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02.10.2018 | 1.691 Aufrufe
90 Jahre Autohaus Sorg
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Die Geschäftsführer der Sorg-Gruppe: Helmut (l.), Dr. Klaus und Dr. Mascha Sorg, Tochter von Helmut Sorg.
© Foto: Prof. Hannes Brachat
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Geschäftsführerin Dr. Mascha Sorg eröffnete die Jubiläumsveranstaltung. Sie führte in das Thema Ethik und Wirtschaft ein, spannte den globalisierenden Bogen zu Google, Amazon & Co, die heutige virtuelle Beeinflussung der Wunschsphären der Kunden und stellte die Frage: "Was kann ein Unternehmen vor Ort tun?“"Und dabei gibt es nicht auf jede Frage eine Antwort. M. Sorg: "Gewinnorientierung ist überlebenswichtig, wir, auch unser ganzes Führungsteam fühlen uns aber gleichermaßen verpflichtet, Ehrlichkeit und Transparenz vorzuleben."
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Ein Blick auf die 400 geladenen Gäste, die im Ford und Jaguar Land Rover-Verkaufsraum in Fulda zusammenkamen.
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Ehrung durch die IHK. Hauptgeschäftsführer Stefan Schunk überreichte die IHK-Jubiläumsurkunde und stellte die Verdienste, die Helmut Sorg, heute Ehrenpräsident der IHK Fulda, in seiner aktiven Präsidentenzeit durch zahlreiche Weichenstellungen für die gesamte Region gesellschafts- und sozialpolitisch gestellt hat vor. AUTOHAUS berichtete darüber u.a. das Berufsbild "Verkaufsvorbereitung" sowie den Seniorberater, Grenzöffnung u.a. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sowie der Bundestagsabgeordnete Michael Brand, beide CDU, sprachen markante Grußworte. Wingenfeld hob die Identifikation der Hauses Sorg mit der Stadt hervor und bedankte sich für zahlreiche persönliche Gespräche. "Motor der Region", so charakterisierte der OB das Unternehmen Sorg. Und Michael Brand, (MdB) hob als Highlights "Mittelstand, Heimat, Haltung und Innovation" hervor. Und für Stefan Schunk standen "Kundenorientierung, Ausbildungsengagement und das regionale Commitment" auf der Prioritätenliste.
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Dr. Klaus Sorg stellte für die Familie in Kurzform die Firmengeschichte vor und schilderte die Lage für seine Eltern Edmund und Maria aus der Gründungszeit im Jahre 1928. Mut! Erst mit Motorrädern, dann Lkw Hanomag und Gutbrod. 1952 kam es zur Vertretung mit Ford. Über die Jahre wurde das Marktgebiet ausgeweitet. 1994 kamen die Handelsverträge mit Jaguar, 2000 mit Land Rover hinzu. 2018 wurde das modernste Servicecenter für Sorg Premium Cars errichtet. Neben der Digitalisierung ist auf 12.000 qm benachbarter Grundstücksfläche ein neues "Automobil Zentrum" in Planung. Dort soll ein Fotostudio für Privat-Fahrzeuge entstehen, professionelle Aufbereitung, Smart-Repair, Reifeneinlagerung u.a. Fremdvermietung.
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Dr. Mascha Sorg, Geschäftsführerin für die Premiummarken, stellte die Führungscrew des Hauses vor, vom Gesamtserviceleiter bis zur GW-Verkaufsleiterin. Im Klartext, die beiden Söhne des Firmengründers, Helmut (77) und Dr. Klaus Sorg (69), sind mit Überzeugung nach wie vor voll und mit großer Freude dabei. Man ist für die Zukunft vorbereitet. Die zweite Reihe steht und erhält die Chance für die erste.
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Prof. Dr. Norbert Lammert setzte mit seiner Rede zum Thema "Wirtschaft und Ethik" das besondere Highlight des Abends. Lammert meinte zwar, dass das Thema sehr aktuell sei, aber wenig Eignung für eine Jubelrede hergebe. Lammert, von 2005 bis 2017 Bundestagspräsident und zu seiner letzten Wahl mit 94 Prozent der Stimmen aller (!) Abgeordneten bestätigt bewies auch an diesem Abend, dass er stets das Ganze im Blick hat. Und doch, die Finanzwelt dominiert die Realwelt. Und da lässt sich nicht alles gesetzlich regeln. Vieles in der Gesellschaft sollte sich aus der Gesellschaft heraus selbst regeln. Geistig trug er alles andere als Schonkost vor. Lammerts Rhetorik strahlt Ruhe, Überlegung, Kraft, die Macht des Wortes, aber auch große Nachdenklichkeit aus. Er unterstreicht das durch seine gezielten Rede-Pausen. Langanhaltender Beifall für einen großartigen Jubiläumsvortrag.

Nachstehend einige Inhalte:

Lammert stellte vorweg die Grundsatzfrage, ob Wirtschaft und Ethik möglich sind und zeigte dazu einige Entwicklungsstufen auf. Er zitierte Nikolaus Luhmann, Soziologe und Systemtheoretiker: "Meine Vermutung ist, dass die Wirtschaftsethik zu der Sorte von Erscheinungen gehört, wie auch die Staatsraison und die englische Küche, die in der Form eines Geheimnisses auftreten, weil sie geheim halten, dass sie gar nicht existieren." Inzwischen ist aufgrund der aktuellen Erfahrung der Glaube an die Existenz der englischen Küche wesentlich stabiler, als das Vertrauen in das Wirken der Staatsraison.

Ein anderer Gedanke. Lammert zitierte seinen hochgeschätzten Kollegen Peer Steinbrück: "Mich bedrückt das Ausmaß an Eliteversagen, über das die Gesellschaft weitere Halte und Fixpunkte verliert... Steuerhinterziehung, Steuerbetrug als Verstecken von Einkommen und Vermögen, die Risikoignoranz von Bankern, krummen Geschäfte ihrer Institute, die Manipulation der Deutschen Automobilindustrie, das Auftreten eines Spitzenmanagements, dessen Winkelzüge in einem umgekehrten proportionalen Verhältnis zu ihren strategischen Fähigkeiten und ihren Vergütungen stehen, Beschädigung des deutschen Markennamens der deutschen Wirtschaft über teilweise kriminelle Aktivitäten, die skandalösen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und deren jahrelange Vertuschung, die Korrumpierung des Fußball durch Fifa und Uefa, Transferleistungen und Spielergehälter, mit opportunistischem Olympische Komitee an der Spitze, und schließlich auch der teilweise selbstverschuldete Glaubwürdigkeitsverlust von Politik und Medien, der sich in einer Politik- und Medienverdrossenheit manifestiert." Frei erfunden sei das alles nicht, so Lammert. Man stößt in der Gesellschaft überall auf verlorenes Grundvertrauen. Lammert sieht die Ungleichheit vor allem grundsätzlich darin, dass es oft keinen plausiblen Zusammenhang mehr gibt zischen Leistung und Einkommen bzw. Vermögen.

Das Positionspapier der deutschen Arbeitgeber macht deutlich, dass Ethik und Ökonomie keine Gegensätze sind. Die Problemlösungen sehen aber faktisch anders aus. Zuletzt war man mit Einbruch der Sowjetunion und dem Arabischen Frühling der Auffassung, dass alle wesentliche Grund- und Systemfragen gelöst seien und sich die liberale Demokratie durchsetzt. Die heutige Realität - was für ein Konzept! Es sind die Fortschritte der Mobilitätstechnologie, die die große Veränderung erzeugt, nachdem heute jede Information sogleich auf der ganzen Welt verfügbar ist. Es verändert dich alles und immer schneller, ohne dass man darauf Einfluss nehmen kann. Die Globalisierung lässt sich nicht verhindern. Sie findet statt. Jeder wird erkennen dass sie sich mit den Möglichkeiten des Nationalstaates nicht regeln lässt. Dabei ist festzustellen, dass sich die Finanzwelt viel dynamischer als die Realwirtschaft entwickelt. Wie ist die Neuvermessung von Politik und Ökonomie vorzunehmen? Man darf die Märkte sich nicht selbst überlassen.

Ludwig Erhard, Vater des Wirtschaftswunders. Das war er nicht – so Lammert -, sondern das Wirtschaftswunder war Ergebnis nachprüfbarer, nachvollziehbarer Entscheidungen kluger Frauen und Männer in Politik und Wirtschaft. Ludwig Erhard: "Freiheit, die sozialökonomisch oder politisch in ein umfassendes Ordnungssystem eingespannt und damit gebändigt ist, oder auch um keine moralische Bindung weiß, wird immer im Chaotischen entarten." Anschließend meinte der Festredner: "Ethische Orientierungen erfolgen oder erfolgen nicht durch Menschen. Jeder hat Verantwortung zu übernehmen, in der Familie, im Beruf, auch für das eigene Land."

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Dr. Mascha Sorg begrüßte unter den Gästen besonders den Geschäftsführer von Jaguar Land Rover Deutschland, Jan-Kas von der Stelt (45, l.) und Rainer Ohlenhard, Direktor Händlernetz. Klar, vor dem neuen Jaguar I-Pace, dem ersten echten Elektroauto in diesem Segment.
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Ein Blick auf weitere besondere Gäste: 1: Johann Gesthysen, Präsident des Ford-Partner-Verbandes. Dr. Klaus Sorg ist dort langjähriges Vorstandsmitglied und markant in der Thematik Service unterwegs.

2. Die Santander Consumer Bank wurde durch Ronny Böttcher (r.), Distriktleiter Vertrieb Mobilität und Marius Kazirod, Regionalleiter vertreten.

3. Eberhard Gross, Deutscher Meister im automobilen Messe-Choaching (li), der bisherige Generalvikar der Diözese Fulda, Prof. Dr. Gerhard Stanke, Dr. Klaus Sorg und Karin Uffelmann, Leiterin Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung.

4. Wenn der Vater mit dem Sohne! Dr. Klaus Sorg mit seinem Sohn, Dr. Stefan Sorg, Biologe und Volkswirtschaftler in München, Forschung

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So sah Ford vor 90 Jahren aus. Das erste Band-Auto, Model T, die Tin Lizzy ("Blechliesel"), lange Jahre meistverkauftes Auto der Welt. Ford produzierte damals noch in Berlin. Man beachte die Poster im Hintergrund. Versicherungsagentur Nürnberger, die große Eco-Challenge, Fulda-Paris, Fulda-Prag, Fulda-Salzburg mit Sensationsverbräuchen zwischen 2,7 und 4,4, l.
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Das kulturelle Engagement von Sorg.
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Soziale Projekte von Sorg
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Das Sorg-Team!
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Die Sorg-Leistungsofferte: Alles aus einer Hand!
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Der Begrüßungs- wie Abschiedsgruß. Hier bei Nacht! Eine Weltneuheit. Behinderten-Fahrzeuge. Sorg hat im Verbund mit EDAG einen Transit mit Doppelstufe entwickelt. Das Fahrzeug wird auch über das Internet vertrieben. Ferner: Die Transporter, die zur Tafel fahren, sind nun mit einer Kühlung ausgebaut, um die Lebensmittel lange frisch halten zu können. Aktuell wird an einem Bürgerbus gearbeitet. Sorg hat das Modell des "Transcity" bereits vor 25 Jahre in Fulda vergleichbar implementiert. Es war Helmut Sorg eine besondere Freude, den Hauptaktionär von EDAG, Dr. Lutz Helmig und seine Frau unter den Gästen begrüßen zu dürfen.

Eine Veranstaltung mit hoher Begegnungsqualität, perfekt organisiert und inszeniert, besonderem intellektuellen Niveau, besonderer Gastfreundschaft bei "Nürnberger" und einem Eugen Müller-Wein, Sauvignon blanc 2017 aus der Pfalz: mit bleibender Wirkung!

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