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Quartalszahlen: Osram und AMS in den roten Zahlen

Osram und AMS haben Verlust gemacht.
© Foto: picture alliance/Bildagentur-online//Schoening

Osram und sein Mehrheitsaktionär AMS haben im abgelaufenen Quartal Verlust gemacht. Die Österreicher belastet dabei auch, dass sie Osram erstmals in der Bilanz berücksichtigen. Bis zur kompletten Integration kann es aber dauern.


Datum:
06.11.2020
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Der angeschlagene Lichtkonzern Osram und sein österreichischer Mehrheitsaktionär AMS stecken in den roten Zahlen. Beide Unternehmen meldeten am Freitag deutliche Verluste für das abgelaufene Quartal, wobei die Zahlen von AMS erstmals auch die Ergebnisse der neuen Tochter aus München beinhalteten. Dennoch sind beide Unternehmen optimistisch für die Zukunft.

Osram-Chef Olaf Berlien betonte: "Wie erwartet kam es in den meisten Geschäftsbereichen im Laufe des vierten Quartals zu schrittweisen Verbesserungen", sagte er. Zudem gebe es für das laufende neue Geschäftsjahr gute Auftragseingänge im wichtigen Auto-Geschäft. Osrams Geschäftsjahr weicht vom Kalenderjahr ab und dauert jeweils von Oktober bis September.

Im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen sehen die aktuellen Ergebnis-Zahlen von Osram allerdings ein Stück weit besser aus, auch wenn der Verlust der fortgeführten Geschäfte im vierten Quartal mit 89 Millionen Euro nach Steuern und 267 Millionen im gesamten Geschäftsjahr deutlich ausfiel.

AMS in rote Zahlen gerutscht

Auch AMS rutschte im dritten Quartal in die roten Zahlen. Im zweiten Quartal hatten sich die Österreicher, bei denen sich Geschäfts- und Kalenderjahr decken, noch knapp im Gewinn halten können. Zum deutlichen Fehlbetrag von 125 Millionen Euro in den fortgeführten Geschäften trug aber auch die erstmalige Konsolidierung der neuen Tochter bei. Gemeinsam machten die Unternehmen gut 1,2 Milliarden Euro Umsatz.

AMS will Osram nun zügig weiter integrieren. Nachdem eine außerordentliche Hauptversammlung bei Osram am Dienstag einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit den Österreichern bestätigt hat, soll dieser um das Jahresende umgesetzt werden. Osram erwartet, dass die operativen Tätigkeiten Anfang 2021 kombiniert werden können.

Bis zu einem möglichen sogenannten Squeeze-Out, bei dem die verbliebenen Aktionäre aus dem Unternehmen gedrängt werden, dürfte es nach Einschätzung von Osram-Chef Olaf Berlien aber noch lange dauern. Bei den aktuellen Anteilen - AMS liegt den letzten veröffentlichten Zahlen zufolge etwas über 70 Prozent - sei ein Squeeze-Out gar nicht möglich. Um dorthin zu kommen, brauche es Jahre, zumal es für die verbliebenen Aktionäre derzeit wenig Grund gebe, ihre Anteile abzugeben.

Noch eigene Bilanzen von Osram 

Berlien geht daher davon aus, dass Osram auch in den beiden kommenden Jahren und möglicherweise darüber hinaus eigene Bilanzpressekonferenzen halten werde. Zu seiner eigenen Zukunft sagte er, dass er vorhabe, seinen noch zweieinhalb Jahre laufenden Vertrag zu erfüllen. "Ich bin mit großer Freude dabei", sagte er. Erst am Donnerstag hatte Osram den Abgang von Technologievorstand Stefan Kampmann und die Verkleinerung des Vorstands von drei auf zwei Personen angekündigt.

Der österreichische Sensorspezialist AMS war im vergangenen Jahr nach längerem Ringen mit einem Übernahmeangebot für Osram erfolgreich. Umgesetzt wurde das Geschäft allerdings erst im Sommer nach Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.

Berlien sagte zum Verlust der Eigenständigkeit von Osram, dass das Unternehmen in seiner mehr als hundertjährigen Geschichte nur sieben Jahre lang wirklich unabhängig gewesen sei. Jetzt sei man gut gerüstet für eine gemeinsame Zukunft mit AMS. (dpa)

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