Westeuropa: Analysten erwarten langjährige Absatzkrise

09.10.2012 10:13 Uhr
Die Autobranche hat in Westeuropa noch eine lange Durststrecke vor sich.
© Foto: Imago/Sepp Spiegl

Die Branche hat in Westeuropa noch eine lange Durststrecke vor sich: Nach Einschätzung von Experten werden in der Region erst 2018 wieder so viele Fahrzeuge verkauft wie im Vorkrisenjahr 2007.

Die Absatzkrise in Westeuropa wird die Autoindustrie nach einer Prognose noch mehrere Jahre belasten. "Unsere Aussicht ist, dass die Erholungsphase ungefähr zehn Jahre dauern wird", sagte Analyst Volker Krueger vom Prognoseinstitut LMC Automotive am Dienstag auf einer Veranstaltung der Ratingagentur Standard & Poor's in Frankfurt. Demnach werden in Westeuropa erst 2018 wieder so viele Autos verkauft wie im Vorkrisenjahr 2007.

In Ländern wie Spanien werde der Markt in diesem Jahrzehnt allerdings nicht mehr die alte Größe von 1,6 Millionen Fahrzeugen erreichen, dem durchschnittlichen Absatz in der Zeit zwischen 2000 und 2007. 2012 dürften nur 700.000 Autos verkauft werden, schätzt LMC. "Es sieht so aus, als müsste man dort eher an der Eine-Million-Marke arbeiten", sagte Krueger. In Deutschland werden nach der Prognose in diesem Jahr etwa zwei Prozent weniger Neuwagen verkauft als im Vorjahr, für 2013 hält Standard & Poor's ein leichtes Plus für möglich.

Hart trifft die Entwicklung etablierte Massenhersteller wie Fiat, Peugeot oder Opel: Die Marken verlieren auf ihrem ohnehin schrumpfenden Heimatmarkt Europa zudem Anteile an Oberklasse-Produzenten sowie an wachsende Wettbewerber wie Hyundai/Kia, wie Krieger betonte: "Fiat, Peugeot-Citroën, Renault, Ford und General Motors stehen alle unter Druck."

Große Überkapazitäten

Längst habe die Absatzkrise auch zu einer Rezession in der Autoproduktion geführt. S&P schätzt die Überkapazitäten in Europa auf mindestens 20 Prozent. "In Italien und Frankreich sind es noch mehr", sagte Analyst Eric Tanguy. Aus seiner Sicht greifen die Hersteller das Problem nicht beherzt genug an. In Bezug auf Fabriken von Fiat und PSA (Peugeot-Citroën) sowie das Bochumer Opel-Werk kritisierte Tanguy: "Die Werke, über deren Schließung diskutiert wird, stehen nur für weniger als fünf Prozent der europäischen Autoproduktion." (dpa)

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