Schwache Nachfrage: BMW rechnet mit Absatzrückgang

18.03.2009 10:28 Uhr
BMW-Chef Reithofer erwartet erst 2010 eine wirtschaftliche Erholung.
© Foto: Jörg Koch/ddp

Konzernchef Norbert Reithofer erwartet für 2009 einen Absatzrückgang. Die Produktion wird weiter gedrosselt, und die Mitarbeiter in Regensburg und Dingolfing müssen sich auch im April und Mai auf Kurzarbeit einstellen.

Der Autobauer BMW stellt sich auf eine längere Durststrecke ein und fährt seine Produktion in diesem Jahr weiter zurück. "Wir gehen nicht davon aus, den Automobilabsatz des Jahres 2008 zu erreichen", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in München. Auch das Fernziel von 1,8 Millionen verkauften Autos im Jahr 2012 kippte der BMW-Chef. Die Produktion wird daher um weitere 40.000 Fahrzeuge gekürzt. Eine Gewinnprognose für 2009 wagte Reithofer nicht. "2009 wird ein Übergangsjahr, für das derzeit keine verlässlichen Ergebnisaussagen möglich sind." Die Börse reagierte skeptisch. Bis zum Mittag verlor die BMW-Aktie 1,5 Prozent auf 22,50 Euro. Der Gesamtabsatz am Automarkt dürfte 2009 um 10 bis 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen, sagte Reithofer. Erst 2010 sei mit einer wirtschaftlichen Erholung zu rechnen. Das ursprüngliche Ziel, bis 2012 auf einen Absatz von 1,8 Millionen Fahrzeugen zu kommen, sei aber nicht mehr zu schaffen. Wahrscheinlich werde BMW mindestens 100.000 Einheiten unter diesem Ziel bleiben. Im vergangenen Jahr hatte BMW inklusive Mini und Rolls-Royce 1,43 Millionen Fahrzeuge verkauft. "Das größte Risiko sind die zusammenbrechenden Märkte." In den vergangenen Monaten sei die Nachfrage in einem beispiellosen Ausmaß zurückgegangen. "Ich habe so einen Bruch noch nie gesehen." Im Januar und Februar verkaufte BMW jeweils rund ein Viertel weniger Fahrzeuge. Auch für den März müsse mit einem zweistelligen Absatzrückgang gerechnet werden, so Reithofer. "Oberste Regel: Das Geld zusammenhalten" Oberste Regel sei deshalb, das Geld zusammenzuhalten. "Eine solide finanzielle Basis und hohe Liquidität sind die Grundlage, um unternehmerisch handlungsfähig zu sein." BMW stehe hier gut da. Ende vergangenen Jahres lagen rund 8,1 Milliarden Euro in der Kasse. An den langfristigen Gewinnzielen ändere sich trotz der aktuellen Marktschwäche nichts, betonte Reithofer. Ziel sei eine operative Rendite von acht bis zehn Prozent im Autogeschäft bis zum Jahr 2012. Im vergangenen Jahr hatte BMW hier wegen hoher Sonderbelastungen durch den Personalabbau und den Verfall der Gebrauchtwagenpreise nur 1,4 Prozent geschafft. Bereinigt um diese Posten waren es 4,2 Prozent.

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