"In Europa, mit Europa, für Europa": Dieses Bekenntnis stammt auf dem Pariser Autosalon nicht von einem französischen Staatspräsidenten oder einem anderen prominenten Europäer. Es kommt aus China. Genauer gesagt von Xpeng. Kaum ein anderer Hersteller macht derzeit so deutlich, wohin die automobile Reise langfristig gehen soll. Dabei denkt der chinesische Konzern längst über das klassische Auto hinaus. Zum Portfolio gehören auch Flugtaxis und humanoide Roboter. "Die Kapazitäten in Europa auszubauen, ist eines unserer Hauptziele", bekräftigte Unternehmenschef He Xiaopeng jetzt bei einem Roundtable-Gespräch in Paris. Xpeng setze große Hoffnungen auf den europäischen Markt.
Der Hersteller baut seine Präsenz auf dem Kontinent kontinuierlich aus. Dazu gehören neue Vertriebs- und Servicestandorte ebenso wie das europäische Forschungs- und Entwicklungszentrum in München. Bei Magna Steyr in Graz laufen bereits die Modelle G6, G9 und P7+ vom Band. Weltweit hat Xpeng nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 100.000 Fahrzeuge außerhalb Chinas ausgeliefert, davon über 60.000 in Europa. Bald soll ein weiteres Modell hinzukommen: das große SUV Xpeng G9L. Die ersten Exemplare sollen bereits im Dezember an Kunden ausgeliefert werden.
Autosalon Paris 2026 – Impressionen
Xpeng G9L für 64 Märkte
Der G9L wurde als globales Modell konzipiert und soll in 64 Ländern und Regionen angeboten werden. Gleichzeitig dient das SUV als Technologieträger für Xpengs Mobilitätskonzept "Physical AI", das der Hersteller in Paris ausführlich präsentierte. Xpeng bezeichnet den G9L als "KI-definiertes Flaggschiff". Damit ist klar, welche Prioritäten im Lastenheft des bis zu 585 PS starken Sechs- oder Siebensitzers standen. Motto: Power ist gut, Ladeleistung ist besser Rechenpower ist das Beste.
Der 5,12 Meter lange Crossover verfügt über eine Ladeleistung von bis zu 540 kW und setzt auf die von Xpeng selbst entwickelten Turing-AI-Chips. Das Unternehmen habe sich bewusst für eine Eigenentwicklung entschieden, um die maximale Performance aus seinen Produkten herauszuholen. "Durch die Kombination aus globaler Fahrzeugentwicklung, KI-Technologie und lokalem Fertigungs-Know-how bringen wir die nächste Generation von Xpeng-Fahrzeugen näher zu den Kunden in Europa und weltweit", sagte Zhang Li, Vice President Global Manufacturing bei Xpeng.
Xpeng G9L (2026)
Level 2++ im Pariser Großstadtverkehr
Besonders gefragt ist die Rechenleistung beim teilautomatisierten Fahren. Die Turing-Chips bilden die technische Grundlage für den Next Generation Pilot, kurz NGP. Das System basiert auf Xpengs Vision-Language-Action-Modell VLA 2.0 und soll, vorbehaltlich der jeweiligen Gesetzgebung und behördlichen Zulassung, voraussichtlich ab 2027 per Over-the-Air-Update verfügbar sein. Was NGP bereits leisten kann, demonstrierte Xpeng im dichten und bisweilen chaotischen Pariser Stadtverkehr. Als Versuchsträger diente ein Xpeng L03. Nach seinem weltweiten Debüt im Juli 2026 in München bereitet sich das SUV-Coupé auf die ersten Auslieferungen an europäische Kunden vor.