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Kooperation: Virtual Reality in der Werkstatt

03.09.2018 16:00 Uhr
Um die Werkstatt des Beresa-Standorts in Münster zu besichtigen, muss man nicht ­unbedingt vor Ort sein.
© Foto: Armin Wutzer

Beresa-Kunden können die Werkstatt des Standorts Münster bald vom Sofa aus besichtigen. Möglich macht das ein Projekt mit dem Werkstattausrüster Autopstenhoj, der an einem Virtual-Reality-Pilotversuch arbeitet.

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Von Armin Wutzer/AUTOHAUS

Autohaus – dieser Name wird dem 2015 eröffneten Beresa-Standort in Münster eigentlich nicht gerecht. Angesichts des 5.000 Quadratmeter großen Showrooms und der Kosten von fast 18 Millionen Euro ist er fast schon eine Untertreibung.

Rund 300 Fahrzeuge finden außen und innen auf der mit Glasfronten transparent gestalteten Ausstellungsfläche Platz. "Wir wollten hier das Autohaus der Zukunft errichten, in welchem wir jeden künftigen Branchentrend von Anfang an mitgehen können und das sich ständig weiterentwickeln kann", sagt Christian Braje, Leiter Service Pkw und Mitglied der Geschäftsleitung bei Beresa.

Die Beresa-Führung erwartet konkret, dass das Auto-Geschäft in Zukunft mobil, vernetzt, papierlos und mit wesentlich ­weniger Reparaturaufwand als bisher ablaufen wird. Das bedeute steigende Kundenerwartungen und steigenden Konkurrenzdruck, glaubt Braje. Als Autohaus könne man in dieser Situation nur bestehen, indem man die Trends aufgreife und die eigenen Dienstleistungen für den Kunden zum Erlebnis macht.

Werkstattbesuch als Erlebnis

Dafür gibt es neben dem beeindruckenden Standort derzeit schon ein Tool für Online-Terminvereinbarungen auf der Webseite sowie eine digitalisierte Serviceannahme mit dem Tablet. Ist das Auto angenommen, gibt Beresa seinen Kunden außerdem die Möglichkeit, den Reparaturfortschritt wie bei der Paketverfolgung der Post jederzeit online zu überwachen. Eventuell nötige Auftragserweiterungen laufen zudem in vielen Fällen über E-Mail oder SMS. Dort verschicken die Serviceberater neben der Anfrage auch einen Videolink, über den der entdeckte Fehler anschaulich zu sehen ist.

Doch ein Problem blieb trotz all der neuen Services immer bestehen: "Die Werkstatt selbst ist eine Blackbox. Der Kunde gibt sein Fahrzeug ab, und wenn er es wiederbekommt, sieht es häufig genauso aus wie vorher, aber er muss ein paar hundert Euro bezahlen", sagt Martin Schmidt, Leiter Service Pkw für die Region Münsterland. Das sei nicht immer leicht zu vermitteln und eine große Lücke beim Erlebnisfaktor eines Autohauses.

Das wird sich im Zuge einer Initiative des Werkstattausrüsters Autopstenhoj bald ändern. Denn dieser arbeitet derzeit an der neuen Digitalstrategie "Autopstenhoj Uplifting Experiences", mit der sich das Unternehmen auf die digitalen Trends der Zukunft vorbereiten will. Zur Strategie gehört auch ein Virtual Reality (VR)-­Pilotversuch. Bei diesem sind digitale Modelle von Werkstätten in eine Anwendung für virtuelle Rundgänge eingebunden. Die Nutzer können sich dann zum Beispiel mit Hilfe einer VR-Brille in der digitalen Werkstatt frei bewegen, indem sie durch ihre Kopfbewegungen bestimmte, in der digitalen Werkstatt farbig markierte Punkte anvisieren. Stehen sie dann beispielsweise vor einer Hebebühne, können sie diese aus allen Winkeln betrachten. Zusätzlich lassen sich dort auf Wunsch Info-Boxen oder Videos zu dieser Hebebühne einblenden. "Wir wollen dem Nutzer eine möglichst realistische Vorstellung davon geben, wie eine von uns eingerichtete Werkstatt idealtypisch aussehen könnte", erklärt CEO Johannes Kjellgren. Wer keine VR-Brille hat, kann die Werkstatt übrigens auch von PC, Smartphone oder Tablet aus besichtigen. Auf der ­Automechanika wird Autopstenhoj das VR-Projekt erstmals öffentlich vorstellen.


Autopstenhoj Virtual Reality

Autopstenhoj Virtual Reality Bildergalerie

Digitaler Werkstattrundgang

Eine der für das Projekt digitalisierten Werkstätten ist die des Beresa-Standorts in Münster. Dort waren Christian Braje und Martin Schmidt sofort offen für den Vorschlag von Autopstenhoj, im Gegenzug für die Einwilligung zu den Aufnahmen eine kostenlose Kopie des 3D-Modells zu erhalten. "Wir wussten zwar noch nicht, wie wir das Modell nutzen könnten, waren aber sicher, dass es eine Menge Möglichkeiten gäbe", sagt Schmidt. "Viele Ideen und Szenarien ergeben sich erst, wenn man ein Produkt vor sich hat", ergänzt Braje.

Die erste Idee war ein digitaler Werkstattrundgang auf der Beresa-Webseite, der in Kürze an den Start gehen soll. Kunden können dort über ihren Browser an Laptop, Smartphone oder Tablet einen Blick in die Werkstatt werfen und sich so den Arbeitsplatz ihres Mechanikers aus nächster Nähe ansehen. "Damit haben wir erstmals einen Kundenkontaktpunkt in der Werkstatt", freut sich Schmidt.

Bewusst offene Projekt-Zukunft

Wie es bei Autopstenhoj mit dem Pilotprojekt weitergeht, steht derzeit noch nicht endgültig fest. Denkbar ist beispielsweise, die Anwendung als Vertriebswerkzeug bei potenziellen Kunden einzusetzen oder sie als Digitalisierungs-Dienstleistung für ­Autohäuser ins Produktportfolio aufzunehmen. "Wir haben ebenso wie bei unserem Augmented-Reality-Projekt absichtlich nicht festgelegt, in welche Richtung wir den ­Piloten weiterentwickeln", sagt Henrik Berg Jepsen, der das Projekt leitet. Das mache man von der Automechanika abhängig. Dort nimmt das Messeteam von Autop­stenhoj das Feedback des Publikums auf und sammelt deren Ideenvorschläge. Das Anwendungsszenario, das sich durchsetzt, entwickelt das Team um Jepsen dann weiter. Wer sich die digitale Werkstatt auf der Automechanika ansehen möchte und über die Weiterentwicklung mitbestimmen möchte, findet den Stand von Autopstenhoj in Halle 8.0 an Stand G96.

Dieser Beitrag ist eine gekürzte Fassung. Den vollständigen Artikel finden Sie in AUTOHAUS Ausgabe Nummer 18, die am 24. September erscheint.

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