Zollkonflikte zwischen der EU und den USA, ungünstige Währungseffekte, eine zurückhaltende Nachfrage sowie der Wegfall von Förderprogrammen für Elektrofahrzeuge in den Vereinigten Staaten: 2025 war für Volvo Cars ein Jahr voller Herausforderungen.
Entsprechend nüchtern fällt die Bilanz des schwedischen Autobauers aus: 2025 lieferte der Autobauer weltweit 710.000 Pkw an die Kunden aus und damit sieben Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr erzielte Volvo ein bereinigtes operatives Ergebnis von umgerechnet 1,18 Milliarden Euro, was einer EBIT-Marge von 3,5 Prozent entspricht. Unterm Strich betrug der Verlust umgerechnet rund 281 Millionen Euro – ausbaufähig.
Volvo EX60
Aktuell ist das Volvo-Team auf Roadshow in Deutschland unterwegs und machte nun auch in München Station. Mit im Gepäck: das neue vollelektrische Mittelklasse-SUV EX60. Mit dem Modell will Volvo, die hierzulande derzeit auf einen Marktanteil von 2,1 Prozent kommen, 2026 deutlich besser abschneiden.
Volvo EX60 als Hoffnungsträger
Auf dem mindestens 62.990 Euro teuren Schweden-Crossover ruhen große Erwartungen. "Der neue vollelektrische Volvo EX60 setzt neue Maßstäbe bei Reichweite, Ladezeiten und Preis – und markiert einen Neuanfang für Volvo Cars und unsere Kunden", sagte CEO und Präsident Håkan Samuelsson. Der elektrische Crossover soll dabei weit mehr sein als ein bloßer Nachfolger des weiterhin produzierten Bestsellers XC60, der laut Volvo "noch etwas Liebe" erhalten werde.
Volvo EX30 Cross Country (Fahrbericht)
Vielmehr steht der EX60 für einen Techiksprung: Neue Fertigungsverfahren wie Megacasting, die Cell-to-Body-Akkutechnik, Ladeleistungen von bis zu 370 kW sowie eine Reichweite von über 800 Kilometern sollen neue Maßstäbe setzen.
Volvo: Schwieriges Umfeld bleibt
Trotz aller Modelloffensiven bleibt das Marktumfeld herausfordernd. Für 2026 rechnet Volvo weiterhin mit hohem Preisdruck, Zollbelastungen, regulatorischen Unsicherheiten und einer gedämpften Konsumstimmung. Der weltweite Premium-Markt dürfte nach Einschätzung des Unternehmens insgesamt schrumpfen.
Zusätzlich erwartet Volvo in der ersten Jahreshälfte 2026 negative Cash-Effekte durch einen vorübergehenden Lageraufbau der Modelle XC90 und XC60 im Werk Torslanda. Damit will der Hersteller die Nachfrage über das Gesamtjahr absichern und zugleich den Produktionsanlauf des EX60 abfedern.
Volvo XC70 (China-Modell)
Mehrere neue Impulse
Beim EX60 soll es jedoch nicht bleiben. Ein weiterer Wachstumstreiber ist der Volvo XC70, der 2026 in sein erstes vollständiges Produktions- und Verkaufsjahr startet. Auch der überarbeitete Modelljahrgang 2026 des EX90 soll eine breitere Kundengruppe ansprechen. Zudem absolviert der kompakte Volvo EX30 sein erstes komplettes Produktionsjahr im europäischen Werk Gent.
Volvo setzt damit trotz widriger Rahmenbedingungen auf eine breite Modellpalette – und hofft, 2026 wieder stärker Fahrt aufzunehmen.