Zoff in Zuffenhausen: Das sagen Porsche und Betriebsrat zum Sparplan

08.07.2026 15:54 Uhr | Lesezeit: 4 min
Stuttgart: Dunkle Wolken sind über dem Stammwerk der Porsche AG zu sehen.
Sparen muss Porsche. Abgeschlossen sind die Verhandlungen zwischen dem Porsche-Management um Chef Michael Leiters und den Arbeitnehmervertretern aber noch nicht.
© Foto: Marijan Murat/dpa

Die Krise bei Porsche zwingt den Sportwagenbauer zu Einschnitten: Hinter den Kulissen wird derzeit um ein zweites Sparpaket gerungen. Tausende Jobs stehen auf dem Spiel. Wie ist der aktuelle Stand?

Beim Sportwagenbauer Porsche gehen die Verhandlungen über ein zweites Sparpaket in die entscheidende Phase. Beide Seiten haben sich am vergangenen Wochenende erneut zu Gesprächen getroffen, wie aus einem Intranet-Beitrag hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Abgeschlossen sind die Verhandlungen zwischen dem Porsche-Management um Chef Michael Leiters und den Arbeitnehmervertretern aber noch nicht.

Bis Ende Juli soll die Einigung demnach stehen: "Es waren lange, intensive und an einigen Stellen auch schwierige Gespräche", wird Leiters in dem Beitrag zitiert. Man sei jedoch ein gutes Stück vorangekommen. "Jetzt geht es um die Detailarbeit, ehe wir Ende Juli die Ergebnisse vorstellen. Bis dahin haben wir mit der Arbeitnehmerseite Stillschweigen vereinbart."

Gesamtbetriebsratschef Ibrahim Aslan sieht ebenfalls Fortschritte: "Es geht voran, aber auf dem Weg hin zu einer Einigung gibt es schon noch einige Brocken aus dem Weg zu räumen. Da lassen wir nicht locker." Die Inhalte des vergangenen Wochenendes würden nun in den Gremien finalisiert. "Und dann werden wir natürlich erst intern informieren, denn die Mannschaft hat absoluten Vorrang."

Stellenabbau in Sicht

Leiters hatte bereits im März angekündigt, Porsche deutlich verschlanken und die bislang aufgelegten Programme verschärfen zu wollen. Das schließe auch einen Stellenabbau ein. Die Verhandlungen zu dem sogenannten Zukunftspaket laufen bereits seit Monaten. Früheren Berichten zufolge stehen mehrere Tausend Stellen bei den Schwaben zur Disposition – vor allem in Management, Verwaltung und Entwicklung.

Es ist nicht das erste Sparpaket, das die VW-Tochter auflegen muss: Bereits vor eineinhalb Jahren hatte Porsche verkündet, dass in der Region Stuttgart bis 2029 rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen sollen. Zusätzlich sind die Verträge von rund 2.000 befristeten Angestellten ausgelaufen. Außerdem wurden im Leipziger Werk Stellen abgebaut, und drei Tochterfirmen mit zusammen rund 500 Beschäftigten sollen ebenfalls geschlossen werden.

Gewinneinbruch um 91 Prozent

Nötig sind die Sparrunden vor allem deshalb, weil sich Porsche im Jahr 2025 in einen Krisenmodus entwickelt hat. Die Verkaufszahlen sanken um ein Zehntel und lagen auf dem niedrigsten Stand seit dem Corona-Jahr 2020. Die Werke sind nicht voll ausgelastet. Noch dramatischer fiel der Gewinneinbruch aus: Der Überschuss brach um rund 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein.

Ursachen für diese Entwicklung waren das schwächelnde China-Geschäft, die US-Zollpolitik sowie die geringere Nachfrage nach E-Modellen. Hinzu kamen der Konzernumbau und strategische Fragen: Allein die Entscheidung, wieder stärker auf Verbrenner zu setzen, schlug mit Milliarden zu Buche.

Auch im ersten Quartal setzte sich die negative Entwicklung fort. Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen zuletzt jedoch.


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