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Opel-Mutter Stellantis: IG Metall droht mit massivem Konflikt

Wegen möglicher Ausgliederungspläne und Produktverlagerungen bei Opel hat die IG Metall dem Mutterkonzern Stellantis mit einem harten Konflikt gedroht.
© Foto: picture alliance / dpa

Beim Autobauer Opel wird der Ton härter. Mit politischer Rückendeckung sagt die IG Metall dem neu gegründeten Mutterkonzern Stellantis den Kampf an.


Datum:
15.10.2021
Autor:
dpa
Lesezeit: 
4 min
2 Kommentare

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Die IG Metall hat den europäischen Autokonzern Stellantis vor einem Kahlschlag bei seiner deutschen Tochter Opel gewarnt. "Der Stellantis Konzern sollte sich bewusst sein, dass ein massiver Konflikt droht, sollten Ausgliederungspläne und Produktverlagerungen umgesetzt werden", erklärte der Bezirkschef der IG Metall Mitte, Jörg Köhlinger, am Freitag. Die Unterstützung der Ministerpräsidenten von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen sei "Ausdruck eines breiten Bündnisses gegen den Kahlschlag".

In der vergangenen Woche waren Stellantis-Pläne bekannt geworden, die beiden Produktionswerke Rüsselsheim und Eisenach aus der deutschen Einheit Opel Automobile GmbH herauszulösen. Zudem soll wegen des Halbleitermangels das Werk Eisenach für drei Monate geschlossen werden, während in anderen Stellantis-Werken die Produktion aufrechterhalten wird. Dazu soll Kurzarbeit beantragt werden. Am Mittwoch waren weitere Hinweise auf eine bevorstehende Re-Organisation der Opel GmbH bekannt geworden, bei der etwa Entwicklungskapazitäten aus Kostengründen nach Marokko verlagert werden könnten.

Stellantis versuche, Produktentscheidungen und Standortbelegungen völlig intransparent durch die Hintertür durchzusetzen, um Tarif- und Mitbestimmungsstrukturen zu umgehen, erklärte Köhlinger. So sollten offensichtlich zusätzliche Kapazitäten für den Anlauf der neuen Ausgabe des Modells Grandland außerhalb von Eisenach aufgebaut werden, um die jeweiligen Belegschaften unter Druck setzen zu können. Das Auto müsse exklusiv in Eisenach gebaut werden, ergänzte der gewerkschaftliche Unternehmensbeauftragte Rudolf Luz. Für zusätzliche Produktions- und Entwicklungskapazitäten gebe es keinen Bedarf.

Die frühere General-Motors-Tochter Opel war 2017 von der Peugeot-Mutter PSA übernommen worden. Diese wiederum ist zu Jahresbeginn mit Fiat-Chrysler zum Stellantis-Konzern mit Sitz in Amsterdam fusioniert. Das Unternehmen ist der viertgrößte Autohersteller der Welt und wird vom früheren PSA-Chef Carlos Tavares geführt. Bei dem harten Sanierungskurs für die einzige deutsche Marke Opel hat die IG Metall einen Kündigungsschutz bis Juli 2025 für die verbliebenen Beschäftigten vereinbart. Für den 29. Oktober hat die IG Metall Protestaktionen angekündigt.

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KOMMENTARE


Michael Bellinger

15.10.2021 - 20:27 Uhr

Konstruktive Verhandlungen mit dem Hersteller unter Einbeziehung der Ministerpräsidenten der Produktionsstandorte sind sicher das effektivste Mittel. Streiks und Arbeitsniederlegung erwirken gegenüber Stellantis eher eine ablehnend Haltung!


automotiveConsultant

16.10.2021 - 10:39 Uhr

Man muss kein Gewerkschaftsanhänger sein, um festzustellen: Die IG Metall tut das Richtige. Sie vertritt die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber einem Management, das offensichtlich sich lieber dem Tarnen und Täuschen widmet, als seiner Verantwortung als Unternehmer gerecht zu werden. Ein derartiges Verhalten, nicht ganz untypisch speziell für französische Manager - man denke hier nur an einen Franzosen auf der Insel und seine Bestrebungen, arrogant eine Marke zu Grunde zu richten - schädigt das Ansehen der Unternehmerseite und sollte daher nicht nur seitens der Gewerkschaften oder der Politik, sondern auch von Seiten "anständiger" Unternehmen und Unternehmensleitungen bzw. Verbänden kritisch betrachtet werden. Wildwestkapitalismus hat in der heutigen Zeit zumindest in Europa ausgedient.


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