Volvo Cars baut seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Mutterkonzern Geely Auto deutlich aus: Künftig wollen die Schweden als exklusiver Importeur für die Schwestermarke Lynk & Co in Europa auftreten. Grundlage ist eine unterzeichnete Absichtserklärung (Memorandum of Understanding). Finale Vereinbarungen stehen allerdings noch aus, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.
"Mit dieser neuen Vereinbarung werden wir unser Vertriebssystem nutzen, um die Wachstumsambitionen von Lynk & Co in Europa zu unterstützen", sagt Erik Severinson, Chief Commercial Officer bei Volvo Cars. "Gleichzeitig ermöglicht dies Volvo Cars und unseren Handelspartnern, eine breitere Kundenbasis anzusprechen. Mit der Unterstützung unseres Händlernetzes und unserer Vertriebsorganisation kann Lynk & Co sein volles Potenzial in Europa entfalten."
Geely: Klare Rollenverteilung in Europa
Im Rahmen der geplanten Partnerschaft soll Volvo die kommerzielle Verantwortung für Lynk & Co in Europa übernehmen. Dazu zählen insbesondere:
- Vertrieb der Fahrzeuge
- Steuerung der Markenaktivitäten
- Ausbau des Geschäfts mit Handelspartnern
Parallel bleiben die globale Entwicklung der Marke – inklusive Produktentwicklung und Homologation – sowie alle Aktivitäten außerhalb Europas weiterhin beim Mutterkonzern Geely Auto Group in China.
Händlernetz von Volvo als Sprungbrett
Die Partnerschaft soll es Lynk & Co ermöglichen, durch die Nutzung des etablierten Volvo-Händlernetzes und gut erreichbarer Servicepunkte weiter zu skalieren. Gleichzeitig kann Volvo seinen adressierbaren Markt vergrößern und eine breitere Zielgruppe erreichen – ohne zusätzliche Produktinvestitionen.
Die neue Vereinbarung knüpft nahtlos an eine bestehende Zusammenarbeit an, in deren Rahmen Fahrzeuge von Lynk & Co bereits an ausgewählten Volvo-Standorten in Europa vertrieben werden (wir berichteten).
Lynk & Co war vor rund zehn Jahren als Gemeinschaftsprojekt von Geely und Volvo gestartet. Ursprünglich wollte die Marke den Autokauf neu denken. In den Anfangsjahren stand das digitale Abo-Modell mit Club-Ansatz im Mittelpunkt, bei dem Fahrzeuge flexibel genutzt und sogar untereinander geteilt werden konnten. Mit diesem "Mobility as a Service"-Konzept zielte man vor allem auf eine junge, onlineaffine Kundschaft. Zuletzt wurde in Europa aber bereits ein deutlicher Kurswechsel vollzogen – weg von Abo- und Direktvertrieb hin zu klassischen Händlerstrukturen.