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Alltagstest von SCR-Nachrüstsystemen: ADAC legt ersten Zwischenbericht vor

Ein umgebauter VW T5 im Testbetrieb.
© Foto: ADAC

Der Autoclub hat den ersten Zwischenbericht über die Dieselfahrzeuge veröffentlicht, die mit SCR-Nachrüstsystemen ausgestattet wurden. Mittlerweile sind 10.000 Kilometer zurückgelegt. Die Ergebnisse sind "beeindruckend".


Datum:
06.11.2018
2 Kommentare

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Der ADAC hat am Dienstag den ersten Zwischenbericht zum Alltagstest von SCR-Nachrüstsystemen präsentiert. Mittlerweile liegen Daten aus der ersten Testetappe über 10.000 Kilometer vor. Diese würden die Stabilität und Wirksamkeit der Systeme belegen, so der Autoclub. Gefördert wird der Test vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg.

Allen drei SCR-Systemen im Test gelingt es laut ADAC, durch die Nachbehandlung der Abgase mittels Katalysatoren und dem Harnstoff Adblue, die Emissionen deutlich zu vermindern. Die gemessenen Reduktionsraten liegen zwischen 60 und 80 Prozent und drücken den NOx-Ausstoß der Testfahrzeuge auf oder unter den aktuell für Nachrüstungen von der Großen Koalition vorgeschlagenen Schwellenwert von 270 Milligramm pro Kilometer (mg/km).

Zuvor produzierten die Testfahrzeuge auf der Straße ohne eingebaute Nachrüstsysteme ungereinigte Rohemissionen, die in der Spitze rund 1.200 Milligramm Stickoxid (NOx) pro Kilometer erreichten. Sie liegen damit in der Realität um ein Vielfaches über den offiziellen Grenzwerten, die in dem damals geltenden Zulassungsverfahren maßgeblich waren und auf dem Prüfstand auch erreicht wurden.

"Erschreckend und beeindruckend"

"Es ist erschreckend, dass selbst unter nahezu Idealbedingungen im Sommer die Serienemissionen im Realbetrieb um ein Vielfaches über dem Stickoxid-Grenzwert liegen. Umso beeindruckender ist, welch hohes Reduktionspotenzial die SCR-Nachrüstsysteme haben", kommentierte Reinhard Kolke, Leiter des ADAC Technikzentrums in Landsberg am Lech.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann ergänzte: "Die heute vorgestellten Zwischenergebnisse zeigen, dass Hardware-Nachrüstung funktioniert. Seit Abschluss des ersten Förderprojekts im Februar 2018 hat sich die Wirkung der NOx-Minderungssysteme für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge als stabil erwiesen. Das stimmt optimistisch, wenn es darum geht, den dauerhaften Nutzen der Hardware-Nachrüstung aufzuzeigen."

Zwei kleinere Störungen

Während der ersten Test-Etappe kam es zu zwei kleineren Störungen: So musste der Opel mit einem Kühlwasserverlust, der mit dem Betrieb des SCR-Systems in Zusammenhang steht, kurzzeitig pausieren. Beim Fiat Ducato wurde ein temporärer Ausfall des SCR-Systems registriert. Für beide Vorkommnisse lieferten die Nachrüster laut ADAC detaillierte Erläuterungen und Abhilfemaßnahme für den Serieneinsatz, die der Zwischenbericht im Wortlaut dokumentiert.

Nun sind die Ingenieure gespannt, wie sich die Messwerte bei sinkenden Temperaturen im Herbst und bei winterlichen Bedingungen entwickeln werden. "Sicher ist, dass der Schadstoffgehalt der ungereinigten Abgase deutlich steigen wird und die SCR-Systeme im Winter einige Zeit warmlaufen müssen, um ihre vollen Wirkungsgrade zu erreichen", erklärte Kolke. "Deshalb rechnen wir mit einem insgesamt höheren Emissionsniveau." (tm)

Der Testverlauf und detaillierte Zwischenergebnisse stehen hier zum Download bereit.


Der ADAC-Test mit Förderung durch das Ministerium Verkehr Baden-Württemberg erstreckt sich über insgesamt 50.000 Kilometer je Fahrzeug. Überprüft wird die Funktionalität von SCR-Nachrüstsystemen bei Dieselfahrzeugen (Fiat Ducato/HJS, VW T5/Mangold-Oberland und Opel Astra/Twintec). Die Ergebnisse werden zeitnah in mehreren Zwischenberichten und einem Schlussbericht zusammengefasst und veröffentlicht.

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KOMMENTARE


Kunde

07.11.2018 - 07:34 Uhr

Da scheint ja Licht am Horizont. Millionen von Betrugsopfern werden sich selbst helfen können.Der Skandal auch hier: Die beiden "Deutschen" liegen im Realbetrieb deutlich höher bei den NOx Werten als der Ducato aus Italien. Können unsere Hersteller wirklich nicht sauber?


Seilertoni

08.11.2018 - 08:50 Uhr

Ein schneller Blick auf den sechs Jahre alten Astra 1,7D zeigt, daß die Stickoxid-Emissionen (NOx) um 65-80% reduziert werden. Allerdings steigt (bei gleicher bzw. halbierter Partikelmasse) die Anzahl der Partikel sprunghaft auf das 40- bis 160-fache an (je nach Fahrzyklus). Reden wir dann im nächsten Schritt wieder über Krebsrisiko durch lungengängige Partikel?


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