Frage der Woche: Faires Rabattniveau?

18.01.2010 13:44 Uhr
Verbraucher sehen laut der neuen AUTOHAUS-Endkundenumfrage Autokäuferpuls einen Rabatt von 16,7 Prozent als "fair" an.
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Verbraucher sehen laut der neuen AUTOHAUS-Endkundenumfrage Autokäufer<i>puls</i> einen Rabatt von 16,7 Prozent als "fair" an. Die Mehrheit der AUTOHAUS Online-Leser sieht das freilich anders.

Aktuelle Ergebnisse der neuen AUTOHAUS-Endkundenumfrage Autokäuferpuls zeigen, dass sich im Autohandel anstelle einer Erfolgsspirale eine Rabattspirale entwickelt hat. 61 Prozent der Kunden gaben an, dass sie einen anderen Händler der gleichen Marke aufsuchen würden, wenn sie den erwarteten Preisnachlass nicht erhalten. Dies ist umso bedeutsamer für den Handel, da die Käufer im Durchschnitt mittlerweile einen Rabatt von 16,7 Prozent als "fair" ansehen. So halten 26,8 Prozent der Kunden einen Rabatt von elf bis 15 Prozent für angemessen, 25 Prozent sogar einen Nachlass von 16 bis 20 Prozent. 22,9 Prozent der Verbraucher erwarten immerhin einen Abschlag von sechs bis zehn Prozent. Stolze 8,9 Prozent der Autokäufer finden sogar 21 bis 25 Prozent Rabatt seien fair. 26 bis 30 Prozent Nachlass halten noch 5,4 Prozent der Kunden für angemessen, über 30 Prozent noch 2,8 Prozent der Umfrageteilnehmer. Nur 5,9 Prozent der Verbraucher geben sich mit bis zu fünf Prozent Rabatt zufrieden. AUTOHAUS Online wollte wissen, wie weit das Gerechtigkeitsgefühl der Käufer von dem der Brancheninsider entfernt ist und fragte seine Leser in der vergangenen Woche daher ebenfalls: Welches Rabattniveau sehen Sie beim Autokauf als "fair" an? Eine eindeutige Mehrheit von 54 Prozent hält demnach sechs bis zehn Prozent Nachlass für angemessen. Elf bis 15 Prozent Abschlag ziehen 21 Prozent der User in Betracht, bis zu fünf Prozent Rabatt ist für zehn Prozent in Ordnung. 16 bis 20 Prozent Nachlass fanden nur noch sechs Prozent der Leser fair, 21 bis 25 Prozent zwei Prozent und 26 bis 30 Prozent lediglich ein Prozent der Umfrageteilnehmer. Über 30 Prozent ist laut vier Prozent der AUTOHAUS Online-User angebracht. Mit über 4.234 abgegebenen Stimmen mobilisierte die "Frage der Woche" den zweitgrößten Teilnehmerkreis in ihrer Geschichte. Die bisher meisten Votes (6.412) gab es am 21. September 2009 bei der Frage "Welche Auto-Neuheit wird der IAA-Star 2009?" (AH) Weitere Ergebnisse zum ersten AUTOHAUS Autokäuferpuls lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von AUTOHAUS, die am 18. Januar erschienen ist. Ein kostenloses Probeexemplar der Studie gibt es unter www.autohaus.de/1000Meinungen.

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KOMMENTARE

E.Kuehlwetter(wallibelli)

18.01.2010 - 22:36 Uhr

Stutzig machte mich in der AH - Frage die fehlende Anklick-Möglichkeit: "Kein Rabatt". Scheinbar wird Rabatt vom Handel als "Gott gegeben" hingenommen. Rabatt beim Autokauf ist in Deutschland die "Gretchenfrage". Vorne schreien Alle nach viel Rabatt, merken anschließend gar nicht, wie Ihnen durch überteuerte Leasing - bzw. Full - Serviceverträge der ganze Nachlass wieder aus der Tasche gezogen wird. Habe gestern auf der Plattform " leasetime.de " nach Übernahme von Leasingverträgen gesucht. Da wurden Kunden Autos mit Kilometerpreisen verleast, bei denen man nur noch den Kopf schütteln kann. Scheinbar ist Geiz für viele doch nicht geil. Am besten schafft man die UPE ab. Dann gibt es keine Rabattgespräche mehr. Und Prof. Dudenhöffer muss sich einen neuen Job suchen. Weiße und braune Ware hatten früher auch öffentliche UPE - Preise. Es wurde heftig gefeilscht. Heute fragt man "Geht da noch was runter?" Ein halbwegs selbstbewusster Verkäufer lächelt dich an und sagt: " Nein, das sind schon Angebotspreise!". Entweder schluckt man's oder nimmt eine günstigere Alternative. So einfach kann verkaufen sein.


Martin Häcker

19.01.2010 - 07:39 Uhr

Diese "Rabattgeschrei" wird langsam unerträglich. Hier ist doch jetzt endlich mal die Fachpresse aufgerufen, seriös dieses Thema zu recherchieren. Ein Markenhändler kann keinen 16,5 % Nachlass geben! Es gehört die tatsächliche Marge der Händler veröffentlicht. (Das wäre doch eine schöne Aufgabe für Herrn Prof. Dudenhöfer.) Werden Nachlässe in Höhe von 16 % und mehr aufgerufen handelt es sich immer um Aktionen die vom Hersteller gesteuert werden. Der Kunde wird einfach nur von der Presse falsch informiert


T.Schone

19.01.2010 - 08:57 Uhr

Welcher Rabatt ist schon fair? Jede Marke arbeitet mit anderen Margen und Herstellersubventionen. Bei Importeuren gibt es tendenziell mehr Rabatt als bei Marken aus dem eigenen Land (egal wo). Die Marktschreierei von Herrn Dudenhöffer legt den Kunden diese Zahlen ohne Erläuterungen in den Mund. Und die wahnsinnigen vier Prozent, die über 30% Nachlass gutheißen, haben hoffentlich die Fragestellung nicht verstanden. Ironie: Schade das im Neuwagenhandel Preislisten ausliegen. Sonst könnte man sogar 50% bis 60% Nachlass anbieten: Siehe "50% auf alle frei geplanten Küchen". Wenn wir so werben würden, würde es gar kein Kunde mehr verstehen.


heinz reitzel

19.01.2010 - 09:25 Uhr

Also ich möchte keinen Kommentar dazu mehr abgeben.Stoppt die Rabattschleuderei und die Problematik ist beseitigt.Herr Dudenhöffer kann ein anderes Problem aufgreifen und die Händler verdienen wieder etwas Geld.


A. Bohn

19.01.2010 - 09:29 Uhr

Rabatt = 0%, dafür die Grundpreise auf ein "vernünftiges Niveau" senken. Wer Bar zahlt soll von mir aus noch seine 3% Skonto abfassen, aber dann ist gut. Warum denn nur immer Rabatt, Rabatt, Rabatt? Sind unsere Autos allesamt Mangelhaft, dass wir sie nur über einen Nachlass verkaufen können? Oder nimmt uns der Einzelkunde mal 50 Wagen am Stück ab, dass er einen Nachlass auf die Menge bekommt? Nein! Ansonsten: Alle Mann nach Marokko schicken - dort gibt's Rabat(t) satt...


Jörg-Uwe Banach

19.01.2010 - 10:08 Uhr

Geben die befragten Autokäufer ihren Arbeitgebern auch Rabatte auf ihren Lohn? Ich fänd das fair.


K. Wrobel

19.01.2010 - 10:31 Uhr

61% laufen mir weg & gehen zum Nächsten, bis das bekommen was sie wollen! Dann habe ich ja heute noch Glück & werde was verkaufen, denn die 61% sind die Woche schon durch … :-))


A. Aslau

19.01.2010 - 12:21 Uhr

Soeben erlebt: Kunde kommt, gibt Interesse für zwei vollkommen unterschiedliche Modelle vor und fragt beim setzen: "Was für Nachläße bekomm ich denn, Peugeot gibt 22% !" Da war er evt. 2 Min. im Haus. Meinen Einwand, dass wir in unserem Hause keine Nachlässe verkaufen, sondern ein hochwertiges Produkt in Verbindung mit einem überzeugenden Service für unsere Kunden wollte er wohl nicht wirklich hören. Auch nicht, dass falls der Wettbewerb ein solches Angebot unterbreitet hätte, dieses sicherlich an gewisse Vorgaben geknüpft sei. Um des lieben Friedens willen habe ich dann zwei Fahrzeuge zusammengestellt, diese mit unserem Hauspreis (gültig 14 Tage) versehen und weitere Besichtung des Wunschmodells bzw. ausführliche Probefahrt angeboten. Wird aber nichts bringen, meine Barzahlerangebote lagen gerade mal bei knapp der Hälfte der imaginären "Vorgabe" (und das auch nur mit entsprechender Herstellerbezuschußung). Leider der übliche Alltag. OHNE JEDE Produktkenntnis, OHNE nähere Besichtigung und OHNE Probefahrt wird tatsächlich der Nachlass verglichen - OHNE wirklich überhaupt mal das Preis-/Gegenwertverhältnis verglichen zu haben und Ausstattungsunterschiede zu bereinigen. Ganz ehrlich - wer legt auf diese Kundengruppe wert ? Schade, dass ich wieder mal keine "Bedarfsanalyse" durchführen durfte, die laut den schlauen Trainern, die mich seit 20 Jahren immer wieder in die Mangel nehmen, bis zu zwei Stunden dauern kann. Vielleicht wußte einfach der Kunde nichts davon ? ;-)


martin busch

19.01.2010 - 13:29 Uhr

Ehrlich gesagt bin ein wenig verwundert über die Äußerungen der hier schreiben Verkäuferschaft! Letztlich muß und kann es doch nur "UNSERE" Aufgabe sein, auch diesen Kunden unser Auto so anzubieten, das er es bei uns kauft! Hier ist eine sehr schnelle Auffassungsgabe und besonders gute Menschenkenntnis gefragt um möglichst schnell eine persönliche Ebene zum potentiellen Käufer zu schaffen! Ein wirklich guter Verkäufer macht seine Geschäfte nicht über den Preis meine Herren. Er verkauft immer ein Stück von sich selbst dabei und bringt dem Kunden ein "gutes Gefühl"!!! Nur so schaffen sie, diesen lästigen Rabattjägern ein Schnäppchen zu schlagen!


K.Pütter

19.01.2010 - 13:43 Uhr

A.Bohn und A.Aslau sprechen mir aus der Seele. Ich mache es jetzt so, dass ich, wenn einer kommt und nur nach dem Rabatt fragt und nicht an der Wertigkeit unserer Fahrzeuge interessiert ist,mich für seinen Besuch bedanke und ihm unmissverständlich zu verstehen gebe, dass er seine Zeit leider unnütz vertan hat. Ich muss allerdings sagen, dass ich schon lange im Geschäft bin und über eine große Zahl von Stammkunden verfüge und die mich auch weiter empfehlen. Mir tun die jungen und fleißigen Kollegen leid, die nicht über ein derartiges Porfolio verfügen und unter dem Druck von zum Teil selbstherrlichen Vorgesetzten leiden. Das begründet auch die Fluktuation in vielen Betrieben. Fazit: Es müssen reale Preise von den Herstellern vorgegeben werden, damit diese Unsitte mit den verrückten Rabatten aufhört. Und was die schlauen Verkaufstrainer angeht, kann ich auf Anhieb nur maximal eine Handvoll nennen, die mir etwas gegeben haben. Ich habe mal einen "ganz schlauen" gefragt, ob er schon mal Autos verkauft hat. Seine Antwort: ich weiß und kann alles, ich habe in Calw studiert. Danach haben wir kein Wort mehr miteinander geführt.


R. Kannegießer

19.01.2010 - 15:57 Uhr

@martin busch: das glauben Sie doch nicht etwa selber, was sie hier niederschreiben. Bei unserer älteren Kundschaft mag das noch so sein, da geb ich Ihnen recht. Aber die "neue" Kundschaft, die ist vorinformiert und sehr Preissensibel und denen ist das gute Gefühl mitlerweile so was von egal. Viele wollen Ihr Auto zum besten Preis, egal wo und wie. Die Rabattdiskusion ist alltäglich! Die Mühen der Verkäufer, der Service des Autohauses, Komplettangebote etc, den Kunden auch mal in den Arm nehmen ;-), das alles bekommt der Kunde überall und er erwartet es auch. Wer heute denkt, das ist etwas besonderes der irrt gewaltig! Es sei denn Sie sind Verkaufsleiter... Kunden denen man jahrelang besten Service gab, kaufen schwuppdiwupp beim anderen Händler nur weil der 100,- € Überführungskosten weniger berechnet. Das machen Sie bitte ein paar mal mit... Grüße... PS: Übrigens ist das ganz menschlich, denn ich "benahm" mich beim Kauf eines hochpreisigen Mountain-Bikes genauso.


A. Aslau

19.01.2010 - 16:22 Uhr

@R.Kannengiesser Genauso sieht es (leider) aus - überall. Aber es gibt eben immer die "besseren" - die hatte ich auch bei meiner damaligen VW-Verkäuferausbildung vor langer, langer Zeit dabei. Die hatten angeblich schon die ersten drei Audi V8 verkauft, wo ich nach zwei Monaten in der Branche gerade einmal fünf Gebrauchte vorweisen konnte. Nach nicht genau gesicherten Erkenntnissen sind von rund 45 - 50 Leuten in zwei Ausbildungsklassen noch 10% im Geschäft. Die tollen V8-Verkäufer waren aber die ersten, die gegangen sind/wurden.


K. Schuler

19.01.2010 - 17:49 Uhr

Folgende Anekdote gerade live erlebt: Vor mir an der Supermarktkasse legt eine Kundin zwei Salatköpfe und zwei Tüten Nudeln aufs Band: "Die Nudeln sind ja diese Woche im Angebot!?!" Antwortet die Kassiererin: "Das Angebotsblatt gilt erst ab Donnerstag!" Kundin: "Dann lasse ich die Nudeln hier!" und bezahlt ihren Salat. Ich spreche Sie beim Bezahlen an: "Meinen Sie nicht, dass die Spritkosten höher sind als die Ersparnis bei den Nudeln, wenn Sie sich am Donnerstag noch einmal ins Auto setzen und dann die Nudeln kaufen?" Darauf ernte ich einen leeren, ungläubigen Blick und die Kundin entschwindet aus dem Laden. Die Kassiererin denkt nach, dann lächelt sie verschmitzt...


K. Wrobel

20.01.2010 - 09:10 Uhr

In meinen Augen wird die Rabattschleuderei durch die Hersteller solange ausgelobt, solange diese immer nur an sich sprich ihre Werksauslastungen & gepuschten Marktanteile denken getreu dem Mot lass die Händlerschaft sich zerfleischen, solange es uns gut geht ODER "Jedem das Seine & mir das Meiste"!!! Macht der eine Dicht, kommt ein Neuer!!!!!! Der Fisch beginn bekanntlich am Kopf an zu stinken & es stinkt gewaltig !!! Was würde denn passieren wenn ein Hersteller seine Produktion auf das REALISTISCHE Maß zurückfährt???? Die Lieferzeiten würden sich verlängern, der Käufer wird dies nicht akzeptieren & wer kauft schon ein Auto welches in der Zulassungsstatistik NICHT ;-) wirklich auftaucht?! Wir befinden uns in einem Kreis, welchen wir auch niemals verlassen werden, außer das dieser immer kleiner wird und wir bald keinen Platz mehr zum drehen haben werden! KURZ; aus der "Krise" haben Konzerne nicht wirklich etwas gelernt. Der RICHTIGE große Knall ist nur um weitere X Jahre / Monate verschoben worden!!! Es macht keinen Spaß mehr!


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