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NADA Show Las Vegas 2020: "Wir sind die Autohändler von Amerika"

24.02.2020 15:06 Uhr
Die immer gut besuchte NADA Live-Bühne sowie der Haupteingang zur Ausstellungshalle.
© Foto: Willie A. Boehler

Beim diesjährigen NADA-Kongress in Las Vegas beschäftigten sich die fast 20.000 Teilnehmer hauptsächlich mit den Themen Digitalisierung, Disruption, Fachkräftemangel sowie Kundenwandel der Generationen Y und Z.

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Von Willie A. Boehler/AUTOHAUS

Die National Automobil Dealers Association (NADA) rechnet in diesem Jahr mit einem erneut rückläufigen Fahrzeugabsatz in den USA. Nach 17,1 Millionen Verkäufen 2019 dürfte der Markt auf 16,8 Millionen Einheiten zurückgehen und damit erstmals seit fünf Jahren wieder unter die 17-Millionen-Marke rutschen, wie Patrick Manzi, Chefanalyst des Händlerverbands, anlässlich der NADA Show in Las Vegas erklärte. Das hänge vor allem mit einem schrumpfenden Pkw-Markt zusammen. Dieser Bereich mache nur noch knapp 30 Prozent der Gesamtverkäufe aus.

Bis Ende 2020 erwartet NADA, dass drei von vier verkauften Neufahrzeugen in den USA dem Light-Truck-Segment zuzuordnen sein werden. Bereits heute würde ein Anteil von über 40 Prozent auf die Crossover entfallen – bei weiterhin stetigem Wachstum. Reine SUV erreichten zuletzt 8,1 Prozent, Elektrofahrzeuge steigerten ihre Quote nur leicht auf 1,4 Prozent. Der Trend zu zertifzierten Gebrauchtwagen (Certified Pre Owned/CPO) gehe dafür weiter und werde auch künftig stark zulegen, so Manzi. Im vergangenen Jahr kam dieses Segment auf 2,8 Millionen Einheiten. Insgesamt umfasst der US-Bestand aktuell 278 Millionen Fahrzeuge.

Die NADA Show fand in diesem Jahr vom 14. bis 17. Februar in Las Vegas statt. Die knapp 20.000 Besucher waren aus fast 40 Ländern angereist, um sich über aktuelle Themen, Produkte, Dienstleistungen und Technologien auszutauschen und zu informieren. An der begleitenden Ausstellung nahmen 580 Unternehmen teil, wobei inzwischen fast zwei Drittel davon aus der digitalen Welt kommen.

Workshops wie "Der Händlerbetrieb von morgen", "Digitales Verkaufen/Marketing", "Digitale Strategien durch Personalstrategie ermöglichen", "Optimierung Ihrer Website im Zeitalter des digitalen Einzelhandels", ”Wie Künstliche Intelligenz Händlern hilft, schnellere und profitablere Entscheidungen zu treffen" oder "Business Development Center-Strategien für ein nahtloses Kundenerlebnis" waren immer ausgebucht. Neu war die NADA Live-Bühne als "Zentrum des Lernens für alle Teilnehmer", auf der Branchenexperten unter anderem über Digitalisierung, Marketing, Verkaufsgesprächführung und Recruiting sprachen.


NADA Show 2020 in Las Vegas

NADA Show 2020 in Las Vegas Bildergalerie

Franchise-Vertriebsmodell unter Druck

Kopfzerbrechen bereitet den US-Händlern momentan der zunehmende Direktvertrieb. Jüngst hatte Colorado eine neue Gesetzesvorlage eingeführt, die es Autobauern ermöglichen soll, Elektrofahrzeuge direkt an den Endverbraucher zu verkaufen. Mittlerweile steht den Herstellern dieser Kanal in insgesamt 20 Bundesstaaten offen. In einer Umfrage gaben zwei Drittel der amerikanischen Händler an, Bedenken hinsichtlich der Zukunft des Franchise-Modells zu haben. Fast jeder Dritte äußerte sich besorgt über die Möglichkeit, dass Hersteller mit einem Franchise-System künftig ebenfalls ein eigenes Direktvertriebsmodell einführen könnten.

NADA hingegen ist ein starker Verfechter des Franchise-Modells und will intensiv für seinen Erhalt eintreten. Der bisherige Verbandspräsident Charlie Gilchrist, der mit dem selbstbewussten Motto "We are NADA" für seine Amtszeit ein Zeichen gesetzt hatte, verabschiedete sich mit eindrucksvollen Worten: "Unsere Identität als Autohändler ist einzigartig. Es bedeutet, für unser Franchise-System zu kämpfen, auch wenn Washington unsere Stabilität bedroht. Gemeinsam als NADA können viele Händler zusammen alles erreichen."

Gilchrist forderte seine Kollegen auf, wachsam zu bleiben. "Unsere Branche befindet sich in einer Evolution, nicht in einer Revolution. Es wird eine Welle des Wandels geben, aber wir werden uns darauf einstellen und stärker als je zuvor sein – trotz Störungen im Händlernetz und Mythen über Mobilität. Jeder Händler hat eine glänzende Zukunft vor sich. Lasst nicht andere definieren, wer Ihr seid. Haltet an Eurer Identität fest." Die sich schnell wandelnde Technologie werde die Fahrzeuge auch in den kommenden Jahren stark verändern. Dennoch würden die Kunden immer noch ihre Autos und Trucks kaufen und besitzen wollen. "Und Sie gehen immer noch zu ihrem örtlichen Händler, um ihre Wunschfahrzeuge dort abzuholen. Unser Fußabdruck in Amerika ist unverwechselbar, unsere Beiträge sind unbestreitbar und unser Potenzial ist unermesslich. Wir sind die Autohändler von Amerika und wir sind alle NADA", unterstrich Gilchrist.

Das NADA-Zepter überreichte Gilchrist im Anschluss an seinen Nachfolger und neuen Chairman Rhett Ricart, Präsident der Ricart Automotive Group in Columbus (Ohio). "Wir müssen weiter auf dem aufbauen, was uns zur Verfügung gestellt wurde, und wir müssen die Gelegenheit nutzen, unser Erbe zu schützen und weiter zu entwickeln. Wir sind alle NADA", erklärte auch Rhett.

Prominente Redner

Zu den prominenten Rednern in diesem Jahr gehörten David Cameron, ehemaliger Premierminister des Vereinigten Königreichs, und GM-Chefin Mary Barra. Cameron sprach über die Zukunft der Europäischen Union und den Platz Großbritanniens in der Welt nach dem Brexit. Dabei gab er auch einen einzigartigen Einblick in den Aufstieg populistischer Politiker und Parteien in einer Zeit tiefgreifender globaler Veränderungen. Barra schloss die NADA Show als letzte Referentin mit den Worten: "Es ist eine aufregende Zeit für die Branche. Wir sehen, wie Technologie fast alles verändert, und wir sehen, wie sich der Kunde verändert. Deshalb basiert unsere strategische Ausrichtung darauf, den Kunden in den Mittelpunkt aller Aktivitäten des Unternehmens zu stellen."

Die nächste NADA findet vom 21. bis 24. Januar 2021 in der Stadt des Jazz, in New Orleans statt.

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