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Auto-Newcomer Byton: "Vom mechanischen zum digitalen Denken"

Auf der CES zeigt Byton derzeit die serienreife Innenausstattung seines ersten Modells M-Byte. Am äußeren Design könnte es noch Änderungen geben.
© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Viele Auto-Start-ups versprechen die digitale Revolution im Fahrzeug. Dazu gehört auch Byton. Das international aufgestellte Unternehmen ist schon richtig weit.


Datum:
07.01.2019
3 Kommentare

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Von AUTOHAUS-Chefredakteur Ralph M. Meunzel

Die Einführung der Elektromobilität ist mit der möglichst schnellen Integration von neuen Technologien und Funktionen im Automobil verbunden. Bisherige Performance-Kriterien sind hinfällig und müssen durch andere ergänzt oder ersetzt werden, um auf den Weltmärkten Erfolg zu haben. Das ermöglicht es neuen Playern mit entsprechendem Durchhaltevermögen und neuen Ideen, sich am Markt zu platzieren. Dazu gehört sicher auch das international aufgestellte Unternehmen Byton mit Sitz in Nanjing/China. "Wir sind vom mechanischen Denken zum digitalen Denken übergegangen", definierte CEO und Co-Founder Dr. Carsten Breitfeld anlässlich der Pressekonferenz im Vorfeld der Technologiemesse CES in Las Vegas die selbstgesetzte Herausforderung des 2016 von Future Mobility (FMC) gegründeten Autobauers.

So wird das erste Modell M-Byte, ein SUV mit E-Antrieb, unter anderem bereits über Amazon Alexa, künstliche Intelligenz, zentrale Datencloud, eine Fahrergesichtserkennung und – als Option – autonome Fahrkünste im Level-3 verfügen. Ein Kernstück ist der 48-Zoll-Bildschirm (1,20 Meter Durchmesser), der das Cockpit mit dem sogenannten "Driver Tablet" mittig am Lenkrad dominiert.

Für dem ehemaligen BMW-Manager Breitfeld ist der Monster-Touchscreen mit einer Fläche von sieben herkömmlichen Tablet-PC das Highlight des Modells. Auch wenn der Einsatz eines derart großen Tablets sicher erst zur Geltung kommt, wenn sich das Auto weitgehend autonom bewegt, damit der Fahrer nicht abgelenkt wird. Er könne sich vorstellen, dass der M-Byte mit allen persönlich zugeschnittenen Funktionen zum wichtigsten digitalen Gerät im Leben wird, sagte der Byton-CEO zu den neuen Möglichkeiten im Auto. Gemeinsam mit Co-Founder und President Daniel Kirchert konkretisierte man die Unternehmensziele für die kommenden Jahre. Weitere Sprecher waren Designchef Benoit Jacob sowie die Vice Presidents Henrik Wenders (Marketing) und Abe Chen (Digital).


Byton auf der CES 2019

Bildergalerie

Bis zum Jahresende will Byton die ersten Exemplare des SUV-Modells M-Byte für 45.000 Dollar auf den Markt in China gebracht haben. Die Fabrik mit einer Kapazität von 300.000 Stück wird in Nanjing weiter ausgebaut. Bisher gibt es rund 100 fahrbereite Prototypen. Die Produktionslizenz der Regierung sei unterwegs. Der Hersteller verspricht für das SUV eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern im optimalen Zustand. Das zweite Modell, die Limousine K-Byte, wurde als Konzeptfahrzeug bereits im vergangenen Jahr vorgestellt (wir berichteten). 2023 solle dann ein weiteres Auto folgen, erklärten die Manager.

Erster "Byton Place" und Direktvertrieb

Inzwischen konnte Byton weitere Partner gewinnen. Dazu zählen eindrucksvolle Namen wie der chinesische Autobauer FAW, der Batteriehersteller Catl, Bosch, Faurecia, Amazon und Baidu. Die erste Niederlassung "Byton Place" wurde kürzlich in Shanghai eröffnet. Der Newcomer hat sich wie Tesla für einen Direktvertrieb ohne Vertriebspartner entschieden. Wer sich nach der Messe einen M-Byte kostenlos reservieren lassen will, lädt sich am besten die App vom Apple Store runter. Die Konfiguration am iPhone ist verblüffend einfach.

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KOMMENTARE


LB

07.01.2019 - 13:07 Uhr

Zitat: " Bisherige Performance-Kriterien sind hinfällig und müssen durch andere ergänzt oder ersetzt werden, um auf den Weltmärkten Erfolg zu haben."Sagt wer ? Mal gespannt, ob das auch der Kunde mit dem Smartphone oder Tablet der neusten Generation auf dem Beifahrersitz auch so sieht ? Da hat er all die digitalen Gimmicks deutlich günstiger und direkt in der Hand, er muss sich nicht zu dem "Driver-Tablet" nach vorne beugen...


R W

08.01.2019 - 18:26 Uhr

Schließe mich meinem Vorredner gerne an...und kann sein Smartphone auch außerhalb des Fahrzeugs mitnehmen... Noch ein Zitat: "Die Einführung der Elektromobilität ist mit der möglichst schnellen Integration von neuen Technologien und Funktionen im Automobil verbunden." Ist das so? Haben die Fahrzeuge nicht jetzt schon zuviele Technologien und Funktionen, die keiner braucht, die nur noch mit hohem Aufwand gewartet und instandgesetzt werden? Hat dazu auch mal jemand die Kunden gefragt, was sie wirklich haben wollen? Seit Jahren schon versucht uns die Automobilindustrie zu suggerieren, wie toll es doch ist, möglichst viele unnütze Smartphone-Dinge in einem "modernen" Kfz zu haben, die dort nichts zu suchen haben. Vielleicht fängt man mal vorne an und klärt erst mal die wichtigen Fragen, z.B. wo kommt der Strom her für zig Millionen E-Autos, die Rohstoffe für die Batterien, wer übernimmt die Haftung usw....


Ralph Meunzel

08.01.2019 - 21:53 Uhr

Hallo LB, das sage ich als Autor und leidenschaftlicher Autofahrer mit möglichst vielen PS. Leider fehlt einem E-Mobil genau dieses Feeling. Um sich zu differenzieren, muss es dann eben andere Ansätze ob mit dem iPhone oder einem Monstertouchscreen. Das entscheiden aber leider nicht wir beide, sondern der künftige Kunde!


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