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"Car-Pass": Niedersachsen will Tacho-Manipulationen ausbremsen

Mit der Einführung eines sogenannten "Car-Passes" will Niedersachsens Landtag Tacho-Schwindel bei Gebrauchtwagen bekämpfen.
© Foto: DAT

Die rot-grüne Landesregierung will auf Bundesebene Druck im Kampf gegen Tacho-Schwindeleien bei Gebrauchtwagen machen. Im Landtag steht ein entsprechender Antrag zur Abstimmung an.


Datum:
21.11.2016
4 Kommentare

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Mit der Einführung eines sogenannten "Car-Passes" will Niedersachsens Landtag Tacho-Schwindel bei Gebrauchtwagen bekämpfen. Ein entsprechender Antrag der Regierungsfraktionen von SPD und Grünen steht am Dienstag im Landtag zur abschließenden Beratung an. Derartige Straftaten sind bundesweit ein massives Finanz- und Sicherheitsrisiko für Autokäufer und gelten als Massenphänomen. Der Car-Pass ist eine Art Lebenslauf-Akte, in der Fahrzeughistorie und aktueller Kilometerstand bei jeder Hauptuntersuchung und Reparatur eines Wagens fortgeschrieben werden.

Wird der Antrag gebilligt, muss sich die Landesregierung für eine solche Lösung auf Bundesebene einsetzen. "Volkswirtschaftlich geht der Schaden in die Milliarden, für jeden Käufer eines Gebrauchtwagens ist es ein herber Verlust, wenn er ein Fahrzeug kauft und einen zu hohen Preis bezahlt, weil er Opfer von Tacho-Schwindel geworden ist", erklärte der SPD-Landtagsabgeordnete Alexander Saipa. Auf Landesebene sollten die Ermittlungsarbeit und Strafverfolgung in Fällen von Tacho-Betrug verstärkt werden.

Ein Unterausschuss des Landtags sucht seit Anfang des Jahres nach Wegen, um Tacho-Manipulationen zu bekämpfen. Neben der verbindlichen Anmeldung aller neuen Personenwagen in einer Datenbank sollen gemäß dem Antrag die Autohersteller dazu verpflichtet werden, ihre Fahrzeuge besser gegen Tacho-Manipulationen zu schützen. Die Logik: je mehr Aufwand Kriminelle zur Überwindung technischer Hürden betreiben müssten, desto unrentabler werde ihr Geschäft.

Mit elektronischen Hilfsmitteln gelingt die Manipulation des Tacho-Standes recht einfach – eine Entlarvung des Betrugs dagegen ist schwierig. Mit dem Ziel eines überhöhten Kaufpreises soll den Käufern ein geringeres Alter der Fahrzeuge vorgegaukelt werden.

Ermittlungen in Bayern

In Bayern ging kürzlich ein Ermittlungsverfahren gegen 90 Beschuldigte aus dem Großraum München wegen Tacho-Schwindels zu Ende – darunter viele Gebrauchtwagenhändler. Die Zurückschaltung der Tachos erfordert nach Ansicht der Behörden "massive Eingriffe" in die Elektronik der Fahrzeuge, womit erhebliche Gefahren verbunden seien. Mit einer Veränderung der Speicher-Chips könnten etwa sicherheitsrelevante Daten vernichtet werden – Ausfälle des Antiblockiersystems oder der elektronischen Stabilitätskontrolle könnten die Folge sein. (dpa)

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KOMMENTARE


LB

21.11.2016 - 13:09 Uhr

Die Sache würde sicherlich wieder mehr Verwaltungsaufwand für uns Händler bedeuten. Aber nach meiner Meinung, würde es sich durchaus lohnen die Betrüger und unseriösen Händler somit ein Stück weit aus dem Markt zu drängen. Also, macht das !


Stefan Holzinger

21.11.2016 - 18:12 Uhr

Rot grüner Aktionismus der garantiert nach hinten los geht da die Herrschaften die Tachos manipulieren wie immer nicht zu greifen sind da der GW Handel innerhalb der Großfamilie umgeschrieben wird und der rot grüne Schnäppchenjäger nur diese Händler bevorzugt..


Sven

22.11.2016 - 09:52 Uhr

Ein vernünftiges System gibt es in diversen Ländern, warum es dies in Deutschland nicht gibt, ist mir ein Rätsel. In vielen Ländern funktioniert das schon, u.a. UK.


K. Wempe

22.11.2016 - 16:58 Uhr

@ Stefan Holzinger: Selten solch einen unqualifizierten Post gelesen. 1. gibt es solche Sachen z. B. in den USA schon seit Jahrzehnten in funktionierender Form (CarFax) und 2. sind es nicht eher die (bestimmt nicht rot-grünen) Premium Proleten die sich bei den Fähnchen Händlern beim Kauf des 7er BMW mit 6-stelligen manipulierten Tachostand bescheißen lassen? Wenn sie die Roten oder Grünen nicht mögen dann ist das Ihr Problem, aber die Idee ist gut und überfällig.


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