"Da sind uns andere voraus": Auto-Bosse über den Standort Deutschland

10.06.2026 16:25 Uhr | Lesezeit: 3 min
Mercedes-GLC-Produktion in Bremen
Mercedes-Produktion
© Foto: Mercedes-Benz

Volkswagen, Mercedes und BMW sehen weiterhin Potenzial für den Standort Deutschland. Was die Chefs der großen deutschen Autobauer fordern, um Arbeitsplätze und Produktion zu sichern.

Trotz vieler Probleme haben die Chefs von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW den Standort Deutschland nicht abgeschrieben. Der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic sieht sogar Chancen dafür, Arbeitsplätze und Produktion in Deutschland perspektivisch wieder aufzubauen. "Wir haben ja ein sehr starkes Fundament. Und wenn wir auf dem Fundament aufbauen, lässt sich auch die Zukunft gestalten", sagte der Manager auf einer Veranstaltung der Fachzeitschrift "Auto, Motor und Sport" in Stuttgart.

In Deutschland sehe man außerdem ein starkes "Start-up-Momentum". Es gebe viele junge Unternehmen, die investierten. Es fehle aber die Bereitschaft zur Industrialisierung, sagte Nedeljkovic. Es sei ein Problem, wenn gute, kreative Köpfe hier ihre Ideen entwickelten, das Land aber verließen, sobald es an die Umsetzung gehe. Diesen Trend müsse man früh erkennen und gegensteuern. Es gehe um Zukunftstechnologien und letztlich Arbeitsplätze. Das funktioniere nur mit besseren Rahmenbedingungen.

Hauptthemen: Geschwindigkeit und Kosten

Volkswagen-Chef Oliver Blume beschäftigt sich demnach jeden Tag mit zwei wesentlichen Themen: Geschwindigkeit und Kosten. Das sei eine Grundfrage der Branche. Man spüre mit aller Härte in anderen Weltregionen: "Da sind uns andere voraus". Blume plädierte dafür, aus der Komfortzone auszubrechen - und schneller und pragmatischer zu handeln. Bei den Kosten müsse man auch liebgewonnen, aber notwendige Themen angehen, um den Standort Deutschland wettbewerbsfähig zu halten.

Dem pflichtete Mercedes-Vorstandschef Ola Källenius bei. Die Autokonzerne hätten eine unglaubliche Kreativität und Innovationskraft. Aber: "Wir müssen auch in diesem Land die Kosten senken", sagte Källenius. Diese Einsicht hätten alle Spieler in der Autoindustrie, jetzt brauche man diese auch in der Gesellschaft und Politik. Nötig seien harte Aktionen. "Das müssen wir einsehen." Sonst fließe das industrielle Kapital in andere Richtungen, auch das von Mercedes.

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