Bosch auf der Auto China 2026: Autonom in die Erfolgsspur

30.04.2026 09:47 Uhr | Lesezeit: 2 min
Bosch
Bosch sieht automatisierte Fahrfunktionen speziell im größten Automarkt der Welt als wichtigen Wachstumstreiber.
© Foto: Bosch

Während Europa bremst, beschleunigt Bosch im größten Automarkt der Welt. Mit KI und neuen Level-3-Systemen wird automatisiertes Fahren im Reich der Mitte greifbar.

Während bei europäischen Autohersteller zuletzt die Euphorie bei hochautomatisierten Fahrfunktionen gedämpft war, treibt Bosch das Geschäft mit selbstfahrenden Systemen in China mit hohem Tempo voran. Auf der Auto China in Peking (bis 3. Mai) zeigt der Automobilzulieferer mehrere neue Lösungen für assistiertes und automatisiertes Fahren und rückt dabei zudem den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in den Mittelpunkt.

China gilt mit zuletzt 34,5 Millionen produzierten Fahrzeugen als globaler Leitmarkt und ist für Bosch zugleich zentraler Wachstumstreiber. Bereits rund zwei Drittel der Neuwagen in China verfügen über Level-2-Funktionen, die Nachfrage nach höheren Automatisierungsgraden wächst deutlich.

Bosch entwickelt bereits Lösungen für Level-3-Funktionen. Seit März verfügt das Unternehmen über eine Testlizenz für entsprechende Fahrfunktionen im chinesischen Wuxi, bei denen die Technik in definierten Szenarien – etwa auf Autobahnen und Schnellstraßen – die Fahraufgabe übernimmt. Fahrer können sich dabei phasenweise vom Verkehrsgeschehen abwenden.


Auto China 2026 – Impressionen

Auto China 2026 Bildergalerie

Eine zentrale Rolle spielt dabei auch KI. Bosch setzt nach eigenen Angaben in allen Softwarebausteinen auf lernfähige Algorithmen, die gegenüber klassischen regelbasierten Ansätzen deutliche Vorteile bieten. In Kombination mit einer redundanten Sicherheitsarchitektur soll so ein skalierbarer Betrieb von Level-3-Systemen möglich werden.

Zu den weiteren Neuheiten zählt die Ausweichfunktion "Autonomous Emergency Steering", die mit einem chinesischen Autohersteller entwickelt wurde. Sie greift ein, wenn eine Bremsung allein nicht mehr ausreicht, und steuert das Fahrzeug kontrolliert an Hindernissen vorbei. Grundlage ist ein vernetztes Vehicle Motion Management, das Bremse, Lenkung und Antrieb in Echtzeit koordiniert.

Flankiert wird das System durch Schlüsselkomponenten für softwaredefinierte Fahrzeuge. Dazu gehören By-Wire-Lösungen für Bremse und Lenkung, moderne Hochleistungsrechner sowie Sensorik der neuesten Generation, etwa Radar der siebten Generation. Bosch liefert Hard- und Software und will dabei für die Autohersteller Skaleneffekte sowie schnellere Entwicklungszyklen ermöglichen.


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