Gewerkschaft warnt vor Verkauf von Jaguar und Land Rover

12.06.2007 08:10 Uhr

Britische Arbeitnehmervertreter haben "massive Bedenken" wegen eines etwaigen Stellenabbaus / Britischer Premier zeigt sich optimistisch

Britische Gewerkschaftsführer haben vor einem Verkauf der Ford-Nobelmarken Jaguar und Land Rover gewarnt. Es gebe massive Bedenken, dass zahlreiche Jobs wegfallen, sagte Dave Osborne von der Gewerkschaft Unite am Dienstag. Ford plant nach Medienberichten, die britischen Traditionsmarken abzustoßen. Jaguar beschäftigt in Großbritannien rund 10.000 Mitarbeiter, Land Rover etwa 9.000. Es wird erwartet, dass der kriselnde US-Autokonzern in den kommenden Tagen eine Mitteilung zu dem Verkauf macht. Politiker seien bereits informiert worden. Der britische Premierminister Tony Blair sieht bei einem möglichen Verkauf von Jaguar und Land Rover die Zukunft der britischen Luxusmarken nicht gefährdet. "Wir glauben weiterhin, dass Land Rover und Jaguar sehr erfolgreiche Unternehmen sind", sagte Blairs Sprecher am Dienstag. "Sie werden eine erfolgreiche Zukunft haben." Die Regierung sei mit Ford in Gesprächen, sagte der Sprecher. Ford erwartet nach Marktberichten ein großes Interesse von Finanzinvestoren für die beiden Marken, wogegen sich die Gewerkschaften sträuben. Am Vortag wurde bekannt, dass Ford bereits drei Investmentbanken für den Verkauf engagiert hat. Jaguar gehört seit 1989 und Land Rover seit 2000 zu Ford. Die Amerikaner hatte erst im März die britische Luxusmarke Aston Martin für rund 925 Mio. Euro an ein Investorenkonsortium abgegeben (wir berichteten). Jaguar und Land Rover sollen der "Financial Times" zufolge als Paket verkauft werden. Der Verkauf der schwedischen Marke Volvo, die auch zu Fords Premier Automotive Group gehört, stehe nicht zur Debatte. Die als mögliche Interessenten gehandelten Autohersteller Fiat und Renault hätten jegliche Kaufpläne dementiert. Auch der Finanzinvestor Alchemy Partners, dem nachgesagt wurde, ein Gebot von drei Mrd. Pfund zu planen, habe Kaufabsichten zurückgewiesen. Alchemy sei nur "auf emotionaler Basis" interessiert gewesen, sagte eine Sprecherin der Zeitung. (dpa)

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