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Milliardenkredit: Renault muss Gegenleistungen erfüllen

Renault hatte im vergangenen Monat den sozialverträglichen Abbau von weltweit rund 15.000 Stellen angekündigt, um aus der Krise zu kommen.
© Foto: picture alliance/Lafargue Raphael/ABACA

Der französische Staat hat dem Autobauer einen Kredit in Milliardenhöhe bewilligt und stellt gleichzeitig gewisse Bedingungen. So soll Renault auf eine Dividende im laufenden Jahr verzichten.


Datum:
22.06.2020
1 Kommentare

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Der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Autohersteller Renault muss für seinen staatlich garantierten Kredit von bis zu fünf Milliarden Euro Gegenleistungen erfüllen. Dazu gehöre der Verzicht auf eine Dividende im laufenden Jahr, sagte Interimschefin Clotilde Delbos am Freitag bei der Hauptversammlung in Boulogne-Billancourt bei Paris.

Delbos sagte weiter, zu den Bedingungen gehöre auch, dass Zulieferer ordnungsgemäß bezahlt werden. Tochtergesellschaften in Steuerparadiesen seien tabu. Außerdem musste Renault zusichern, nicht die Verschiebung von europäischen Grenzwerten für den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen zu beantragen. Der Konzern habe "überhaupt kein Problem" gehabt, die Bedingungen zu erfüllen, sagte die Topmanagerin. Renault habe den Kredit einer Gruppe von Banken bisher nicht in Anspruch genommen.

Renault hatte im vergangenen Monat den sozialverträglichen Abbau von weltweit rund 15.000 Stellen angekündigt, um aus der Krise zu kommen. Der Autobauer will seine Überkapazitäten abbauen, um wieder rentabler zu werden. Renault-Präsident Jean-Dominique Senard sagte, die Gespräche mit den Sozialpartnern hätten begonnen. Das Aktionärstreffen fand wegen der coronabedingten Gesundheitslage nur im kleinen Kreis statt.

Luca de Meo bittet um etwas Zeit

Der neue, aus Italien stammende Generaldirektor Luca de Meo zeigte sich zuversichtlich, dass eine Wende bei dem krisengeschüttelten Hersteller möglich ist. Er bat allerdings um etwas Zeit. "Der im vergangenen Monat angekündigte Sparplan ist der erste wichtige Schritt für die Sanierung von Renault", sagte der frühere Seat-Vorstandschef, der am 1. Juli seinen neuen Job in Frankreich beginnen wird. Von ihm wird ein Strategieplan für die weitere Entwicklung des Konzerns erwartet.

Renault gilt in Frankreich als ein schwieriges Unternehmen. Der Hersteller ist zu 43,4 Prozent an dem japanischen Allianzpartner Nissan beteiligt, der inzwischen tiefrote Zahlen schreibt. Dem französischen Staat gehören 15 Prozent an Renault und er hat in Boulogne-Billancourt ein gehöriges Wort mitzureden. (dpa)

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KOMMENTARE


Händler

22.06.2020 - 10:14 Uhr

Zitat: "Delbos sagte weiter, zu den Bedingungen gehöre auch, dass Zulieferer ordnungsgemäß bezahlt werden." Und die Händler? Bei allen offiziellen Verlautbarungen, die aus diesem Konzern in den letzten Wochen bzgl. der aktuellen Unternehmenskrise zu hören waren, fehlte immer konsequent ein Wort: "Händler"!!! Gerade die sind es allerdings, die an vorderster Front stehen, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen! Die Retail Group mit ihren Millionenverlusten und ihrem "Vertriebskonzept" trägt wohl kaum zur Gesundung bei. Den Händlern wird in den letzten Wochen/Monaten/Jahren in den offiziellen Kommunikationskanälen, wie z. B. "Renault News", eigentlich mit der blanken Hand ins Gesicht geschlagen. Wer da bereit ist, das noch länger mit sich machen zu lassen, ist selbst schuld und begibt sich in eine unglaubliche und langfristig tödliche Abhängigkeit! Wer meint, heute einen besonderen Status zu genießen, da er "revisionsfrei" gestellt wurde, wird es in den folgenden Jahren um so mehr spüren, in welche Abhängigkeit er sich begeben hat. Es gibt ein (besseres) Leben nach dem Händlervertrag ...


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