Autokrise: Wissmann schließt Jobabbau nicht mehr aus

12.01.2009 01:09 Uhr
Wissmann: "Große Sorgen" um Jobs und Aufträge
© Foto: Berthold Stadler/ddp

Im Fall einer länger anhaltenden Absatzflaute stehen nach Ansicht des VDA-Präsidenten zunehmend Jobs in der deutschen Autoindustrie auf dem Spiel. Kanzlerin Merkel forderte unterdessen mehr Innovationsimpulse.

Die Dauerkrise bei Deutschlands Autoherstellern bedroht zunehmend auch Jobs in der Branche. Im Fall einer länger anhaltenden Absatzkrise schließt der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, einen Abbau von Arbeitsplätzen bei den Autoherstellern nicht mehr aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte weitere Unterstützung für die gebeutelte Schlüsselbranche an, mahnte aber in der "Bild am Sonntag" zugleich, die deutsche Automobilindustrie solle ihre Innovationsanstrengungen erhöhen. "Es gab in Deutschland eine unangefochtene technische Führung beim Ottomotor, der auch weiter gebraucht wird. Aber andere Technologien dürfen darüber nicht vernachlässigt werden", sagte die promovierte Physikerin Merkel der Zeitung."Wir werden für den Klimaschutz durch Forschungsaufträge hier einen zusätzlichen Impuls geben." Zudem sei ein Ziel des zweiten Konjunkturpaketes, das die Spitzen von Union und SPD an diesem Montag beschließen wollen, die Automobilnachfrage zu stärken: etwa mit einer am Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) orientierten Kfz-Steuer, erläuterte Merkel. "Wir werden alles tun, um die Stammbelegschaften zu halten", sagte VDA-Präsident Wissmann der Zeitschrift "auto motor und sport". "Klar ist aber auch, wenn wir nach dem ersten halben Jahr 2009 kein Licht am Ende des Tunnels sehen, wird es schwierig, diese Strategie aufrechtzuerhalten." Bislang hatten die deutschen Autobauer mit Kurzarbeit und einer Reduzierung der Zeitarbeitsstellen auf die Krise reagiert. In der Autoindustrie unmittelbar sind 750.000 Beschäftigte tätig. Davon entfallen etwa 330.000 auf Zulieferer. "Große Sorgen" um Auftragsbestand Der Auftragsbestand mache der Branche "große Sorgen", sagte Wissmann. "Er liegt um elf Prozent unter dem Vorjahreswert und damit auf dem niedrigsten Niveau seit Ende der 80er Jahre." Von Entspannung könne keine Rede sein – auch wenn die Absatzzahlen im Dezember weniger stark eingebrochen seien als befürchtet. Im Dezember wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Deutschland knapp 226.000 Pkw neu zugelassen und damit 6,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (wir berichteten). Für das Gesamtjahr 2008 ergab sich ein Rückgang um fast zwei Prozent auf 3,09 Millionen Neuzulassungen, das schwächste Autojahr seit der Wiedervereinigung. (dpa)

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KOMMENTARE

A

13.01.2009 - 09:28 Uhr

Mal gehts Bergauf und mal Bergab, so ist das nunmal im Leben! Was denken die Leute sich alle, dass es immer nur Bergauf geht?? Spare in den guten Zeiten, so hast du was in den schlechten! Diesen Satz sollten sich Wissmann&Co. mal zu Herzen nehmen, anstatt sich in den guten Zeiten die Tashcen vollzustopfen und in schlechten Zeiten sofort ihre Zeitarbeiter und Stammbelegschaften zu "rationalisieren" und bei der Politik um UNSERE Steuergelder zu betteln oder noch schlimmer zu FORDERN!!! Wenn es nach mir ginge würde ich diesen Bettlern keinen müden Cent geben! Für mich ist Herr Wissmann schon lange nur noch ein Populist, der in jeder Zeitung auftaucht und sagt wie schlecht alles wäre, damit die Politik ihm schneller Hilfen zusagt!


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