Die Autoindustrie ordert wieder – und verhilft dem Kabel- und Bordnetzspezialisten Leoni zur Rückkehr in die Gewinnzone. Das Unternehmen peile für das Gesamtjahr ein Ergebnis nach Steuern um die 45 Millionen Euro an, sagte Finanzvorstand Dieter Bellé am Dienstag. Im Vorjahr hatte unterm Strich noch ein Minus von gut 138 Millionen Euro gestanden.
Da Leoni nicht nur neue Aufträge aus der Autobranche gewinnen konnte, sondern die anziehende Konjunktur auch das Geschäft mit Hausgeräten und dem Schienenverkehr belebt, hatte das Nürnberger Unternehmen erst Ende Juli seine Umsatzprognose für 2010 deutlich angehoben.
Statt um zehn Prozent sollen die Erlöse des MDax-Unternehmens im Vergleich zum krisenbedingt schwachen Vorjahr nun um 20 bis 25 Prozent auf 2,6 bis 2,7 Milliarden Euro steigen. Dabei kommt Leoni auch der höhere Kupferpreis zugute. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde auf rund 100 Millionen Euro klettern.
"Für das Geschäftsjahr 2011 planen wir bei einer anhaltenden wirtschaftlichen Erholung nach wie vor einen Umsatzzuwachs von etwa 10 Prozent", betonte der Vorstandsvorsitzende Klaus Probst mit Blick auf den nun angehobenen Vergleichswert. Auch das Ergebnis werde sich im nächsten Jahr weiter verbessern.
Börsianer gefallen Zahlen nicht
Der Konzern mit weltweit knapp 50.400 Mitarbeitern präzisierte am Dienstag bereits Ende Juli mitgeteilte Zahlen. Danach trugen im ersten Halbjahr beide Unternehmensbereiche–- das Geschäft mit Kabeln und Drähten sowie die Bordnetzsparte – zum Umsatzplus von 37,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro bei. Da zudem die Maßnahmen aus einem Kostensenkungsprogramm nun vollständig greifen, erwirtschaftete Leoni einen Überschuss von 26,7 Millionen Euro , nach einem Minus von 88,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Leoni-Aktie gab bis zum Mittag dennoch um fast fünf Prozent auf 21,76 Euro nach. (dpa)