-- Anzeige --

Synthetische Kraftstoffe: Bosch setzt auf E-Fuels

Geht es nach Bosch, dann sind E-Fuels ein fester Bestandteil im künftigen Mobilitätsmix.
© Foto: Bosch

Angesichts des hohen Anteils an Verbrennungsmotoren im Fahrzeugbestand braucht es Kraftstoffe, die nicht aus Erdöl hergestellt werden und gleichzeitig die CO2-Belastung drücken - sogenannte E-Fuels.

-- Anzeige --

Bosch geht davon aus, dass im Jahr 2030 noch überwiegend Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren auf den Straßen zu finden sein werden. Insofern kann die Elektromobilität allein die gesteckten Klimaziele nicht erreichen. Aus Sicht des Technologiekonzerns braucht man Kraftstoffe für Verbrenner, die nicht aus Erdöl hergestellt werden und gleichzeitig die CO2-Belastung drücken - sogenannte E-Fuels. Der Zulieferer hat sieben Argumente formuliert, die zeigen sollen, dass die synthetischen Kraftstoffe zum Mobilitätsmix der Zukunft gehören.

1. Zeit

Aus der Grundlagenforschung sind E-Fuels längst heraus. Technisch ist es schon heute möglich, synthetische Kraftstoffe herzustellen: Mit Strom aus erneuerbaren Energien wird aus Wasser zunächst Wasserstoff produziert. Zudem wird Kohlenstoff benötigt. Aus CO₂ und H₂ gewinnt man anschließend synthetische Kraftstoffe – also Benzin, Diesel, Gas oder Kerosin.

Die Produktionsverfahren sind etabliert. Die Kapazitäten müssen aber rasch ausgebaut werden, um den Bedarf zu decken. Investitionsanreize ließen sich durch Kraftstoffquoten, die Anrechnung von CO₂-Einsparungen durch E-Fuels auf den Flottenverbrauch und langfristige Planungssicherheit schaffen.

2. Klimaneutralität

E-Fuels werden ausschließlich mit erneuerbaren Energien erzeugt, etwa aus Sonne oder Wind – daher auch das "E" im Namen. Zudem stammt das in der Herstellung verwendete CO₂ idealerweise aus der Umgebungsluft. Damit wird das Treibhausgas zum Rohstoff. Es entsteht ein Kreislauf: Das auch bei der Verbrennung von E-Fuels entstehende und ausgestoßene CO₂ kann sozusagen wiederverwertet und für die Herstellung neuen E-Fuels genutzt werden. So sind mit synthetischem Kraftstoff betriebene Fahrzeuge klimaneutral unterwegs.

3. Infrastruktur und Antriebstechnik

E-Fuels, die zum Beispiel im Fischer-Tropsch-Prozess hergestellt wurden, können in bestehenden Infrastrukturen und aktuellen Motoren genutzt werden. Experten sprechen dann von "drop-in"-E-Fuels. Sie wirken unmittelbar im Bestand und somit schneller als es bei einer Erneuerung von Infrastruktur und Fahrzeugen möglich wäre. Sie können auch herkömmlichem Kraftstoff beigemischt werden und damit bereits zur CO₂-Senkung in der bestehenden Fahrzeugflotte beitragen, wenn sie noch nicht flächendeckend hergestellt werden können. Selbst Oldtimer bringt zum Beispiel synthetisch erstelltes Benzin zum Fahren – es bleibt von den chemischen Strukturen und grundsätzlichen Eigenschaften nach wie vor Benzin.

4. Kosten

Noch ist die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen teuer. Mit dem Aufbau größerer Produktionskapazitäten sowie sinkender Kosten für die Erzeugung erneuerbaren Stroms werden E-Fuels deutlich günstiger. Studien zufolge sind bis 2030 reine Kraftstoffkosten von 1,20 bis 1,40 Euro pro Liter realisierbar (exklusive Steuer), bis 2050 sogar nur noch Kosten um einen Euro. Der Kostennachteil im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen ließe sich deutlich verringern, wenn nun der Umweltvorteil von E-Fuels einen Wert erhielte. Dass die bestehende Infrastruktur und Fahrzeugtechnik verwendet werden kann, ist ein Vorteil im Vergleich zu anderen alternativen Antriebsarten.

5. Einsatzmöglichkeiten

Selbst wenn alle Autos und Lkw eines Tages batterieelektrisch oder mit Brennstoffzelle fahren: Flugzeuge, Schiffe und Teile des Güterschwerverkehrs werden auch künftig mit herkömmlichen Kraftstoffen unterwegs sein. Verbrennungsmotoren, die mit CO₂-neutralen synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, sind deshalb ein unerlässlicher Pfad.

6. Ressourcen

Tank oder Teller? Diese Frage stellt sich bei synthetischen strombasierten Kraftstoffen nicht. Innovative Biokraftstoffe, die zum Beispiel aus Abfallstoffen gewonnen werden, sind sinnvoll, jedoch nicht unbegrenzt verfügbar. Mit erneuerbarem Strom lassen sich E-Fuels ohne Mengenbegrenzung herstellen. Der zur Herstellung erforderliche Bedarf an erneuerbaren Energien kann weltweit generiert werden, da Speicherung und Transport einfach möglich sind.

7. Speicherung und Transport

Synthetische Kraftstoffe werden mit erneuerbarer Energie hergestellt. Sie liegen anschließend in Form von Gas oder Flüssigkeit vor. Insofern ist es mit E-Fuels möglich, große Mengen erneuerbarer Energie zu speichern und günstig auch weltweit zu transportieren. Unregelmäßigkeiten der Sonnen- oder Windenergie sowie regionale Restriktionen beim Ausbau erneuerbarer Energien ließe sich damit begegnen.

Das ist auch interessant für die Frage der Wirkungsgrade: Der Wirkungsgrad eines Elektrofahrzeugs der Kompaktklasse, das in Deutschland mit regenerativem Strom aus dem Inland geladen wird, liegt bei etwa 60 bis 70 Prozent. Kommt der Strom aus entfernteren Regionen und muss für den Transport zunächst in einen chemischen Energieträger umgewandelt und anschließend wieder rückverstromt werden, sinkt der Wirkungsgrad auf 20 bis 25 Prozent. Das entspricht dem Wirkungsgrad eines mit E-Fuels betriebenen Autos. (ampnet/Sm)

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


Albert H. Kamm

05.10.2019 - 18:08 Uhr

Synthetische Kraftstoffarten gehen genau in die richtige Richtung. Damit können wir die Versorgung mit Kraftstoffarten gewährleisten und es wird auch keine Engpässe geben, mit allen beschriebenen Vorteilen.


Wolfgang F.

14.11.2019 - 19:24 Uhr

Ich verstehe nur eines nicht an der ganzen Diskussion, warum stecken wir dies ganzen völlig sinnlos verschwendeten Milliarden wenn nicht sogar Billiarden die wir zum Fenster hinaus werfen für:Ladesäulen, Ausbau von Stromtrassen die keiner will, E-Auto Förderung, Transport von Rohstoffen zur Herstellung völlig Umweltschädlicher E-Auto Batterien und deren später anstehenden Entsorgung, u.s.w.Nicht für den flächendeckenden Ausbau von E-Fuels.Warum baut mann in Afrika wo die Sonne scheint keine Sonnen oder Spiegelkraftwerke?Dann brauchen die nicht alle flüchten weil sie keine Arbeit und nichts zu essen haben, denn die E-Fuels könnte man dort auch klimaneutral herstellen und dann per Schiff wie jetzt das Rohöl in die einzelnen Länder verbringen. Aber ich denke dann müssten unsere Politiker einmal über ihre Profilierungssucht siegen und versuchen Grenzübergreifende Lösungen für die Umwelt zu erarbeiten.Aber wenn von unseren Politikern interessiert schon unsere Umwelt, wichtig sind die Bezüge wenn man gewählt wurde und das die Abfindung mit Lebenslanger Rente passt, nach dem man genug Affären produziert hat.Zum Thema Umwelt vielleicht noch ein zwei Gedanken für unsere Supergrünen Autohasser.Ich finde es ganz toll das man immer da anfängt etwas zu tun wo es am wenigsten bringt und am meisten kostet.Warum führen wir nicht endlich Umweltzölle ein, für jeden gefahrenen Kilometer z. B. 2 Promille Aufschlag.Dann bleibt die Ganze China Sch.... da wo er ist , in China.Denn wo passiert den die Größte Umweltverschmutzung auf diese Welt- auf den Meeren. Das schein diese Leute aber wenig zu interessieren, ist ja nicht vor der Haustür, und man kann auch keinen Kratzer hinein machen so wie in den neuen SUV vom Nachbarn.Nein es ist viel besser sich vor die Tore der IAA zu setzen und Freitags dies Schule zu schwänzen um dann wenn man wieder nach Hause kommt sich erst mal den Einkauf von Real liefern lässt und dann gut gestärkt eine Ladung Krempel bei Amazon bestellt!Warum tun unsere Politiker nichts da dagegen, ??? ach ja, da war ja des Märchen vom Exportweltmeister, na und! Dann müssen wir unsere Waren eben wieder selber herstellen und das sauber ohne versuchte Flüsse (China/Indien), aber die sehen wir ja nur im Fernsehen und da kann man ja umschalten.Ich denke da sollte man anfangen, da wo der Dreck passiert, dann muss man ihn hinterher auch nicht Weckräumen, denn nur vermiedene Kilometer egal mit welchem Antrieb sind Umweltschutz.


Wolfgang F.

14.11.2019 - 20:03 Uhr

Warum nehmen wir die 5000,00€ E-Auto Förderung nicht und fördern damit jede Neuangeschaffte Photovoltaik Anlage und machen aus dem ganzen Strom E-Fuels.Das hält 25 Jahre garantiert und hilft der Umwelt sofort.


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.