Neuzulassungen: E-Autos auf Rekordkurs – Taktikzulassungen verzerren den Markt

09.03.2026 16:43 Uhr | Lesezeit: 3 min
Zahlreiche Autotransportwagen mit Neufahrzeugen von der Volkswagen AG stehen auf den Gleisanlagen von einem Rangierbahnhof in München (Bayern).
Der Automarkt wächst wieder, aber nicht aus eigener Kraft.
© Foto: picture alliance / dpa | Matthias Balk

Der Pkw-Markt wächst im Februar wieder, aber nicht nur aus eigener Kraft: Vor allem Sondereffekte treiben die Zahlen. Gleichzeitig legt die Elektrifizierung in Privat- und Flottenmarkt spürbar zu.

Der deutsche Pkw-Markt hat sich nach dem schwachen Jahresauftakt im Februar wieder gefangen. Mit 211.262 Neuzulassungen lag das Volumen 3,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Wie der Branchenbeobachter Dataforce mitteilte, würde sich auf Basis des SAAR-Werts für das Gesamtjahr 2026 ein Marktvolumen von knapp drei Millionen Pkw ergeben – also ein Niveau im Normalbereich. SAAR (Seasonally adjusted annual rate) rechnet ein Jahresendergebnis hoch, wenn jeder Monat so gelaufen wäre, wie der aktuelle.

Allerdings wurde das Wachstum im Februar vor allem von Sondereinflüssen getragen. Die sogenannten taktischen Kanäle legten insgesamt um 17,5 Prozent zu. "Was aktuell nicht so glänzt, sind die vielen Zulassungen aus den taktischen Kanälen. Das dämpft die Euphorie etwas", erklärte Dataforce-Analyst Julian Litzinger. 


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Besonders stark entwickelten sich die Autovermieter mit einem Plus von 45,7 Prozent auf 26.876 Neuzulassungen. Auch der Fahrzeugbau (21.145 Einheiten / plus 2,8 Prozent) und der Autohandel (34.580 Fahrzeuge / plus 7,6 Prozent) verzeichneten Zuwächse. Der Privatmarkt wuchs dagegen nur leicht um 0,7 Prozent auf 66.466 Pkw, während die Flotten im zweiten Monat in Folge Volumen einbüßten und um 6,2 Prozent zurückgingen. Gezählt wurden 62.195 neue Firmenwagen.

Elektrisch fahren ist angesagt

Deutlich positiver fällt der Blick auf die Antriebsentwicklung aus. Im Privatmarkt stiegen die BEV-Zulassungen im Februar um 62 Prozent. Der BEV-Anteil erreichte damit 25,5 Prozent – der höchste Wert seit Dezember 2023. Gleichzeitig behaupteten sich auch Plug-in-Hybride und Vollhybride auf hohem Niveau.

Vor allem Vollhybride legten im Privatmarkt mit einem Plus von 38 Prozent kräftig zu. Gemeinsam kamen PHEVs und Vollhybride auf einen Marktanteil von 15 Prozent. Gerade vor dem Hintergrund verschärfter CO2-Vorgaben bleiben diese Antriebe für Hersteller attraktiv, weil sie emissionsärmere Alternativen zu klassischen Verbrennern ermöglichen.

"Elektrifizierungsrallye geht weiter"

Auch im Flottenmarkt setzte sich die Elektrifizierung fort. BEV übernahmen im Februar wieder die Spitzenposition unter den Antriebsarten, nachdem im Januar noch Diesel vorn gelegen hatte. Während Diesel in Flotten um 17 Prozent verloren, legten Elektrofahrzeuge um 23 Prozent zu und erreichten einen Marktanteil von 28,1 Prozent. "Die Elektrifizierungsrallye geht weiter im deutschen Pkw-Markt – besonders in Flotten sehen wir starke Marktanteile, aber auch der Privatmarkt zieht ordentlich mit", ordnete Litzinger ein.

Transporter leicht im Plus

Im Transportermarkt zeigte sich nach dem starken Rückgang im Januar wieder ein leichtes Plus. Auch hier kam der Impuls jedoch vor allem aus den taktischen Kanälen. Der Fahrzeughandel wuchs um 43 Prozent, Autovermieter und Fahrzeugbau legten jeweils um 20 Prozent zu.

Privat- und Flottenmarkt bewegten sich dagegen nahezu auf Vorjahresniveau und sorgten nicht für zusätzliche Volumenzuwächse. Bei den Antrieben gewann Diesel erstmals seit längerer Zeit wieder um vier Prozent hinzu. Elektrotransporter wuchsen gleichzeitig um 34 Prozent. Dadurch verschlechterte sich die CO2-Bilanz im Segment leicht.


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