Auf die deutschen Autohersteller und Verbraucher rollt wegen der Klimaschutzziele der EU einer Studie zufolge in den kommenden Jahren eine gigantische Kostenlawine zu. Vor allem die Entwicklung und Produktion sparsamerer Verbrennungsmotoren sowie elektrischer Antriebe dürften bis 2020 rund 114 Milliarden Euro verschlingen, heißt es in einer am Montag vorgestellten Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Pro Fahrzeug entspräche dies Mehrkosten von bis zu 1.900 Euro. Wird der CO2-Grenzwert der EU nicht erreich drohen Milliardenstrafen An die Kunden könne davon voraussichtlich maximal die Hälfte weitergegeben werden, sagte Studienleiter Nicolai Müller in einer Telefonkonferenz. So müssten die Hersteller immer noch rund 60 Milliarden Euro alleine stemmen. Die EU will den CO2-Grenzwert bis 2020 im Flottendurchschnitt auf 98 Gramm pro Kilometer senken. Bei Reißen dieser Hürde drohen Milliardenstrafen. Hier könnten Elektrofahrzeuge enorm helfen, weil sie den Flottenausstoß kräftig nach unten drücken. Derzeit liegt der durchschnittliche Ausstoß bei etwa 160 Gramm pro Kilometer. Veränderter Personalbedarf Die zunehmende Bedeutung der Elektroautos dürfte allerdings für erhebliche Umstellungen bei Herstellern und Zulieferern sorgen, heißt es in der Studie. Zwar entstünden neue Arbeitsplätze durch die Bereiche Batterie, Elektromotor, Leistungselektronik und Verkabelung. In der Fertigung der traditionellen Antriebsstrangkomponenten seien allerdings bis 12 000 Stellen bedroht. (dpa)
Studie: Autohersteller vor Kostenlawine
Rund 114 Milliarden Euro soll die Entwicklung und Produktion sparsamerer Verbrennungsmotoren sowie elektrischer Antriebe die Hersteller bis 2020 kosten. Knapp die Hälfte der Entwicklungskosten könnte an die Kunden weitergegeben werden.