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Conti will schrumpfen: Teil der Autosparte auf Prüfstand

Nikolai Setzer
Continental-Chef Nikolai Setzer will den Autozulieferer weiter verschlanken.
© Foto: Continental

Continental-Chef Nikolai Setzer will den Autozulieferer weiter verschlanken. Nachdem das Verbrennergeschäft bereits als Vitesco abgespaltet wurde, stellt er nun weitere Teile des Autoteile-Segments auf den Prüfstand.


Datum:
04.12.2023
Autor:
dpa
Lesezeit:
3 min
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Continental stellt Teile seines Automobilzuliefer-Geschäfts auf den Prüfstand. Man prüfe, Teile der Automotive-Sparte auszugliedern, kündigte Konzernchef Nikolai Setzer am Montag beim Kapitalmarkttag des Dax-Konzerns in Hannover an. Insgesamt gehe es um rund ein Viertel des Umsatzes der Sparte. Einen Komplettverkauf des Geschäftsfelds schloss er aber aus. Konkret gehe es zunächst um das Geschäft mit Auto-Cockpits und Displays. Das Geschäftsfeld mit bisher 3,5 Milliarden Euro Umsatz werde zunächst organisatorisch selbstständig aufgestellt, um dann möglich Optionen prüfen zu können. Von einem Einstieg eines Investors, einer Gemeinschaftsfirma bis hin zu einem Verkauf oder Börsengang sei alles möglich.

Konzentration auf Zukunftsfelder

Entschieden sei aber noch nichts, einen Zeitplan nannte Setzer auf Nachfrage nicht. Daneben prüfe man dasselbe für weitere, kleine Randbereiche der Sparte mit zusammen 1,4 Milliarden Euro Umsatz. Einzelheiten nannte Setzer noch nicht. Das Geschäft mit dem Autonomen Fahren stehe dabei aber nicht auf dem Prüfstand, betonte Setzer. Mit dem Schritt will sich Continental auf profitable und wachstumsstarke Zukunftsfelder konzentrieren und noch stärker vom reinen Teilelieferanten zum Technologiepartner der Autobranche werden.

Im Sommer hatte der Konzern bereits angekündigt, in der Sparte Contitech, das Automotive-Geschäft abzutrennen und auch hier alle Optionen vom Einstieg eines Partners bis hin zu Verkauf oder Börsengang zu prüfen. Der Bereich stellt unter anderem Schläuche und Leitungen her, beliefert aber auch die Bergbauindustrie etwa mit Förderbändern. Bis 2025 solle der Umbau hier abgeschlossen werden, kündigte Setzer an. Einzelheiten zu möglichen Gesprächen mit potenziellen Partnern nannte er noch nicht.

Kein Komplettausstieg aus Automotive-Sparte

Vor zwei Jahren hatte der Konzern schon das Verbrenner-Geschäft in Vitesco ausgelagert und an die Börse gebracht. Zuletzt war spekuliert worden, Continental könnte sich auf das profitable Reifengeschäft und den Industriebereich von Contitech etwa mit Förderbändern konzentrieren. Dem erteilte Setzer nun eine Absage. "Automotive bleibt bei uns ist auch künftig eine starke Säule", sagte er. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Continental für dieses Bereich der beste Eigentümer sei. "Und wir sehen hier großes Potenzial." Auch nach der möglichen Abspaltung des Cockpit-Geschäft und der weiteren Bereiche sei der Bereich mit rund 15 Milliarden Euro Umsatz noch ebenso groß wie das eigene Reifengeschäft. "Damit sind wir immer noch ein großer Player."

Insgesamt sei Continental zuletzt hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben, räumte Setzer ein. Seine 2020 gesteckten Ziele habe man bisher nicht erreicht. "Insbesondere im Automotive-Bereich dauert es länger, als 2020 angenommen. Wir sind mit dem Erreichten nicht zufrieden." Um die Kosten zu senken, will Continental in dem Segment nun auch seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung senken. Im Automotive-Bereich sollen diese Ausgaben von derzeit zwölf Prozent des Umsatzes zunächst auf elf Prozent und mittelfristig - also in drei bis fünf Jahren - auf unter zehn Prozent sinken.

Entwicklungszentren werden zusammengelegt

Um das zu erreichen, soll auch die Zahl der bisher weltweit 82 Entwicklungsstandorte reduziert werden. Es gehe vor allem darum, kleine und ineffiziente Standorte mit anderen zusammenzulegen. Zudem hatte Continental bereits angekündigt, in der Verwaltung der Sparte Stellen abzubauen.

400 Millionen Euro sollen so eingespart werden. Berichte zufolge sollen rund 5500 Verwaltungsstellen wegfallen. Erhöhen will Continental dagegen die Ausschüttungen an seine Aktionäre. Statt der bisher in Aussicht gestellten 15 bis 30 Prozent des Nettogewinns wolle man künftig 20 bis 40 Prozent als Dividende auszahlen, kündigte Finanzvorständin Katja Garcia Vila an.

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