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09.03.2019

Hohe Erwartungen

Künstliche Intelligenz erkennt den Unfallschaden

Hohe Erwartungen
Künstliche Intelligenz erkennt den Unfallschaden
Welches Bauteil ist wie stark beschädigt? Control€xpert hat die Bilderkennungstechnologie inzwischen so weit mit Künstlicher Intelligenz angereichert und mit Kalkulationsdaten gematcht, dass auch der breite Einsatz in der Versicherungswirtschaft als realistisch erscheint.
© Foto: Control€xpert

Warta, die polnische Tochter der Talanx International AG, startet nach entsprechender Vorbereitungsphase jetzt Tests mit Control€xpert zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Erkennung von Kfz-Unfallschäden. Im Vorfeld setzte sich das Langenfelder Unternehmen in einem Wettbewerb gegen sieben Anbieter von Bilderkennungstechnologien durch.

Seit Mitte 2018 arbeitet Warta in Warschau gemeinsam mit HDI Gesellschaften aus Deutschland, Italien und Türkei am erklärten Ziel, bei bis zu 60 Prozent der gemeldeten Kfz-Schäden KI in den Schadenregulierungsprozess zu integrieren. Dadurch soll eine signifikante Beschleunigung des Prozesses ermöglicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen die genannten Gesellschaften auf eine Kooperation mit Control€xpert aus Langenfeld.

Bilderkennung gewinnt an Professionalität

In der ersten Projektphase wurde ein KI-Modell mit Fotos von Unfallschäden trainiert, um Fahrzeugteile darauf zu erkennen. Mit entsprechenden Algorithmen kann Control€xpert laut eigenem Bekunden beschädigte Bauteile und den Schweregrad der Beschädigung bestimmen. Dadurch werde eine Einschätzung ermöglicht, ob ein Fahrzeugteil instandgesetzt oder ausgetauscht werden muss. Diese Informationen kommen anschließend in ein Kalkulationssystem, so dass die Höhe der Reparaturkosten bestimmbar wird.

Vom Einsatz der Bilderkennungstechnologie im Kalkulationsprozess profitiere sowohl die Versicherung als auch der Autofahrer. Auch die Produktivität eines Kfz-Sachverständigen steige, da Zeit bei der Erstellung eines Gutachtens eingespart werde. Weitere Vorteile laut C€: "Reparaturfreigaben für Werkstätten können schneller erteilt werden, weil die Erstellung eines Kostenvoranschlags entfällt. Das Qualitätsniveau wird erhöht, weil die Fahrzeugidentifikationsnummer oder das Kennzeichen bei der Schadenanlage automatisch erkannt und nicht manuell eingegeben werden muss. Die automatisierte Bilderkennung hält den Teams bei der Versicherung den Rücken frei, um sich mehr Zeit für den Autofahrer zu nehmen oder um komplexere Vorgänge zu bearbeiten."

Auswirkungen auf die Schadenregulierung

Warta seinerseits plant, das Projekt noch in diesem Jahr umzusetzen. Während einer ersten Testphase sollen die gelieferten Ergebnisse der Künstlichen Intelligenz noch manuell geprüft werden. Im Anschluss werde der Schadenregulierungsprozess des Versicherers auf den neuen Prozess umgestellt. Dank der Technologie-Kompetenz im Bereich Künstlicher Intelligenz und der fundierten Branchen- und Prozesserfahrung konnte sich Control€xpert gegen sieben Anbieter von Bilderkennungstechnologien deutlich durchsetzen. Dr. Andreas Witte, Leiter Forschung und Entwicklung im Langenfelder Unternehmen dazu: "Wir arbeiten schon seit über 10 Jahren an der automatisierten Bilderkennung. Es freut uns, wenn unsere Forschungsergebnisse in der Praxis zum Einsatz kommen und wir dadurch zur Zufriedenheit aller am Schadenprozess beteiligten Parteien beitragen können."   (wkp)