhaft profitabel zu bleiben?
T. Münch: Entscheidend ist Vorbereitung. Händler sollten ihren Zielmarkt, ihre Kalkulation und ihre Absatzkanäle genau kennen. Auktionen belohnen Disziplin: klare Preislimits, Verständnis für Fahrzeugdaten und ein realistischer Blick auf Standzeiten und Folgekosten. Wer Auktionen nicht als Spekulation, sondern als strategisches Verkaufs- und Einkaufsins­trument nutzt und datenbasiert entscheidet, kann dauerhaft profitabel wachsen, gerade in einem internationalen Markt. Zudem können Händler bei BCA sieben Tage die Woche und auch an Feiertagen in unseren Auktionen Fahrzeuge ersteigern, was besondere Flexibilität im Zukauf schafft.

Herr Münch, vielen Dank für das Gespräch.


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