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Händlervertrag: Nissan fordert Bekenntnis zur Elektromobilität

Nissan setzt auf den elektrischen Leaf.
© Foto: Nissan

Der Importeur nimmt bei dem Prestigethema auch den Handel in die Pflicht - und erwartet die Aufnahme des Leaf in das Vertragsprogramm. Eine Investition, die mancher Partner nicht stemmen kann oder will.


Datum:
07.11.2012
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Nissan Deutschland nimmt beim Prestigethema Elektromobilität auch den Handel in die Pflicht. So sieht die "Anlage 2" des Händlervertrags die Aufnahme des Stromers Leaf in das Vertragsprogramm vor. Eine Investition, die mancher Partner nicht stemmen kann oder will – gerade wenn es sich um einen kleinen Betrieb oder einen ländlichen Standort ohne großes Elektroauto-Potenzial handelt.

Dem Importeur ist das Thema, das zu den weltweiten strategischen Unternehmenszielen gehört, allerdings so wichtig, dass er den Händlern, die die Anlage noch nicht unterschrieben haben, mit der Kündigung droht. Laut einem Schreiben, das AUTOHAUS Online vorliegt, behält sich Nissan "entsprechende Maßnahmen" vor, die "auch zur Beendigung unseres Vertragsverhältnisses führen können." Man wolle sich gemeinsam mit dem Handel bestmöglich auf den zukünftig wachsenden Elektrofahrzeugmarkt vorbereiten, heißt es. Die Investitionen für die Partner seien auf ein notwendiges Minimum beschränkt. Zudem gebe es Finanzierungsmöglichkeiten über die Herstellerbank.

Dem Händlerverband sind etliche Fälle bekannt, in denen säumige Autohäuser angemahnt wurden. Helfen kann er den Betroffenen nur mit Rat und Zuspruch: "Für oder gegen den Leaf – das ist letztlich die freie unternehmerische Entscheidung jedes einzelnen Händlers", erklärte Verbandsvorsitzender Peter Gerards auf Anfrage. "Wir haben die ursprünglich von Nissan geforderten Investitionen bereits deutlich heruntergehandelt." Die Händler seien über die Anlage 2 informiert worden, viele hätten sich bereits für die Elektromobilität entschieden. Kündigungen durch den Importeur sind Gerards bisher nicht bekannt.

Keinen Einfluss auf Konzernentscheidung

"Nissan hat eine weltweite Konzernentscheidung mit hohen Investitionen in die Elektromobilität getroffen. Darauf hatten die deutschen Händler keinen Einfluss", so Gerards weiter. Dass es hierzulande Regionen und Märkte gibt, in denen es zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund des mangelnden Verkaufspotenzials und fehlender Infrastruktur für E-Fahrzeuge aus Händlersicht wenig Sinn macht, den Leaf jetzt schon einzuführen, sei auch die Auffassung des Händlerverbandes. Gerards: "Der Leaf ist ein sehr gutes, innovatives und zukunftsorientiertes Elektroauto. Aber deshalb aus den zuvor genannten Gründen einen ansonsten guten und loyalen Nissan-Partner den Händlervertrag ordentlich zu kündigen, ist überzogen und nicht verhältnismäßig."

Nissan hat große Erwartungen an die Elektromobilität. Die Marke sieht sich als Vorreiter in diesem Zukunftsmarkt und investiert kräftig in die alternative Antriebstechnologie. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) kam der Leaf von Januar bis Oktober 2012 390 Mal auf Deutschlands Straßen. Der Anteil gewerblicher Halter lag bei 92,8 Prozent. Im kommenden Jahr ergänzt der Transporter E-NV200 das Angebot. (se)

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