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Fiat-Chef: Marchionne wirft Volkswagen "Blutbad" vor

Sergio Marchionne: Volkswagen verursacht ein "Blutbad bei den Margen".
© Foto: Imago/Matteo Gribaudi

Indem die Wolfsburger aggressive Rabatte gewährten, nutzten sie nach Ansicht von Fiat-Chef Sergio Marchionne die Krise, um Marktanteile zu gewinnen: "Bei der Preisgestaltung gibt es ein Blutbad."


Datum:
26.07.2012
7 Kommentare

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Fiat-Chef Sergio Marchionne hat dem Volkswagen-Konzern eine rücksichtslose und zerstörerische Preispolitik vorgeworfen. "Bei der Preisgestaltung gibt es ein Blutbad. Das ist ein Blutbad bei den Margen", zitierte ihn die "New York Times" (Donnerstag). Indem die Wolfsburger aggressive Rabatte gewährten, nutzten sie die Krise, um Marktanteile zu gewinnen.

VW-Vertriebsvorstand Christian Klinger zeigte für den Angriff des Fiat-Vorsitzenden wenig Verständnis: "Wir haben nicht das Gefühl, bei den Preisen besonders aggressiv zu sein", sagte der Manager.

Hintergrund der Äußerungen von Fiat-Chef Marchionne sind die Absatzprobleme des italienischen Autobauers. Der Fahrzeugmarkt in der EU ist seit Monaten auf Talfahrt, vor allem in den Euro-Krisenländern Spanien und Italien, aber auch in Frankreich. Dies trifft die Hersteller hart, die von Europa abhängig sind - neben der europäischen Nummer zwei PSA Peugeot Citroën sind dies auch Opel und Fiat. Sie kämpfen mit Überkapazitäten.

Der VW-Konzern dagegen ist dank seiner breiten Aufstellung und der Stärke vor allem in China und den USA auf Erfolgskurs. Die Äußerungen von Marchionne stammen nach Angaben der "New York Times" aus einem Interview am Dienstag. (dpa)

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KOMMENTARE


Jürgens

26.07.2012 - 14:59 Uhr

Herr Marchionne ist nur aus dem Grunde maulig, weil niemand seinen überalterten italienischen Schrott mehr kaufen will, da die Alternativen, auch gerade bei den Asiaten, gegeben sind. Alfa tot, Lancia tot, FIAT mit Plattformen unterwegs, die noch aus der Zeit der Pferdekutschen sind. Statt in der Krise antizyklisch zu investieren, wie VW und BMW das vormachen, wird noch bei den Entwicklungskosten gespart...bei FIAT wird doch sowieso schon ewig nicht mehr entwickelt. Und die "neuen" Modelle sind nur bei Chrysler und Dodge zusammengeklaut. FIAT hat fertig. Das Billigsegment als Domäne von FIAT hat Dacia übernommen. Jeeps, die zukünftig in Italia zusammengeschraubt werden...mit billig zusammengehauenen FIAT-Plattformen!!! Das hat schon bei Jaguar mit Ford-Plattformen nicht funktioniert. Die letzten verbliebenen Jeep Fahrer werden sich den etablierten Premium-Marken zuwenden.


Michael Kühn

26.07.2012 - 15:51 Uhr

...juchu, - und bald gibt es "endlich" wieder Krieg... - ??? Im 1. + 2. Weltkrieg waren es meines Wissens nach überwiegend wirtschaftliche Gegebenheiten, die der auslösende Faktor waren. Warum gegeneinander, wenn ein Miteinander weitaus weniger Kosten verursacht; Preiskriege kosten auch den Gewinner viel Geld! "Blutbad" hört sich nicht gut an..., na ja, bei den südeuropäischen "Zeitgenossen" fließt das Blut etwas schneller durch die Adern, sie haben etwas mehr Temperament, als wir "kühlen Deutschen", aber dennoch sollten wir im Hinblick auf die angekackste €-Gemeinschaft über diese Aussage einmal ernsthaft nachdenken! - Meine "alte Leier", einige Wenige .... Italien wird mit seiner Autoproduktion, wenn zusätzliche Probleme durch einen Preiskampf einwirken, eine größere €-Unterstützung benötigen. VW wird höhere Umsätze/Gewinne erzielen, und der deutsche Steuerzahler bezahlt es über "Rettungsschirme"... Ich denke schon, dass die Lage sehr ernst ist und wirklich jedes Unternehmen im €-Raum, wie auch VW usw. gefordert sind, aktiv daran mitzuwirken, damit kein "Supergau" entsteht. Also: Rekordgewinne einfach auf normale Gewinne zurückjustieren, wäre ein Anfang.


Armin Günther

26.07.2012 - 16:39 Uhr

wie will vw denn die Gewinne verkleinern ? noch mehr Nachlass geben ? die Preise senken ? Es War und wird immer so sein das am Ende weniger Anbieter ein gleiches oder ähnliches Produkt anbieten würde FIAT sensationell verkaufen würden dort alle den Mund halten und sich im stillen sagen "ist ne super sache". VW war in den 90er Jahren auch mal fast pleite und hat es nun geschafft wie lange sowas geht werden wir alle erleben !


Michael Kühn

26.07.2012 - 20:16 Uhr

@ Armin Günther 1. Dafür Sorge tragen, dass auch die Vertragshändler inkl. deren Mitarbeiter wieder gutes Geld verdienen können. (Wer kommt denn von denen noch auf einen Ertrag von über 1,5 % ??) Stückzahlen-Boni für die Zielerreichung eines Jahres sind doch fester Bestandteil in der "Hauspreiskalkulation" gegenüber dem Verbraucher. (Quantität vor Qualität um jeden Preis, wer nicht mitmacht, war die längste Zeit Vertragshändler; das betrifft auch andere Hersteller u. Importeure) 2. staatliche Subs. entweder direkt od. indirekt verzerren den Wettbewerb. Z. B. Frankreich plant diesbetreffend einige Register zu ziehen, und wenn diese Rechnung nicht aufgeht, dann hat Frankreich evtl. ein massiveres Problem und kann seine Bürgschaftsverpflichtungen nicht einhalten, wenn sie eingefordert werden würden. Wer bleibt übrig? 3. in den 90 zigern gab es noch keinen "€" u. dadurch war noch jedes Land ein "Einzelkämpfer", (bis hierhin stimme ich Ihnen zu, -jeder ist seines Glückes Schmied /VW-Beispiel inkl. dem Ausnahmetalent Piech, ohne diesem wäre das Schicksal von VW sicher anders verlaufen)- heute jedoch heißt es "Einer für Alle + umgekehrt". Nur sehe ich die Umgekehrte nicht, sondern eher "Deutschland für alle" und dadurch sind wir wieder bei dem deutschen Steuerzahler, bzw. einfachen Bürger. Ergo betrachte ich hier einige Selbstverständnisse aus früheren Zeiten heute ein wenig anders und sehe eine Art Verpflichtung, gegenüber den schwächeren Teilnehmern in unserem europäischen Markt, diese "überholten" Strategien zu überdenken. "Ein gemeinsames Europa gegen den Rest der Welt..." - Aber was schreibe ich hier so schön, alleine in Deutschland gelingt es immer noch keinem Händlerbeirat gegenüber einem Hersteller eine echte gemeinsame Win/Win-Situation zu realisieren... Einmal ganz ehrlich: ohne echte gemeinschaftliche Maßnahmen in der Wirtschaft + Politik, sehe ich zuküftig unseren "€" "bröckeln"... - Unabhängig hiervon sind doch schon wieder diverse Anti-Deutschland-Parolen zu registrieren, aus Europa. Gerade, wir Deutschen haben erneut eine Gratwanderung vor uns, denn der Neid ist bereits da ! Deswegen nehme ich Herrn Marchionne mt seiner öffentlichen Äußerung sehr ernst; er dürfte über genügend Geist verfügen, um die Tragweite seiner Äußerung zu kennen. @ Jürgens unter nur "maulig" verstehe ich was Anderes;


Derek Finke

26.07.2012 - 21:23 Uhr

@Michael Kühn "Rekordgewinne auf normale Gewinne zurückjustieren" - also wenn Sie das ernst meinen, sollten hier mal ein paar Erläuterungen abgeben, wie das gehen soll. Ich maße mir ja nicht viel an, aber wie Wirtschaft funktioniert, verstehe ich. Umso weniger kann ich momentan Ihren Gedankengang nachvollziehen. FIAT steht mit dem Rücken an der Wand und Marchionne versucht, mit martialischen Worten von den eigenen Problemen abzulenken. "Die anderen sind Schuld" - so ein Slogan geht doch fast immer. Gerade in Zeiten, in denen Verantwortungsgefühl bei einigen Industriellen nahe dem Nullpunkt schwebt.


M.Häcker

27.07.2012 - 08:10 Uhr

Herr Marchionne, sie reden von Blutbad? Mal darüber nachgedacht, dass es vielleicht an Ihren Autos liegt?


K. Wempe

27.07.2012 - 10:46 Uhr

Die meisten Kommentare waren so zu erwarten. Kann ja nicht sein, dass ein Italiener sich anmaßt unseren Global Player zu kritisieren. Die momentanen Gewinne von VW kommen ja nicht aus Europa, sondern primär aus Asien und 2. in nicht unerheblichen Maße von Audi. Da die Asiaten vorzugsweise "volle Hütte" kaufen verdient VW sich zzt. einen goldenen Hintern. Und die etwas über 20 Mrd. in der Portokasse müssen ja zu irgend etwas Nütze sein. Warum bitte ist VW an Alfa interessiert? Und - schon vergessen? FIAT ist Miterfinder der Common Rail Technologie. Was ist denn aus der Pumpe Düse von VW geworden? Ich erinnere mich an das Abwrackjahr 2009, wo VW für den damals neu auf dem Markt befindlichen Golf 6 im Frühjahr schon Eigenprämien von 2500 € ausrief, für den Touran sogar 4000 €. Da ging es doch schon los mit dem "Markt kaufen". Als OPEL mit den "Prämien" gleichzog war die Hölle los. Das ging ja nicht, das OPEL seinerzeit Bürgschaften haben wollte. Wenn 2 das Gleiche tun... Mein allerbester Freund fährt mittlerweise schon das 8. Auto der FIAT Gruppe - in Folge. Aktuell eine Alfa Giulietta. Was soll ich sagen? Der Mann ist zufrieden. Wenn Leute wie "Jürgens" meinen, FIAT verkaufe den allerletzten Müll aus "billig zusammengehauenen Plattformen", dann kann ich nur vermuten der Mann hat noch nie einen FIAT besessen. Ich hatte 2 - und auch ich war immer zufrieden. Heute schlägt mein Herz für die Marke für die ich arbeite. Was mich allerdings nicht davon abhält auch anderen Marken Respekt zu zollen. Die meisten Fahrzeuge der FIAT Gruppe haben dass, was im zusammen gerührten Brei der Volkswagengruppe schon längst zerkocht ist - Charakter und eine gewisse Lebensart. Aber das muss der normale Deutsche auch nicht verstehen.


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