Das neue Billigauto des indischen Konzerns Tata könnten nach Ansicht des Gelsenkirchener Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer die Wachstumspläne von deutschen Volumenherstellern gefährden. "Konzerne wie General Motors, Ford und VW stehen vor Wachstumsgrenzen", sagte Dudenhöffer am Dienstag der deutschen Presse-Agentur. "Diese Hersteller müssen nun schnell entscheiden, ob sie in diesen Markt einsteigen oder nicht", sagte Dudenhöffer. VW etwa könnte ein Wachstumsproblem bekommen, da der Konzern die Produktion eines Billigautos bislang offiziell ausgeschlossen hat. Stattdessen visiert das Unternehmen das hart umkämpfte und damit risikoreiche Segment der 7.000 bis 10.000 Dollar teuren Kleinwagen an, wie die IAA-Studie "Up" zeigt. Nach den Ergebnissen einer neuen Studie des Center Automotive Research (CAR), die AUTOHAUS Online vorliegt, soll bis zum Jahr 2020 fast die Hälfte (48 Prozent) der weltweiten Nachfrage nach Automobilen aus den Schwellenländern kommen. Im vergangenen Jahr lag dieser Anteil bei weltweit verkauften 57,6 Millionen Pkw noch bei gut einem Drittel (35,8 Prozent). Rund 90 Prozent des weltweiten Wachstums im Automobilgeschäft werde bis zum Jahr 2020 in den neuen Märkten erwartet. Dabei werde das Segment der Autos zum Preis von bis zu 5.000 eine zunehmend wichtige Rolle spielen. "Das Kräfteverhältnis der Branche wird sich verschieben", so Dudenhöffer.
Studie: Wer hat Angst vorm Billigauto?
Das neue Billigauto des indischen Konzerns Tata könnte die Wachstumspläne von deutschen Volumenherstellern gefährden, mutmaßt das Center Automotive Research. Besonders betroffen davon könnte Volkswagen sein.