VW mit deutlichen Bremsspuren: China wird zum Problemfall

10.07.2026 14:28 Uhr | Lesezeit: 3 min
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VW-Autoturm in Wolfsburg: Der Konzern kämpft aktuell mit rückläufigen Absatzzahlen – vor allem wegen schwächelnder Verkäufe in China.
© Foto: VW

Volkswagen, Audi und Porsche verlieren weiter an Boden. Nur wenige Konzernmarken können den Abwärtstrend derzeit abfedern.

Der angeschlagene VW-Konzern hat vor allem wegen schwacher Verkaufszahlen in China im abgelaufenen Quartal teils deutlich weniger Fahrzeuge verkauft. Wie die Wolfsburger mitteilten, ging die Zahl der Auslieferungen in den Monaten April bis Juni auf nur noch 2,08 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken zurück. Das entspricht einem Minus von fast neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 

Bei der Kernmarke Volkswagen gingen die Auslieferungen demnach sogar um 14 Prozent zurück auf 1,02 Millionen Fahrzeuge. Auch bei der VW-Tochter Audi setzt sich der Abwärtstrend fort: Dort stand diesmal ein Minus von 8,2 Prozent auf 367.139 Fahrzeuge zu Buche. Vor allem in China und den USA läuft es schlecht.

Porsche hatte bereits einen Rückgang um 16 Prozent bei den Auslieferungen im ersten Halbjahr gemeldet. Im zweiten Quartal lag das Minus sogar bei 18 Prozent auf noch 61.300 Sport- und Geländewagen. Die weitere VW-Tochter Skoda meldete dagegen ein Plus von fast fünf Prozent auf knapp 284.000 Autos. Seat und Cupra kamen im gleichen Zeitraum auf 154.400 Fahrzeuge (minus 0,9 Prozent). Bei VW Nutzfahrzeuge stehen nach den ersten sechs Monaten 103.300 Einheiten in der Statistik, 4,7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025. 

Höhere Nachfrage nach E-Autos 

In China, wo die deutschen Autobauer insgesamt mit einem schrumpfenden Markt und lokaler Konkurrenz zu kämpfen haben, brachen die Verkäufe von VW um mehr als ein Drittel auf nur noch 424.300 Fahrzeuge ein. Die dortige Situation bleibe herausfordernd, sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut.

Besser lief es dagegen für VW in Nordamerika, wo Europas Autobauer unter den neuen Zöllen von US-Präsident Donald Trump leiden: 242.000 Autos wurden dort ausgeliefert, fast acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Minus im ersten Quartal konnte damit aber noch nicht ausgeglichen werden.

Zulegen konnte der Konzern in Europa: In Westeuropa wurden gut 900.000 Fahrzeuge ausgeliefert, knapp zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei den E-Autos lag das Plus europaweit sogar bei knapp sechs Prozent auf gut 200.000 Fahrzeuge.

Der Auftragsbestand vollelektrischer Fahrzeuge in Europa habe sich gegenüber Ende vergangenen Jahres insgesamt um mehr als 50 Prozent erhöht, sagte Schubert. Fast ein Drittel des Auftragsbestands in Europa entfällt inzwischen auf reine Batterieautos.

In Summe verkaufte der VW-Konzern im ersten Halbjahr 2026 rund 4,126 Millionen Fahrzeuge – das waren 6,3 Prozent weniger als im Jahr davor.


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