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Gebrauchte E-Autos: Auf dem Zitronenmarkt

Was hierzulande als "Montagsauto" oder "Möhre" bekannt ist, nennt man in den USA auch "Lemon".
© Foto: SHS Photography / stock.adobe.com

Der Akku ist das teuerste Bauteil jedes Elektroautos. Derzeit kann beim Kauf eines gebrauchten ­Stromers aber niemand exakt sagen, in welchem Zustand er ist. Denn dabei kommt es auch auf das Lade- und Fahrverhalten des Vorbesitzers an. Das aber lässt sich bis dato kaum nachvollziehen.

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Zwei Autos: Identisches Modell, identische Ausstattung, gleiches Alter und gleicher Preis. Einziger Unterschied: Auto A hat 10.000 Kilometer weniger auf dem Tacho als Auto B. Ginge es um einen Verbrenner, müsste kein Kunde lange überlegen, welches Fahrzeug er kauft. Handelt es sich dagegen um ein E-Auto, könnte es durchaus sein, dass das Fahrzeug mit dem geringeren Kilometerstand die deutlich schlechtere Wahl ist.

Denn die Restwertentwicklung von ­E-Autos unterscheidet sich deutlich von der bei Verbrennern. Bei Letzteren ist die ­Sache einfach: Ausschlaggebend sind vor allem Alter und Laufleistung. Bei E-Autos hingegen kommt es maßgeblich auf den Zustand der Traktionsbatterie an, dem mit Abstand teuersten Bauteil in jedem E-Auto. Sie macht bei vielen Modellen 30 bis 50 Prozent des Gesamtwerts aus.

Keine marktreifen Diagnose-Produkte

Das Problem: "Aktuell gibt es noch keine verlässlichen Systeme, um den Zustand einer Batterie im E-Auto exakt zu bestimmen", erklärt Martin Dillinger, Experte für alternative Antriebe bei TÜV Rheinland. Zwar würde derzeit eine ganze Reihe an Unternehmen an entsprechenden Lösungen arbeiten, wirklich marktreif für den Massen-Einsatz außerhalb von Laboren sei aber noch keine – das gelte auch für das System, an dem TÜV Rheinland derzeit mit dem Start-up Twaice arbeite.

Für den Elektro-GW-Markt hat das fatale Folgen: Damit man nicht Gefahr läuft, übertölpelt zu werden, muss jeder Interessent beim Kauf eines Wagens mit dem worst case rechnen – sprich mit ­einer Batterie in überdurchschnittlich schlechtem Zustand. Das hat Folgen für die Zahlungsbereitschaft. "Gebrauchte E-Autos werden derzeit tendenziell unter Wert verkauft", konstatiert Dillinger und ergänzt: "Der Markt ist ineffizient. Käufer brauchen Transparenz über den Gesundheitszustand einer Batterie."

"The Market for Lemons"

Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisgewinner George Akerlof hat dieses Problem der Intransparenz beziehungsweise der asymmetrischen Information auch als "The Market for Lemons" bezeichnet: Wenn ein Käufer...

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